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Neuzugang beim Halleschen FC: Mike-Steven Bähre: Zeitarbeiter mit großen Ambitionen

HFC-Debütant Mike-Steven Bähre (r.) versucht, Wiesbadens Kapitän Kevin Pezzoni den Ball abzunehmen.

HFC-Debütant Mike-Steven Bähre (r.) versucht, Wiesbadens Kapitän Kevin Pezzoni den Ball abzunehmen.

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Halle -

Die Hektik nahm für Mike-Steven Bähre auch gestern Vormittag kein Ende. Erst das Auslaufen mit seinen neuen Teamkollegen auf der Rabeninsel, dann flink duschen und ab ins Auto. Von Halle nach Hannover, etwas mehr als zwei Stunden Fahrt. „Das ging letzte Woche alles so schnell“, sagte der 20 Jahre alte Zugang des Halleschen FC, „da konnte ich nur das Nötigste mitnehmen. Jetzt hole ich meine restlichen Sachen.“

Seine ersten Tage beim Drittligisten waren ereignisreich: Am Donnerstagabend telefonierten Bähre und HFC-Cheftrainer Stefan Böger ein zweites und letztes Mal vor dem Wechsel miteinander. Beiden gefiel, was der andere zu sagen hatte. Am Freitag fuhr Bähre also in die Saalestadt. Tags darauf ging es mit seinem neuen Klub zum Auswärtsspiel nach Wiesbaden. Bei der 0:1-Pleite am Sonntag spielte der 20-Jährige dann bereits eine Halbzeit lang. Nach nur einer Trainingseinheit mit dem Team. „Wir haben ihn nicht geholt, um ihn auf die Bank zu setzen“, begründete Stefan Böger, der Bähre bereits aus der U-16-Nationalmannschaft kennt, den Einsatz. „Es ist mit Hannover und Trainer Thomas Schaaf ganz klar abgesprochen, dass wir ihm hier ermöglichen, Spielpraxis oberhalb der Regionalliga zu sammeln.“

Kein Platz bei 96

Dort kickte Mike-Steven Bähre zuletzt für die zweite Mannschaft von Hannover 96. In drei Partien bereitete er einen Treffer vor. Mitte Dezember durfte der Offensivmann gegen die TSG Hoffenheim für 13 Minuten sogar in der Bundesliga ran. Doch das Gesicht von Hannover 96 hat sich im Winter verändert. Gerade im Angriff hat sich der abstiegsbedrohte Klub verstärkt. Mit Adam Szalai und Hugo Almeida schlossen sich namhafte Stürmer den 96ern an.

Da war für das 20 Jahre alte Talent aus dem niedersächsischen Garbsen kein Platz mehr. Mike-Steven Bähre musste den Verein verlassen, für den er seit 2009 spielte. Zumindest vorläufig. Er versteht das: „In der Situation, in der 96 steckt, einen jungen Spieler regelmäßig einzusetzen, ist einfach schwierig.“

Deshalb soll er beim HFC reichlich Spielzeit sehen. Das war in dieser Saison bislang nämlich kaum der Fall. Von Juni bis Oktober vergangenen Jahres fiel Bähre mit einem Knorpelschaden im Sprunggelenk aus. „Topfit bin ich zwar noch nicht wieder, manchmal zwickt es noch ein bisschen, aber das ist völlig normal“, sagt er. „Es geht auf jeden Fall voran.“ Genau wie hoffentlich bald auch die Abstimmung mit seinen neuen Kollegen.

Sich für die Bundesliga empfehlen

Sein Debüt stimmte Trainer Böger positiv: „Bei seinen Offensivaktionen hat man gesehen, dass da Schwung dabei ist, dass er den Ball beim ersten Kontakt wunderbar mitnehmen kann. Es gab ein paar Abstimmungsprobleme, aber das sei ihm verziehen.“ Zumal es in dieser Woche viel Zeit zur Arbeit daran geben wird: Böger hat den freien Dienstag nämlich gestrichen und eine Einheit angesetzt.

Mike-Steven Bähre freut das. Bis Saisonende hat Halle den jungen Offensivakteur ausgeliehen. Es ist der einzige Wintertransfer des Klubs. Bähre soll die Offensive verstärken. In Wiesbaden kickte er auf der linken Außenbahn. Aber: „Am wohlsten fühle ich mich eigentlich im Zentrum“, sagt er.

Ganz gleich, wo er künftig beim HFC zum Einsatz kommen mag: Mike-Steven Bähre ist ein Zeitarbeiter. Nach dem Saisonende wird er zu Hannover 96 zurückkehren. „Ich möchte mich im Bundesligakader durchsetzen“, sagt er. Die Zwischenstation auf dem Weg zu diesem großen Ziel heißt Halle. (mz)