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Handball-EM: Althaus wirft DHB-Frauen in Hauptrunde

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Konter

Anja Althaus (m) setzt sich gegen die Serbin Tatjana Medved durch. (FOTO: DPA)

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Mit einem zweiten Kraftakt haben die deutschen Handball-Frauen vorzeitig die Hauptrunde bei der Europameisterschaft in Mazedonien erreicht.
Skopje/dpa. 

Dank eines Kontertores von Anja Althaus 24 Sekunden vor Schluss besiegte der WM-Dritte im zweiten Vorrundenspiel am Donnerstag in Skopje Serbien mit 32:31 (17:15). Nach dem 25:22-Auftaktsieg gegen Mazedonien hat die deutsche Mannschaft 4:0 Punkte und spielt am Samstag (18.15 Uhr/DSF) gegen Kroatien um den Gruppensieg.

Getrübt wurde die Freude über den wichtigen Sieg in dem hart umkämpften Spiel durch den Ausfall von Nadine Krause. Die ehemalige Welthandballerin Krause musste nach einem Zusammenprall mit Verdacht auf Gehirnerschütterung vom Feld (36.). Vor 1500 Zuschauern in der Halle «Boris Trajkovski» war Grit Jurack mit acht Toren die beste Werferin in der Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB). «Das war unglaublich. Wir haben zu viele Fehlwürfe gehabt, um das souverän runterzuspielen. Dass wir mit Glück mit dem letzten Ball zwei Punkte holen, ist überaus erfreulich. Wir sind in die Hauptrunde eingezogen, jetzt zieht hoffentlich mehr Ruhe ein», sagte Bundestrainer Armin Emrich erleichtert.

Zunächst aber wurde die Geduld der deutschen Spielerinnen auf eine harte Probe gestellt. Der Spielboden in der Halle war spiegelglatt und musste in aller Eile komplett gesäubert werden. Somit verzögerte sich der Spielbeginn aus Sicherheitsgründen um 45 Minuten. Nach der Erwärmung in einer Nebenhalle mussten sich die Spielerinnen wieder für mehr als eine halbe Stunde in die Kabine zurückziehen.

Nach dem Abzug der Putzkolonne lief bei der DHB-Auswahl lange nicht alles alles glatt. Die Abwehr hatte große Schwierigkeiten, sich auf die wurfgewaltigen serbischen Rückraumspielerinnen Andrea Lekic und Sanja Damnjanovic einzustellen. Hinzu kam, dass Torfrau Clara Woltering nicht wie im Eröffnungsspiel zu ihrer Form fand und schon nach 18 Minuten durch die bessere Sabine Englert ausgetauscht wurde.

Im Angriff fehlte es dem deutschen Spiel an der gewissen Portion Esprit, um die robuste serbische Deckung auszuhebeln. Die erzwungenen Würfe dann wurden eine Beute der sicheren Katarina Tomasevic im serbischen Tor. Eine 7:5-Führung verlor der WM-Dritte wieder und lag seinerseits beim 12:14 (25.) mit zwei Toren zurück. Mit dem Wechsel von Nina Wörz für Anna Loerper auf der Spielmacher-Position zog mehr Struktur ins deutsche Spiel ein und initiierte einen Zwischenspurt. Mit fünf Toren in Serie setzte sich der EM-Vierte auf 17:14 (29.) und erstmals drei Tore Vorsprung ab.

In der zweiten Halbzeit hielt das Team um Kapitän Jurack die Führung, musste aber weiter um jeden Ball kämpfen. Einen Rückschlag erlitt der WM-Dritte durch den Ausfall von Krause und vorübergehend auch Kreisläuferin Althaus wegen eines Tritts in den Rücken. Zunächst blieb die DHB-Auswahl in Führung. Doch zog Nervosität ein, leichte Fehler häuften sich und beim 29:29 (54.) war der 28:24-Vorsprung (47.) aufgebraucht. Erst Althaus erlöste das Team.

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