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Handball-Länderspiel: Deutsche besiegen Rumäninnen

Uhr | Aktualisiert 26.11.2012 16:50 Uhr
Anja Althaus hat die gegnerische Abwehr durchbrochen und holt zum Torwurf aus. (FOTO: DPA) 
Die deutsche Handball-Nationalmannschaft der Frauen hat ihr letztes Testländerspiel vor der EM-Endrunde in Serbien in imponierender Art und Weise und unerwartet hoch gewonnen.
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Hamm/dapd. 

Ihr 200. Länderspiel war für Anja Althaus in vielerlei Hinsicht besonders. Der Wechsel aus Dänemark zum Thüringer HC hat ihr neuen Elan verliehen. Den möchte die Kreisläuferin auch bei der bevorstehenden Handball-EM unter Beweis stellen.

Anja Althaus tanzte zum passenden Song der Toten Hosen beschwingt am Spielfeldrand. «An Tagen wie diesen», dröhnte es aus den Lautsprechern der Maxipark-Arena, «wünscht man sich Unendlichkeit.» Der Tag in Hamm war für Anja Althaus so ein unvergleichlicher Tag: In ihrem 200. Länderspiel war die Kreisläuferin mit sechs Toren beste Werferin und führte die deutsche Handball-Auswahl zu einem triumphalen 30:9-Schützenfest gegen Rumänien. «Wir haben echten Handball aufs Feld gezaubert. Danke an die Mannschaft für das tolle Geschenk», sagte die 30 Jahre alte Jubilarin.

Mit ebenso viel Freude und Eifer wie im Spiel gegen die unerwartet harmlose rumänische B-Mannschaft stürzte sich die gebürtige Magdeburgerin in die «dritte Halbzeit» - das Bad in der Menge. Während sie unentwegt Autogramme auf Programmhefte und T-Shirts schrieb, plauderte sie gelöst über die Nationalmannschaft und ihren Wechsel zum Thüringer HC.

«Nur neun Gegentore in einem Spiel gegen Rumänien - das muss mal einer nachmachen», befand Althaus. Denn als Reservespielerin und Co-Kommentatorin fürs Fernsehen kann sie sich noch bestens an die WM 2007 erinnern: Die deutsche Mannschaft gewann in Paris das Spiel um Platz drei gegen Rumänien mit 36:35 nach Verlängerung.

Zu jener Zeit hatte sie in ihrer ersten Saison beim dänischen Spitzenclub Viborg HK gerade eine Schulteroperation überstanden. Anschließend begann dort für die Kreisläuferin die erfolgreichste Zeit ihrer Vereinskarriere. Gemeinsam mit Rekord-Nationalspielerin Grit Jurack gewann sie unter anderem 2009 und 2010 die Champions League. «Ich hatte in Dänemark eine überragende Zeit. Da bin ich sehr, sehr dankbar für das, was ich alles erlebt habe. Aber zum Schluss war es nicht mehr dasselbe», sagte sie im Rückblick.

Seit Beginn dieser Saison spielt Anja Althaus für den Thüringer HC. Mitgebracht in ihre neue Heimat hat sie nicht nur die internationale Erfahrung und die Lust, auch mit dem deutschen Meister in der Königsklasse und im Europacup aufhorchen zu lassen, sondern auch ihren Freund Nicolai Hansen. Der peilt mit dem Tabellendritten ThSV Eisenach den Aufstieg in die Bundesliga an. «Ich fühle mich total wohl da. Mein Freund fühlt sich wohl, das ist die Hauptsache», erzählte sie.

Und beim Thüringer HC ist Anja Althaus neu motiviert. «Ich habe durch den Wechsel neue Energie gewonnen.» Diese will sie nun auch mit der Nationalmannschaft bei der EM ab dem 4. Dezember in Serbien einsetzen. In der Vorrunde in Novi Sad sind Spanien, Ungarn und Kroatien die Kontrahenten. Mindestens Rang drei ist nötig, um in die Hauptrunde einzuziehen.

«Wir nehmen eine Menge Selbstvertrauen mit und dass es einfach klappt, wenn wir zu 100 Prozent da sind. Aber auch diese gewisse Lockerheit. Es war toll, so viele Mädels lachen zu sehen. Ich fand das faszinierend. Es hat Spaß gemacht», sagte Anja Althaus und wandte sich den nächsten Fans für ein Foto zu.

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