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RBL-Chef Oliver Mintzlaff: Teil 2: So will RB Leipzig Millionen einsparen

Noch-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff im Trainingslager von RB Leipzig in Belek

Noch-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff im Trainingslager von RB Leipzig in Belek

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Gepa Pictures / Roger Petzsche

Belek -

RB Leipzigs Präsident und Interims-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff hat am Donnerstag nicht nur über ganz konkrete Themen wie der Suche nach einem neuen Chef-Trainer, Stadionbau sowie der Neubesetzung des Geschäftsführerpostens – möglicherweise durch eine Frau – gesprochen. Der 40-Jährige berichtete im Trainingslager – im Trainingsanzug statt wie gewohnt im feinen Zwirn – auch ungewöhnlich offen über sein Vorhaben und Ziele bei der Umstrukturierung des Klubs und der Sponsorensuche. RB Leipzig müsse nun generell „deutlich aktiver” werden, um künftig effizienter und wirtschaftlicher zu arbeiten, sagte Mintzlaff.

Umstrukturierungen im Verein

Neben der Position des Geschäftsführers muss Mintzlaff noch zwei weitere administrative Führungspositionen besetzen, die des scheidenden Finanz-Abteilungsleiters Frank Zimmermann und die wichtige Stelle des Marketing-&-Sales-Chefs. Zumindest letztere Abteilung soll in einigen Wochen wieder einen Leiter haben. Doch auch darüberhinaus prüft Mintzlaff alle Strukturen auf der Geschäftsstelle. „Wir sind so rasant gewachsen”, sagte er. „Da verschieben sich natürlich auch Strukturen: Mitarbeiter müssen mehr Verantwortung übernehmen und gegebenenfalls andere Positionen ausfüllen.” Um den Verein effizienter führen zu können – auch finanziell – plant Mintzlaff wie ein Unternehmensberater.

„Wir spielen sicher nicht die Reise nach Jerusalem und jeder Mitarbeiter nimmt einen neuen Posten ein”, sagte er. „Aber aus der Erfahrung heraus, die wir als Führungsteam haben, werden sich im Verein sicher Verschiebungen der Aufgaben und Kompetenzen ergeben.”

Bei RBL-Schwester-Klub New York Red Bulls sparte Mintzlaff in der vergangenen Saison 30 Millionen Dollar ein. Auch in Leipzig will er durch seine Effizienzstrategie „siebenstellige Summen” freimachen. „Wir möchten jeden Euro so sinnvoll wie möglich ausgeben”, sagte der Marketingprofi. „Wir haben in der Vergangenheit einen gewissen Anschub genossen, um Prozesse ins Laufen zu bringen. Jetzt erwarte ich von jedem einzelnen noch viel mehr unternehmerisches Handeln ein – von der Servicekraft bis zum Abteilungsleiter.” In diesem Punkt habe RB „noch Nachholbedarf”.

Sponsorensuche

„Bisher”, sagte Oliver Mintzlaff, „wirft nur der Hospitality-Bereich Cash ab, den Rest haben wir vernachlässigt.” Nun gelte es, diese Einnahmequellen zu aktivieren. Bereits zur neuen Saison werde RB neue Partnerschaften mit externen Sponsoren eingehen. „Uns geht es nicht nur darum, viele Sponsoren zu haben, sondern strategische Partnerschaften zu schließen. Entscheidend ist: Wie kann man gemeinsame Synergien umsetzen? Diese Art des Sponsorings ist für mich viel wertvoller, als wenn ein Unternehmen nur die Werbebanden kauft”, argumentierte Mintzlaff.

Auch kleinere Unternehmen könnten dabei in den Fokus rücken. „Wir werden uns jedoch sauber gegenüber den anderen Leipziger Klubs verhalten, werden keinem etwas wegnehmen”, versprach der Interimsgeschäftsführer. „Aber wir merken, dass es ein großes Interesse an uns gibt, das wir bisher noch nicht ausgeschöpft haben.” (mz)



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