Vorlesen

Motosport: Team Vettel/Schumacher unschlagbar bei Race of Campions

Uhr
Als Duo nicht zu schlagen: Sebastian Vettel (l) und Michael Schumacher. (FOTO: DPA) 
Im Duo erneut unschlagbar: Zum sechsten Mal in Folge haben Michael Schumacher und Sebastian Vettel den Teamwettbewerb beim Race of Champions gewonnen. Der sportliche Wert des Spektakels zum Jahresende war überschaubar - der Zuschauerzuspruch ebenfalls.
Drucken per Mail
Bangkok/sid. 

Kein Zweifel, rund um das Siegerpodest herrschte Partystimmung. Mit der Routine von insgesamt zehn Weltmeistertiteln köpften Michael Schumacher und Sebastian Vettel ihre Champagnerflaschen, entleerten den teuren Inhalt über Sat.1-Reporterin Andrea Kaiser.

Unter dem Nachthimmel von Bangkok feierten die Formel-1-Heroen ihren sechsten Sieg in Folge im Teamwettbewerb des Race of Champions. „Ein historischer Tag“ sei das, sagte Schumacher. Auf den Tribünen des riesigen Rajamangala Nationalstadions fand das Spektakel des Motorsports dagegen kaum Anklang. Nur spärlich hatten sich die Ränge der 60.000 Zuschauer fassenden Leichtathletik-Arena gefüllt, nicht einmal 10.000 Fans verloren sich zum Teamwettbewerb im weiten Rund - Stimmung kam auf den Tribünen nicht auf.

Kein Vergleich also zu den vergangenen beiden Jahren, als Vettel und Schumacher im gut gefüllten Düsseldorfer Stadion Heimsiege gefeiert hatten. Die Rechnung mit Thailand ging nicht auf für die Veranstalter. Den Hauptdarstellern war das sichtlich egal. „Noch nicht einmal Michael hatte es bisher geschafft, sechs Titel in Folge zu gewinnen. Das will schon was heißen“, sagte der 25-jährige Vettel.

Der Jubel war authentisch nach dem Sieg im Finale gegen das französische Team. Formel-1-Kollege Romain Grosjean und Rallye-Pilot Sebastien Ogier hatten beim 2:0-Sieg von Team Deutschland keine Chance. Auf der anschließenden Ehrenrunde malte Vettel mit qualmenden Reifen Kreise auf den Asphalt. Schumacher dachte wenig später schon an den siebten Sieg, denn sieben, das sei seine Glückszahl.

„Liebend gerne kommen wir nächstes Jahr wieder und messen uns mit den anderen Fahrern“, sagte der 43-Jährige. Gleich im Anschluss stürzten sich die Piloten in die Thailänder Nacht - ausgiebiges Feiern ist ebenso selbstverständlich beim Race of Champions wie der Sieg von Team Deutschland. „Wir müssen mal schauen, wie hart der Abend wird. Dann sehen wir, was im Einzelwettbewerb noch drin ist“, sagte Vettel. „Ein bisschen Champagner ist ja noch da“, warnte Schumacher schmunzelnd vor.

Viel war am Sonntag nicht mehr drin für die Deutschen - wie in den Vorjahren. Ausgerechnet Grosjean nutzte die Gelegenheit zur Revanche. Im Viertelfinale schaltete er zunächst Vettel aus, Schumacher musste sich dem Franzosen im Halbfinale geschlagen geben. Anschließend krönte sich der 26-Jährige im Finale gegen Le-Mans-Rekordsieger Tom Kristensen aus Dänemark zum „Champion of Champions“.

Erneut also kein deutscher Einzelsieger beim Spektakel. Zum 25. Mal feierte die Motorsportwelt mit dem Race of Champions sich selbst. Traditionell bringt es einige der besten Fahrer aus verschiedenen Rennserien zusammen, die in unterschiedlichen Fahrzeugen antreten. „Es ist toll, die Piloten aus den anderen Kategorien kennenzulernen und zusammen etwas zu unternehmen“, sagte Vettel.

Auch der frühere Formel-1-Pilot David Coulthard und der spanische Motorrad-Weltmeister Jorge Lorenzo gehörten am Wochenende zum Fahrerlager. Der sportliche Wert hält sich dabei stets in Grenzen, es zählt das kurzweilige Spektakel. Auch in Bangkok folgte im Turniersystem Rennen auf Rennen, basslastige Musik dröhnte aus den Boxen im Stadion, in jeder freien Minute stürmten zahlreiche Cheerleader die Piste. Das Race of Champions ist eher Abschlussball als sportlicher Wettkampf.

„Es ist sehr entspannt hier“, sagte auch Vettel: „Man tritt gegeneinander an, danach geht man zusammen etwas trinken und hat Spaß.“ Der mäßige Zuschauerzuspruch störte da kaum. Für Schumacher war es zudem der motorsportliche Abschluss eines besonderen Jahres.

Drei Wochen nach dem letzten Formel-1-Rennen seiner Karriere wehrte Fragen nach seiner Zukunft weiterhin ab. „Warum machen sich alle Sorgen, was ich jetzt mache?“, fragte der gutgelaunte siebenmalige Weltmeister: „Es ist schön, keine Pläne haben zu müssen. Der Kalender fürs nächste Jahr ist eh schon wieder viel zu voll.“ Mindestens einmal will Schumacher aber auch 2013 ins Cockpit steigen. Die sieben ist schließlich seine Glückszahl.

Auch interessant