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Rhythmische Sportgymnastik: Wurde Sportlerin aus Halle von Trainerinnen misshandelt?

Sportlerin

Eine Sportlerin beim Weltcup der Rhythmischen Sportgymnastik

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dpa

Halle (Saale) -

Am Wochenende liefen in Baku die Europameisterschaften der Rhythmischen Sportgymnastik. Doch parallel zu ihrem Saisonhöhepunkt droht der Sportart womöglich ein handfester Skandal. Es geht um Schläge, Psychoterror, Essensentzug, Verabreichung von Medikamenten sowie Beschimpfungen. Im Mittelpunkt des Vorgangs stehen Katerina Luschik, eine 16 Jahre alte Sportlerin aus Halle, sowie Karina P. und Natalia S., zwei Trainerinnen am Bundesstützpunkt in Fellbach-Schmiden.

Bis vor gut einem Monat hat Katerina Luschik in Schmiden trainiert, ehe sie zu ihrem Heimatstützpunkt nach Halle zurückkehrte. „Da sind einige ungeheuerliche Dinge vorgefallen“ sagt sie. Dinge, die ihre Mutter Svitlana Luschik dazu bewogen haben, sogar Anzeige zu erstatten.

Vorsätzliche Körperverletzung?

Aufgegeben wurde diese Anzeige am 14. Mai im Polizeirevier Halle-Neustadt. Wegen „Vorsätzlich einfacher Körperverletzung §223 StGB“, so steht es offiziell auf ihrer Bescheinigung über eine Anzeigenerstattung. Svitlana Luschik spricht von „einer Summe von vielen Einzelvorkommnissen, die meiner Tochter physisch und psychisch enorm geschadet haben“.

So soll Gruppentrainerin Natalia S. Katerina Luschik bei einem Wettkampf am 8. März im französischen Thiais unmittelbar vor dem Wettkampf ins Gesicht geschlagen haben. Mit der Bemerkung: „Damit du wach wirst.“ So berichtet es die Sportlerin.

Und es ist nicht der einzige Vorfall, den die Mutter der Gymnasiastin in ihrer Anzeige zu Protokoll gegeben hat und den die Tochter in ihrem Gespräch auf dem Revier am 4. Juni bestätigte. Schon bei einem Wettkampf eine Woche zuvor in Moskau habe sich ihre Tochter schikaniert gefühlt, berichtet Svitlana Luschik. Da soll Cheftrainerin Karina P. den Sportlerinnen vorher ausgeteilte Marken für Mittagessen und Abendbrot wieder abgenommen haben. Mit den Worten: „Wieso esst ihr? Hat euch Frau S. nicht gesagt, ihr sollt schlafen?“, berichtete die mit Essenentzug bedachte Gymnastin über den Vorfall.

Hinzu kamen ihren Schilderungen zufolge Demütigungen, Beschimpfungen als „fette Kuh“ und „dicke Schlampe“. „Jeden Tag im Training haben wir das zu hören gekriegt auf russisch“, berichtet Katerina Luschik. „Ich habe dann meine Mutter gefragt, was das denn eigentlich heißt. Und die war einfach nur entsetzt.“

Weitergabe von Medikamenten?

Vor dem Heim-Weltcup vom 20. bis 23. März in Stuttgart, so erzählt die Mutter, sei ihre Tochter krank gewesen. Fieber, Husten, Atemnot. Ihre zuständige Erzieherin sei daraufhin mit der Gymnastin am 19. März bei einem Allgemeinarzt in Schmiden gewesen. Dieser diagnostizierte eine starke Pollen-Allergie in Verbindung mit einem Virusinfekt und verordnete der Sportlerin Ruhe. Dennoch sollte Katerina Luschik auf Anweisung der Trainer den Wettkampf bestreiten. Kurz zuvor, so gab es die 16-Jährige zu Protokoll, habe ihr Karina P. im Beisein von Natalia S. Tabletten gegeben, die ihr helfen sollten. Mutter Svitlana Luschik, selbst damals in Stuttgart anwesend, erzählt: „Als die Trainerinnen wieder weg waren, habe ich das meiner Tochter untersagt und die Tabletten eingesteckt. Später hat sich herausgestellt, dass das ein verschreibungspflichtiges russisches Antibiotikum war.“ Um dies beweisen zu können, habe sie das Medikament aufgehoben und zwei der Pillen später der Polizei überlassen.

Weitere Informationen zur Anzeige und was die Trainerinnen zur den Vorwürfen sagen, lesen Sie auf Seite 2.

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