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Höchter Saisonsieg im Ostduell: RB Leipzig elektrisiert gegen Union Berlin

Dominik Kaiser trifft zum 1:0 für RB Leipzig.

Dominik Kaiser trifft zum 1:0 für RB Leipzig.

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Leipzig -

Dominik Kaiser hatte nach dem Spiel nur ein Problem. Bevor der Mann des Tages bei RB Leipzig die Fragen der Reporter beantworten konnte, musste er noch einmal in den Stadioninnenraum, um sein Trikot einem der vielen, wartenden Fans zu schenken. Dumm, dass Kaiser nicht mehrere Leibchen zur Verfügung hatte, denn nach seiner Gala-Vorstellung beim hochverdienten 3:0 (2:0)-Sieg gegen Union Berlin war das Jersey mit der Nummer 24 heiß begehrt.

Kaiser absolvierte im Ostduell seine wohl beste Leistung in dieser Spielzeit; nicht nur wegen seines Führungstreffers zum 1:0 (14.) und seiner perfekten Vorlage zum 3:0 durch Yussuf Poulsen (52.). Innenverteidiger Willi Orban hatte nach einer Kopfballablage seines Abwehrkollegen Marvin Compper zum 2:0 getroffen (25.).

„Wir haben von der ersten Minute an gemerkt, dass die Aktionen gut passen, wir als Mannschaft da sind und dass unser Stil erfolgreich sein wird“, sagte RBL-Kapitän Kaiser zufrieden. „Dass ich mich mit dem 1:0 belohnt habe, tut doppelt gut.“ Trainer Ralf Rangnick war vor allem mit der ersten Stunde des Spiels hoch zufrieden, erklärte den höchsten Saisonerfolg seiner Mannschaft mit der „Wucht und Synchronität“ seines Teams im Spiel gegen den Ball. „Alle elf Spieler waren heute ,on fire“. Ich hatte den Eindruck, dass man einen Stromschlag kriegt, wenn man einen von denen berührt“, sagte Rangnick.

Vor dem Spiel war viel vom Protest der etwa 4 500 Union-Anhänger gesprochen worden. Die blieben wie angekündigt in der ersten Viertelstunde draußen. Die RBL-Fans nutzten die Absenz der Gäste, um ihrerseits lautstark Stimmung zu machen. Dazu zeigten die Rasenballsport-Anhänger ein schönes Blockbanner, auf dem eine Schar Ritter in RB-Montur zu sehen waren, die das Zentralstadion bewachen. Auch RB Leipzig kann „eisern“ sein, sollte das wohl heißen. Als die echten „Eisernen“ von Union dann begleitet von gellenden Pfiffen der Leipziger die Gästeränge enterten, stand es bereits 1:0. Der vor allem in der ersten Halbzeit starke Emil Forsberg hatte von der linken Außenbahn nach innen geflankt, wo zunächst Marcel Sabitzer verpasste, Kaiser jedoch vollstreckte. Als die Ostberliner verspätet Platz nahmen, explodierten auch zwei Böller im Gästeblock. Sonst blieb die Partie vor insgesamt 30 964 Fans stimmungsvoll und friedlich.

Bemerkenswert war, mit welcher Effektivität und Dominanz RB auftrat. Nach dem 0:1 auf St. Pauli hatte noch die schwache Chancenverwertung am Millernor im Fokus gestanden. Doch gegen die mit acht Verletzten angetretenen Unioner nutzte RB gleich die ersten beiden ersten, großen Gelegenheiten. „Wir haben schnell gespielt, aber waren effizienter als gegen St. Pauli. Das machte den Unterschied“, sagte der auffällige Rani Khedira. Torhüter Peter Gulacsi, der den noch immer verletzten Fabio Coltorti vertrat, resümierte: „Das waren die besten 90 Minuten, die wir in dieser Saison gespielt haben. Wir waren sehr dominant und haben nichts zugelassen. Das war ein hochverdienter Sieg für uns.“

Auch, weil die Defensive um Orban und Compper einen super Job machte. Anders als gegen St. Pauli erstickten die RB-Verteidiger jeden Gegenstoß-Versuch der Gäste im Keim. Die zuletzt kritisierte Positionierung bei der Absicherung passte perfekt. Dazu belohnten sich beide mit einer gelungenen Co-Produktion zum 2:0. Nach einem Lupfer von Diego Demme in den Strafraum hatte Compper seinem Kumpel und Zimmernachbarn Orban den Ball aufgelegt. „Ich bin happy, dass der Willi endlich auch mal ein Tor geschossen hat und bei ihm der Knoten geplatzt ist. Es ist gut, wenn viele torgefährlich sind, dann sind wir schwerer auszurechnen“, sagte Compper.

Und auch Yussuf Poulsen belohnte sich mit einem Torerfolg - sein vierter Saisontreffer. Vorausgegangen war ein 35-Meter-Traumpass von Khedira und die Volley-Hereingabe von Kaiser. „Das dritte Tor war das Sahnehäubchen“, lobte Rangnick. „Das beinhaltete viel von dem, wofür wir stehen.“ So stand am Ende des Abends die Einschätzung von Gästetrainer Sascha Lewandowski. „Wie RB Leipzig sein Spiel umsetzt“, sagte er, „das ist guter Erstliga-Fußball.“ (mz)