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Ski alpin: Achter Weltcup-Sieg für Rebensburg

Uhr | Aktualisiert 18.03.2012 16:18 Uhr
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Trophäe

Viktoria Rebensburg stemmt die Kleine Kristallkugel in die Höhe. (FOTO: DPA)

Viktoria Rebensburg hatte die kleine Kristallkugel schon im Rucksack, als sie die Weltcup-Saison mit dem letzten Lauf des Winters beschloss.
München/Schladming/SID. 

Sie hätte es locker angehen lassen können. Nichts mehr riskieren. Bloß nicht verletzen. Aber, betonte die Olympiasiegerin, "ich bin eine Rennläuferin. Ich will immer oben stehen - gewinnen." Und das tat sie auch. Die 22-Jährige aus Kreuth fuhr beim Riesenslalom in Schladming/Österreich zum achten Weltcup-Sieg. "Ich bin so glücklich, das war ein cooles Rennen", sagte sie. Und dass sie ihren Titel als beste Riesentorläuferin erfolgreich verteidigt hatte, fand sie schlicht "unglaublich".

Rebensburgs Coup war bereits gesichert, als sie noch oben vor dem Starthaus stand, weil die weit vor ihr gestartete Lindsey Vonn (USA) die Punkteränge als 24. klar verpasste. "Sie war wohl müde", sagte Rebensburg später. Sie selbst fuhr hellwach zu Tal - und zum vierten Saisonsieg im Riesenslalom. Dass sie insgesamt zum achten Mal gewann, fand sie "verrückt". Entsprechend ausgelassen war ihre Freude, bei der Siegerehrung zeigte sie wieder ihre Jubel-Faust. "Es ist verdammt schwierig, diese Kugel zu holen, weil jeder sie haben will. Man braucht eine wunderbare Saison. Ich hatte die", sagte Rebensburg.

Im Gesamtweltcup verbesserte sie sich auf Platz sieben, für Titelträgerin Vonn zählt Rebensburg in den kommenden Jahren "zu den Favoriten". Das beweise Rebensburgs Entwicklung im Speed-Bereich, am vergangenen Donnerstag gewann sie im WM-Ort von 2013 den Super-G. Rebensburg selbst nannte die große Kugel das "sportlich Größte, das man erreichen kann". Und: "Natürlich ist es auch mein Ziel." Maria Höfl-Riesch (Partenkirchen) hat dieses Ziel im vergangenen Jahr erreicht, nach Platz acht im Slalom und einem Ausscheider im "Riesen" beim Finale belegte sie diesmal Platz drei. In der neuen Saison will sie wieder nach oben. Mit einem neuem Servicemann - und möglicherweise als Ein-Frau-Team.

Vonn macht es vor. Mit 1980 Punkten stellte die Abfahrts-Olympiasiegerin einen Punkterekord für Frauen auf. Die absolute Bestmarke von Hermann Maier (Österreich/2000 Zähler) verpasste sie. "Aber es ist eine Motivation für die nächste Saison. Dann werde und versuchen, die 2000 zu knacken", sagte sie.

Die kleine Kugel, und zwar die im Slalom, ist das Ziel von Felix Neureuther. Nach vier Podestplätzen in diesem Winter wähnt er sich auf einem guten Weg da hin, auch wenn er nach dem letzten Saisonrennen nicht wusste, ob er lachen oder heulen sollte. Platz zwei - einerseits klasse. Andererseits hatte Neureuther, der als überlegen Führender in den zweiten Durchgang gestartet war, seinen dritten Weltcup-Sieg verspielt. Es dauerte einige Sekunden, dann hatte sich Neureuther entschieden: Als er neben Sieger Andre Myhrer aus Schweden auf das "Stockerl" kletterte, lächelte er - allerdings süß-säuerlich.

"Den Sieg habe ich mir für nächstes Jahr aufgespart", sagte er. Dann wird in Schladming auf der "Planai" die Weltmeisterschaft gefahren. "Und dann", sagte Neureuther, "reicht es ja noch, wenn ich ganz vorne bin." Ganz vorne, das war diesmal auf der flacheren "Streicher"-Strecke für ihn drei Zehntelsekunden weg. Teamkollege Fritz Dopfer verpasste das Podest als Vierter ebenfalls hauchdünn, 0,29 Sekunden lag er hinter Mario Matt (Österreich). Dennoch schaffte das Duo das beste Resultat des Deutschen Skiverbandes (DSV) in einem Weltcup-Slalom.

Myhrer sicherte sich Platz eins in der Slalom-Saisonwertung - auch, weil Titelverteidiger Ivica Kostelic (Kroatien) und Marcel Hirscher (Österreich) leer ausgingen. Hirscher durfte sich nach seinem neunten Saisonsieg am Samstag mit der kleinen Kristallkugel im Riesenslalom trösten - und mit dem "depperten Glasbecher", wie er den Gesamtweltcup nannte. Von seinem Triumph erfuhr er nach dem Verzicht seines Konkurrenten Beat Feuz (Schweiz) auf den Slalom im Radio. "Es ist unfassbar, ein völlig neues Lebensgefühl. Jetzt habe ich es schwarz auf weiß", sagte der 23-Jährige, völlig überwältigt vom Erfolg: "In meinem Kopf drehen sich 1000 Räder, ich muss meine Gefühle erst neu sortieren."

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