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Matchwinner gegen Heidenheim: Spielmacher Massimo Bruno reißt RB Leipzigs Spiel an sich

RB Leipzig

Die Leipziger Rani Khedira (l-r), Massimo Bruno und Marcel Halstenberg jubeln.

Foto:

dpa

Leipzig -

Seinen ersten Einsatz hatte Massimo Bruno am Mittwochabend auf den Videowänden in der Leipziger Arena. In der Halbzeitpause der Partie zwischen RB Leipzig und dem 1. FC Heidenheim warb der französisch sprechende Italo-Belgier mit charmantem Akzent für ein Nachwuchsprojekt der Leipziger. Kurz darauf dann zu Beginn der zweiten Hälfte stand Bruno auch leibhaftig auf dem Platz, machte sich warm, nahm noch ein paar letzte Instruktionen von Co-Trainer Zsolt Löw entgegen und setzte auf dem Spielfeld wichtige Akzente.

Wie der 22-Jährige dazu beitrug den 0:1 Halbzeitrückstand in einen 3:1-Sieg zu drehen, war beeindruckend. Er legte zwar keinen Treffer direkt auf, belebte aber das Angriffsspiel mit seiner Technik und einem selbstbewussten Auftritt (20 angekommene Pässe, 3 Torschüsse) spürbar. Nach der Partie wurde Neuzugang Bruno von seinen Mitspielern und Trainer Ralf Rangnick dementsprechend gelobt. „Er hat uns Tempo gebracht, Dribblings, war torgefährlich und hat dafür gesorgt, dass wir mehr Personal vorne hatten”, sagte Yussuf Poulsen regelrecht euphorisch. „Das hat uns in der ersten Halbzeit gefehlt.” Mit Bruno führte Poulsen aus, seien dann immer „drei, vier, fünf, sechs Leute um die Box herum” gewesen. „Massimo ist super in den kleinen Räumen, er hat heute einen tollen Auftritt gehabt.”

Rangnick: „Ein Tor wäre Bruno zu gönnen”

Rangnick lobte seinen für den schwachen Sefan Ilsanker eingewechselten Spielmacher ebenfalls. Der RBL-Cheftrainer hat Bruno offenbar als Spezialist ausgemacht, um in zähen Spielphasen und/oder Rückständen helfen zu können. „Wir haben das Spiel gedreht, er hat bewiesen, dass er uns in solchen Situationen helfen kann und ein belebendes Element ist”, sagte Rangnick. „Schade, dass er kein Tor gemacht hat, das wäre ihm mal zu gönnen und würde ihm sicher zusätzlichen Rückenwind geben.” In der 59. und 79. Minute hatte „Beau” Bruno jeweils gute Schusschancen, verfehlte aber das Tor zunächst aus spitzem Winkel knapp und scheiterte danach am starken Heidenheimer Keeper Kevin Müller.

Bruno selbst wollte oder sollte sich nach dem Spiel nicht in der Mixed Zone äußern. Überhaupt ist das einst mit der Bürde von fünf Millionen Euro Ablöse nach Leipzig gewechselte und zu Salzburg weiter verliehene Offensivtalent einer der öffentlich am wenigsten präsenten Spieler bei Rasenballsport. Das liegt einerseits an seiner zurückhaltenden Art und den noch mangelnden Deutsch-Kenntnissen; aber vor allem an seiner ausbaufähigen Saison. Bei 16 Einsätzen wurde er acht Mal nur eingewechselt. Kein Tor und zwei Assists sind angesichts seiner Qualität deutlich zu wenig. Als „Problembär” wurde Bruno in der Leipziger Volkszeitung tituliert. Steigerungspotenzial ist also noch jede Menge vorhanden. Doch beim wichtigen Erfolg gegen Heidenheim war Bruno präsent wie selten – nicht nur wegen seines zusätzlichen Einsatzes auf der Videowand. (mz)