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Handball: «Das tut der ganzen Liga gut»

Uhr | Aktualisiert 23.12.2012 17:52 Uhr

Der THW Kiel verlor sensationell gegen die MT Melsungen. (FOTO: DPA)

Die MT Melsungen hat dem THW Kiel am Sonntagabend nach 51 Bundesliga-Spielen, 101:1 Punkten und 585 Tagen wieder eine Niederlage beigebracht. Und das in der Kieler Ostseehalle. Christoph Pluschke sprach mit Melsungens Trainer Michael Roth über den Erfolg.
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Köln/Kiel/mz. 

Die MT Melsungen hat dem THW Kiel am Sonntagabend nach 51 Bundesliga-Spielen, 101:1 Punkten und 585 Tagen wieder eine Niederlage beigebracht. Und das in der Kieler Ostseehalle. Christoph Pluschke sprach mit Melsungens Trainer Michael Roth über den Erfolg.

Herr Roth, Sie haben als Trainer mit der MT Melsungen den großen THW Kiel geschlagen - wie fühlt man sich nach einer solch historischen Tat?

Michael Roth: Als ich heute morgen aufgewacht bin, konnte ich es immer noch kaum glauben, man realisiert so etwas erst mit einiger Verspätung. In erster Linie bin ich unheimlich stolz auf das, was die Mannschaft am Sonntagabend geschafft hat. Seit Spielende habe ich etwa 130 SMS bekommen, das ganze Land scheint Anteil zu nehmen. Viele haben ja auch im Fernsehen zugesehen und ihren Augen nicht getraut. Dieses Ergebnis tut sicherlich auch der gesamten Liga gut, das sage ich ganz ohne Schadenfreude in Richtung Kiel. Es zeigt: Man kann es auch gegen den THW schaffen, wenn man nur wirklich dran glaubt.

Haben Sie vor dem Spiel im Ernst auf einen solchen Erfolg spekuliert?

Roth: Ein Sieg gegen und in Kiel ist eigentlich ein schier unmögliches Unterfangen. Aber ich stelle mich natürlich in der Mannschaftsbesprechung niemals vor die Spieler und verkünde, dass wir keine Chance haben. Sagen wir mal so: Wir wollten uns in Kiel wehren, mitspielen und auf keinen Fall kampflos ergeben. Unser Ziel war es, den Gegner aus seinem gewohnten Rhythmus zu bringen. Wenn man eine Spitzenmannschaft wie den THW Kiel dazu zwingt, über sich nachzudenken, dann hat man es beinahe schon geschafft.

Das ist das ganze Erfolgsrezept?

Roth: Das klingt einfacher, als es in Wirklichkeit war. Wir waren allerdings an diesem Tag auch die bessere Mannschaft, das steht fest. Man muss jedenfalls an sich glauben, sonst wird's nix. So einen großen Sieg feierst du vielleicht nur einmal im Leben, aber man muss auch für Wunder bereit sein.

Wer wird deutscher Meister?

Roth: Der THW Kiel. Er wird seine Lehren aus dieser Niederlage ziehen. Das wird die Konkurrenz zu spüren bekommen.

Und Sie sind schuld?

Roth: Das kann man so sagen.

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