Vorlesen

Ski alpin: Keppler stürzt, Svindal siegt

Uhr

Aksel Lund Svindal feiert seinen Super-G-Sieg in Kitzbühel. (FOTO: DPA)

Von
Irgendwie passte das ins Bild: Nach der Verletzung von Andreas Sander beim Einfahren am Vortag stürzte Stephan Keppler beim Angriff auf die WM-Norm. Als Gewinner wurde dagegen Olympiasieger Aksel Lund Svindal gefeiert. Sein erster Erfolg bei den Hahnenkammrennen in Kitzbühel.
Drucken per Mail
Kitzbühel/dpa. 

Die Fahrt zum WM-Ticket war für Stephan Keppler im Super-G nach nicht einmal einer halben Minute vorbei. Erst verlor der einzige deutsche Starter bei den Speedrennen von Kitzbühel den Stock, dann das Gleichgewicht und landete im Fangzaun.

Der deutsche Skirennfahrer stand etwas ratlos im Zielraum herum, als Olympiasieger Aksel Lund Svindal (Norwegen) nach seinem Premieren-Erfolg die Siegerinterviews gab. Keppler konnte sich nicht erklären, warum er den Stock verloren hatte. Zuversicht und Humor waren dagegen keineswegs auf der Strecke geblieben.

Was das Aus im ersten von zwei Starts in Kitzbühel denn für seine WM-Teilnahme bedeute, wurde Keppler gefragt. «Wahrscheinlich bin ich jetzt Favorit im SG», entgegnete der Skirennfahrer trocken und versicherte danach schnell, dass er die Weltmeisterschafts-Qualifikation am Samstag auf der Streif schon schaffen werde. «Dann passt das.»

Dem Verband wäre es nach bislang ernüchternden Tagen in der österreichischen Alpin-Hochburg recht: Erst schlechte Trainingsleistung, dann das verletzungsbedingte WM-Aus für Andreas Sander, jetzt der Keppler-Sturz.

41 von 56 Startern kamen zum Auftakt der 73. Hahnenkammrennen, bei denen Felix Neureuther am Sonntag im Slalom für eine Topplatzierung sorgen will, ins Ziel. Am schnellsten gelang das Favorit Svindal, der nach 1:14,48 Minuten vor dem Österreicher Matthias Mayer (0,13 Sekunden zurück) und dem italienischen Weltmeister Christof Innerhofer (0,40 Sekunden) lag. «Der Sieg ist schön. An diesem Wochenende ist schon viel Druck. Ich habe hier noch nie gewonnen und das höre ich in jedem Interview», gestand der 30-Jährige.

Im Super-G-Klassement baute er den Vorsprung auf 171 Punkte aus, in der Gesamtwertung verkürzte er den Rückstand auf Österreichs überragenden Techniker Marcel Hirscher auf 88 Zähler. Und für die Abfahrt an diesem Samstag bestätigte Svindal seine Favoritenrolle. «Jetzt ist der Druck für die Abfahrt etwas weniger», erklärte der Norweger nach seinem fünften Podestrang in Kitzbühel.

Vor einer Woche war Svindal bei der Abfahrt von Wengen noch in den Fangzaun gerauscht. Nach dem Rennen bei bedecktem Himmel und keiner guten Sicht fehlt ihm nun nur noch ein Sieg, um die norwegische Rekordmarke von 21 Erfolgen durch Kjetil Andre Aamodt einzustellen. Ein Jubiläum feierte indes der Österreicher Benjamin Raich. Der Doppel-Olympiasieger von Turin fuhr sein 400. Weltcup-Rennen - am Ende wurde er 25.

Bei vier Siegen schaffte es Svindal in diesem Winter, der mit der WM vom 4. bis 17. Februar seinen Höhepunkt hat, insgesamt siebenmal auf das Podest. Dagegen fuhr Keppler als 21. von Lake Louise und 11. von Bormio nur zweimal in die Punkte. Sorge, dass der Aufprall vom Freitag einen Start in der Abfahrt am Samstag gefährden könnte, hatte Keppler nicht; auch wenn er die Muskeln spürte.

«Das kriegt der Physio schon hin», beteuerte der zweimalige WM-Teilnehmer, der die Titelkämpfe in Garmisch 2011 verletzt verpasst hatte. Für Schladming hat bislang nur Tobias Stechert die Norm aus dem deutschen Herren-Speedteam erfüllt. An diesem Samstag will Keppler nachlegen - andernfalls könnten die WM-Entscheidungen in Abfahrt und Super-G möglicherweise ohne deutschen Starter vonstattengehen.