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Fanhymne bei RB Leipzig : „Das ganze Stadion muss mittoben”

Fans

Lautstarke Unterstützung hat RB Leipzig bereits jetzt. Was fehlt, ist eine eigene Fan- bzw. Vereinshymne.

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Imago/Picture Point

Leipzig -

„Wir sind Leipzig, Rasenballsport Leipzig”, tönte es beim letzten Heimspiel vor der Winterpause durch die Stadionmikrofone der Leipziger Arena. Bereits in der Halbzeitpause des Spiels gegen den FSV Frankfurt hatte die Videobotschaft des Leipziger Thomanerchors viel Zustimmung unter den RBL-Anhängern gefunden. Als der Song nach dem euphorisierenden 3:1-Sieg noch einmal gespielt wurde und die nach Abpfiff noch im Stadion verbliebenen Fans lautstark einstimmten, kam endgültig Gänsehautatmosphäre auf.

Man darf dieses kurze Filmchen mit Beteiligung des berühmten Leipziger Knabenchors durchaus als Testlauf des Klubs für eine eigene Vereinshymne werten. Wie nun bekannt wurde, arbeitet RBL – wohl unter anderem gemeinsam mit der Plattenfirma Sony/BMG – auch selbst an einem Stadionsong. Die Leipziger Volkszeitung hatte berichtet, dass neben den Thomanern auch Ex-Thomaner und Prinzen-Frontmann Sebastian Krumbiegel involviert sei. Doch das bestätigten Verein und Krumbiegel selbst auf MZ-Nachfrage, sei keinesfalls spruchreif. Demnach prüfe der Verein verschiedene Optionen, Krumbiegel ist eine davon. Der Sänger selbst – regelmäßiger Gast bei Heimspielen von Rasenballsport – bestätigte zwar sein grundsätzliches Interesse, doch noch sind weder Text noch Melodie vorhanden. Krumbiegel geht im März zunächst mit seiner Band auf Tournee. Doch bis zum Start der kommenden Saison – dann soll der Song möglichst fertig sein – ist nur noch ein halbes Jahr Zeit.

Ursprünglich war die Idee, eine Fanhymne für den Red-Bull-Klub zu kreieren, aus dem Fanverband gekommen. Fanvertreter Ken Hartung trägt das Vorhaben schon seit Jahren vor. Im Oktober vergangenen Jahres dann sicherte der Verein den Fans zu, die Suche nach der Hymne zu unterstützen und diese auch im Stadion beim Einlaufen abzuspielen, wenn ein vernünftiger Song zustande kommt. Da es bis Mitte Februar dauerte, ehe der Fanverband zu Einsendungen aufrief, war RBL offenbar parallel aktiv geworden. Bei Facebook hatte es daraufhin entrüstete Kommentare einiger Anhänger gegeben. Doch die Fanvertreter gehen damit entspannt um. Schließlich könne RB auch zwei Hymnen vertragen – eine Vereins- und eine Fanhymne, sagt Thomas Herfurth, ebenfalls Fanvertreter, „das gibt es bei anderen Vereinen auch”. Der Arbeitsgemeinschaft Fanhymne war bereits bekannt, dass RB zweigleisig plant.

Laut Herfurth seien seit dem Aufruf am 15. Februar schon zahlreiche Einsendungen eingegangen, darunter auch professionell aufgenommene Songs. Unter den RB-Fans seien auch professionelle Musiker, die bereits seit mehreren Monaten an einem Stadionlied arbeiten. „Wichtig ist”, sagt Herfurth, „dass Fans für Fans singen. Das ganze Stadion muss mittoben, alle müssen dahinterstehen.” Um das zu gewährleisten stellt sich der Fanverband folgendes Prozedere vor: Unter den erwarteten 20 bis 30 Einsendungen wollen die gewählten Fanvertreter fünf Songs auswählen. Aus diesen soll dann per Abstimmung im Netz der beste Song gewählt werden. Infrage kommen nur eigens gedichtete und komponierte Hymnen, keine berets bestehenden Fansongs. Wenn sich auf ein Lied festgelegt wurde, wollen die Rasenballsport-Anhänger das in einer großen Halle mit etwa 1000 Fans proben. Findet der Song Akzeptanz bei den Anhängern, darf er voraussichtlich ab Saisonbeginn 2016/17 gespielt werden.

Übrigens: Auch für RB Leipzig wären zwei Hymnen kein Problem. RBL-Sprecher Benjamin Ippoliti sagt: „Es wäre für beide Varianten genügend Platz.” Es wird also künftig nicht nur während des Spiels, sondern bereits vor Anpfiff reichlich Gelegenheit zum Singen geben bei RB Leipzig. (mz)