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Schwimmen: Hase rückt in die Ruhmeshalle

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Die gebürtige Quedlinburgerin Dagmar Hase ist am Wochenende am Rande eines Grand-Prix-Wettbewerbs der Wasserspringer im amerikanischen Fort Lauderdale in die Hall of Fame des internationalen Schwimmsports aufgenommen worden.
Magdeburg/MZ

Das Bild der ehemaligen Weltklasse-Schwimmerin und heutigen Trainerin des SC Magdeburg, die sieben olympische Medaillen gewann, hängt nun neben jenen von solchen Berühmtheiten wie dem dreifachen Olympiasieger Pieter van den Hoogenband aus den Niederlanden oder der vierfachen olympischen Goldmedaillengewinnerin Jana Klotschkowa aus der Ukraine.

„Ich wollte es erst nicht glauben, als mich im August letzten Jahres ein paar Freunde aus alten Zeiten per E-Mail darüber informiert haben, dass die Auszeichnung ansteht. Aber jetzt, wo es Realität ist, bin ich schon ein wenig stolz auf meine Leistungen in den 90er Jahren“, sagte Hase gegenüber Radio MDR.

Die heute 43-Jährige, die bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona überraschend Gold über 400 Meter Freistil gewonnen und dabei sensationell Top-Favoritin Janet Evans aus den USA geschlagen hatte, galt außerhalb des Beckens als nicht gerade pflegeleichter Typ. In einem aufsehenerregenden Fernsehinterview stellte sie sich 1993 an die Seite ihrer Freundin Astrid Strauß, als sie deren unfaire Behandlung wegen angeblicher Dopingvergehen durch deutsche Sportfunktionäre kritisierte.

Mitentscheidend für die Aufnahme in die Hall of Fame war allerdings ihre selbstlose Aktion bei den Weltmeisterschaften 1994 in Rom, als sie ihren Startplatz im Finale über 200 Meter Freistil an Franziska van Almsick abtrat. Die Berlinerin, die als große deutsche Goldmedaillenhoffnung über diese Strecke gestartet war, hatte mit der neuntbesten Zeit, einen Platz hinter Hase, das Finale verpasst. Durch Verzicht von Hase konnte van Almsick aber doch noch starten und gewann die Goldmedaille - in neuer Weltrekordzeit.