Vorlesen

Rodel-Weltmeisterschaft: Felix Loch holt seinen vierten Titel

Uhr | Aktualisiert 03.02.2013 16:33 Uhr
Andi Langenhan (Silber), Felix Loch (Gold) und Johannes Ludwig (Bronze, v.l.) winken nach der Siegerehrung bei der Rennrodel-Weltmeisterschaft in Whistler (Kanada). (FOTO: DPA) 
Von
Vier Rennen, vier WM-Titel: Ein Jahr vor dem großen Ziel Olympia haben die deutschen Rodler um Felix Loch bei der WM mächtig abgeräumt. Loch holte seinen vierten WM-Titel, Natalie Geisenberger und die Doppelsitzer Tobias Wendl/Tobias Arlt fuhren Debütsiege ein.
Drucken per Mail
Whistler/München/dpa. 

Nach dem unglaublichen WM-Goldrausch sprach Rodel-Überflieger Felix Loch seinen Weltmeister-Kollegen aus der Seele. „Das ist einer der besten Tage in meinem Leben“, schwärmte der 23-Jährige angesichts des perfekten WM-Auftritts der deutschen Kufen-Asse am Wochenende im kanadischen Whistler.

Olympiasieger Loch überholte mit seinem vierten Coup Altmeister Georg Hackl, Debütsiege durften Natalie Geisenberger und die Doppelsitzer Tobias Wendl und Tobias Arlt feiern. Außerdem holte die Weltmeister-Riege auch noch den Sieg in der künftig olympischen Team-Staffel.

Als das bayerische Quartett beim Feuerwerk über dem Abendhimmel von Whistler seinen perfekten WM-Auftritt genoss, durften die Verantwortlichen rundum zufrieden Bilanz ziehen. „Unser Team ist eine sensationelle WM gefahren“, befand Sportdirektor Thomas Schwab vom Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD). Und Bundestrainer Norbert Loch, sonst nicht gerade für überschwängliches Lob bekannt, sagte: „Es ist phänomenal, was die gesamte Mannschaft geleistet hat. Da fehlen mir fast die Worte.“

Tatsächlich dürfte der unwiderstehliche WM-Auftritt der deutschen Rodler der ausländischen Konkurrenz mit Blick auf Olympia 2014 mächtig Kopfzerbrechen bereiten. Nicht nur alle Siege heimsten Lochs Schützlinge ein, zudem verbuchten die BSD-Asse auf der Olympia-Bahn von 2010 auch noch acht von zehn möglichen Podestplätzen. Viel besser geht es kaum.

Endlich ganz oben stand bei ihrem sechsten WM-Anlauf Geisenberger. „Es fühlt sich so geil an. Ein perfekter Tag!“, schwärmte die dreimalige WM-Zweite und klatschte überglücklich ihre mitgereisten Eltern ab. „Ich habe immer gesagt, irgendwann kommt deine Zeit. Und jetzt ist sie da.“

Drei Tage vor ihrem 25. Geburtstag verwies die Miesbacherin Olympiasiegerin Tatjana Hüfner in die Schranken und krönte ihren Traumwinter mit ihrem größten sportlichen Erfolg. „Ich habe mir im ersten Lauf einen schönen Fauxpas geleistet“, klagte dagegen die entthronte Titelverteidigerin. „Aber Fehler passieren - wir sind auch nur Menschen.“

Bei den Frauen gab es den standesgemäßen Doppelerfolg, sogar noch besser lief es bei den Männer-Einsitzern. Hinter dem einmal mehr überragenden Olympiasieger Loch, der wie bei den Winterspielen 2010 von seinem Bundestrainer-Papa noch auf der Bahn innig geherzt wurde, landeten Andi Langenhan und Johannes Ludwig auf den weiteren Podestplätzen. „Ich bin rundum glücklich“, sagte der nun viermalige Weltmeister, den Sportdirektor Schwab geradezu adelte: „Felix zähle ich zu den absoluten Ausnahmekönnern, die ich bislang in diesem Sport sehen durfte.“

Und der Mann ist wirklich lange im Geschäft.

Ihren WM-Fluch konnten auch endlich die Doppelsitzer Wendl/Arlt beenden. Vor zwei Jahren im italienischen Cesana stürzte der Bayern-Express, im vergangenen Winter gab es bei der Heim-WM in Altenberg nur Platz vier.

Und nun der erste WM-Sieg und der Staffel-Erfolg obendrauf: „Nach dem Pech der letzten Jahre bei Weltmeisterschaften ist die Erleichterung jetzt sehr groß“, gestand Steuermann Wendl. Toni Eggert und Sascha Benecken, wie im Vorjahr Zweite, machten den ersten deutschen Doppelerfolg seit 2008 perfekt.