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Rodeln: Siegesserien der Deutschen in Sigulda gerissen

Uhr | Aktualisiert 16.12.2012 17:22 Uhr
Felix Loch nimmt seinen vierten Platz in Sigulda sportlich. (FOTO: DPA) 
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Die Siegesserien der deutschen Rodler sind gerissen. Beim vierten Saisonweltcup in Sigulda suchten sowohl die Männer als auch die Frauen des erfolgsverwöhnten deutschen Teams wie schon häufiger auf der lettischen Bahn vergeblich die richtige Spur.
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Sigulda/DPA. 

Der zweite Platz der Miesbacherin Natalie Geisenberger (Miesbach) war noch das beste Einzel-Ergebnis, während der dreimalige Weltmeister Felix Loch (Berchtesgaden) sich bei den Herren mit dem dritten Rang begnügen musste. Für die Damen bedeutete der Sieg der Russin Tatjana Iwanowa die erste Niederlage seit zehn Monaten, die Herren hatten in allen drei vorherigen Weltcup-Wettbewerben des vorolympischen Winters alle Podestplätze unter sich ausgemacht.

Immerhin bescherten die Doppelsitzer Tobias Wendl/Tobias Arlt (Berchtesgaden/Königssee) dem Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD) durch ihren vierten Saisonerfolg den ersten Sieg im Baltikum seit Februar 2008 als Trostpflaster. Das Duo feierte zum Abschluss mit Loch und Geisenberger außerdem in der Team-Konkurrenz den dritten Sieg im dritten Saisonwettbewerb.

Gesamtspitzenreiter Loch, der den 13. Weltcup-Sieg seiner Laufbahn trotz seiner Führung nach dem ersten Lauf durch einen Fehler kurz vor dem Ziel des zweiten Durchgangs vergab und den Altmeistern Albert Demtschenko (Russland) und Armin Zöggeler (Italien) gratulieren musste, trug das Ende der deutschen Erfolgsserie mit Fassung. „Ich muss fast lachen über so ein Missgeschick“, sagte der Sohn von Bundestrainer Norbert Loch: „Ich bin zu spät aus Kurve 15 gekommen, habe eine Welle mitbekommen und bin dann rechts rüber gedrückt worden. So etwas passiert halt.“

Im Viessmann Weltcup führt Loch mit 355 Punkten vor Andi Langenhan (Zella-Mehlis/300 Punkte), der hinter dem Oberhofer Johannes Ludwig den fünften Rang belegte, und dem 41 Jahre alten WM-Zweiten Demtschenko (257). Auch bei den Damen herrschte trotz des Dämpfers Gelassenheit. „Es ist auch schön, wenn mal eine andere Nation gewinnt“, sagte Geisenberger, die ihre Weltcup-Führung auch mit Platz zwei ausbaute: „Im zweiten Lauf haben wir den Schlitten etwas umgebaut, da haben wir was Geiles rausgeholt. Das hat gezeigt, was eigentlich möglich gewesen wäre.“

Dritte bei den Frauen wurde Igls-Auftaktsiegerin Anke Wischnewski (Oberwiesenthal). Zuletzt hatten die deutschen Rodlerinnen am 25. Februar im russischen Paramonowa das Nachsehen gehabt, als ebenfalls Iwanowa triumphierte. Olympiasiegerin und Weltmeisterin Tatjana Hüfner (Friedrichroda) verpasste in Sigulda als Vierte um vier Tausendstelsekunden denkbar knapp erneut das Podest.

Zum dritten Mal in diesem Winter landete Hüfner damit nicht unter den ersten Drei, deutete aber einen Aufwärtstrend an. Corinna Martini (Winterberg) wurde Fünfte. Wendl/Arlt fuhren unterdessen auch in Sigulda in einer eigenen Liga. Der „Bayern-Express“ setzte sich deutlich vor den Österreichern Peter Penz/Georg Fischler (+0,452) und dem italienischen Duo Christian Oberstolz/Patrick Gruber (+0,564) durch. Nach einem Fehler im zweiten Durchgang rutschten die WM-Zweiten Toni Eggert/Sascha Benecken (beide Ilsenburg/+0,840) vom dritten auf den achten Rang ab.