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Hockey: Der DHB verzichtet auf die Ausrichtung der World League

Uhr | Aktualisiert 28.01.2013 17:04 Uhr
Der Deutsche Hockey-Bund verzichtet auf die Austragung der World League. (FOTO: DPA) 
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Der Plan war vielversprechend: Der DHB richtet die Premiere der neuen World League in Mannheim aus und steigert so die Chance seiner Teams, sich im Heimspiel direkt für die WM 2014 zu qualifizieren. Doch da die finanzielle Unterstützung fehlt, muss der klamme Verband passen.
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Hamburg/dpa. 

Der finanziell nicht auf Rosen gebettete Deutsche Hockey-Bund (DHB) verzichtet aus wirtschaftlichen Gründen auf die Ausrichtung der neuen World League. Da die öffentlichen Fördermittel nicht ausreichen, nahm der klamme und trotz des erneuten Olympiasiegs seiner Herren in London seit Jahresende auch noch ohne Hauptsponsor dastehende DHB von seinen Plänen Abstand. Sie sahen vor, im Sommer in Mannheim Gastgeber der World-League-Premiere für Damen und Herren zu sein, die als Qualifikation zur WM 2014 gewertet wird. Nun ist alles anders und schwieriger: Die DHB-Damen treten in den Niederlanden und die Herren in Malaysia an, teilte der DHB am Montag mit.

„Dieses hohe finanzielle Risiko konnten wir nicht eingehen“, sagte Torsten Bartel, DHB-Vorstand für Kommunikation und Marketing, der Nachrichtenagentur dpa am Montag. Zahlen nannte er nicht. Doch nach dpa-Informationen hat der Verlust des Hauptsponsors (Hyundai) bei dem seit langem erfolgreichsten olympischen Ballsport-Verband ein Loch von rund 250 000 Euro gerissen. Das finanzielle Risiko als World League-Ausrichter hätte wohl noch höher gelegen, da blieb keine Wahl.

„Wir mussten feststellen, dass das Turnier in Deutschland zurzeit nicht finanzierbar ist“, so Bartel. Angesichts anderer hochrangiger Sportveranstaltungen in Deutschland in diesem Jahr wie der Kanu-WM in Duisburg und der Volleyball-EM (in mehreren Städten) wäre der DHB mit der „noch zur Verfügung stehenden öffentlichen Förderung nicht ansatzweise ausgekommen.“ Zudem sei das neue World League-Format weitgehend unbekannt und erscheine weniger förderungswürdig, „auch wenn es für uns fast das wichtigste Turnier des Jahres darstellt“.

Denn durch den Verlust des Heimvorteils wird für die DHB-Teams das Lösen der WM-Tickets nicht einfacher. Vor allem die mitten im Umbruch steckenden Damen werden sich strecken müssen, um zu jenen Teams zu gehören, die via World League zur WM gelangen. Ansonsten bliebe für sie ebenso wie für die DHB-Herren als letzte Qualifikationschance der Sieg bei der Europameisterschaft Ende August in Antwerpen.

Das Olympiasieger-Team von Herren-Bundestrainer Markus Weise tritt am vorgesehenen Termin vom 27. Juni bis 7. Juli statt in Mannheim nun in Malaysia an. Die DHB-Damen müssen sich auf ein früheres Turnier einstellen, das vom 12. bis 23. Juni in Rotterdam stattfindet. Der DHB richtet nun im Sommer die Juniorinnen-WM in Mönchengladbach aus.

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