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Erstes RB-Leipzig-Talent in der 2. Liga: Wie Idrissa Touré seinen Aufstieg erlebte

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Idrissa Touré ist das erste RB-Talent, das den Sprung zu den Profis geschafft hat. Gegen 1860 feierte er sein Debüt.

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imago/Jan Huebner

Leipzig -

Als Ralf Rangnick am Sonntagnachmittag zum zweiten Mal wechselte, ereignete sich in der Leipziger Arena durchaus Bemerkenswertes. Massimo Bruno trabte nach einer ordentlichen Partie vom Spielfeld, klatschte erst in Richtung Zuschauer und dann mit Idrissa Touré ab.

Der 17-Jährige durfte inklusive Nachspielzeit noch vier Minuten helfen, den 2:1-Sieg gegen 1860 München zu sichern. Der Einsatz des Youngsters in der 2. Liga war nicht nur für ihn selbst eine Premiere, sondern auch für den RB-Nachwuchs generell. Zum ersten Mal war ein Spieler aus dem RB-Nachwuchs bei einem Ligaspiel zum Einsatz gekommen.

„Ich bin sehr glücklich über mein Debüt bei den Profis. Es war unglaublich aufregend Bundesliga-Luft schnuppern zu dürfen”, ließ Touré am Tag danach ausrichten. „Ich bin froh und dankbar, dass der Verein und der Trainer uns Nachwuchsspielern solche Chancen geben und auf die Jugend setzen. Das wird für mich ein großer Ansporn sein, weiterhin Gas zu geben und an mir zu arbeiten.” Erst kürzlich hatte RB den Vertrag mit dem langbeinigen Talent bis 2019 mit Option bis 2021 verlängert.

Touré spielt erst seit 2015 bei RB Leipzig

„Idi kommt extrem über seine Physis. Im Spiel gegen den Ball zeigt er eine enorme Wucht, aber auch eine Top-Einstellung”, hatte Trainer und Sportdirektor Ralf Rangnick im Gespräch mit der MZ gelobt. Seit dem Trainingslager in Belek trainiert Touré regelmäßig bei der ersten Mannschaft mit. Der U-19-Nationalspieler kann im defensiven Mittelfeld oder als „Achter” eingesetzt werden und gilt als derzeit talentiertestes Mitglied der RB-Kaderschmiede.

Zwar hatte auch U21-Nationalspieler Lukas Klostermann vor seinem Debüt bei den Profis einige Wochen bei den Youngstern trainiert und gespielt. Doch er war von Beginn an für die Profiabteilung eingeplant gewesen. Touré hingegen hat sich durch beständig gute Trainings- und Spielleistungen zu den Profis hochgespielt.

Der gebürtige Berliner ist nun also nicht nur nun der jüngste RB-Spieler mit Profieinsatz, sondern auch der erste, tatsächliche Nachwuchs-Kicker, der es auf ein paar Minuten bei der ersten Mannschaft gebracht hat. Zwar setzt Rangnick bekanntlich auf den Nachwuchs. Doch Spielminuten waren für die Talente aus dem eigenen Stall bisher nicht abgefallen. Der mittlerweile 20 Jahre alte John-Patrick Strauß etwa – seit 2012 im Verein – wartet immer noch auf seine erste Chance.

Kein "Local Player"

Neben der Entwicklung von Talenten mit Bundesliga-Perspektive ist die Durchlässigkeit auch wichtiges Kriterium bei der Lizenzierung der Nachwuchsleistungszentren. Zwar sind dabei auch die Heranführung an die erste Mannschaft, also die ersten Einsätze bei den Profis Kriterium. Entscheidend ist aber, dass die Spieler mindestens vier beziehungsweise drei Jahre (local player) im Verein ausgebildet wurden.

Das ist bei Touré noch nicht der Fall. Er war erst im vergangenen Sommer von TeBe Berlin zu den „Roten Bullen” gewechselt. Der Großteil der Ausbildung liegt also beim Hauptstadtklub. Doch die Chance, Erfahrungen in der 2. Liga zu sammeln, erhielt er bei RB.

Im gerade erschienen Buch „RB Leipzig – Aufstieg ohne Grenzen” sagt RB-Nachwuchschef Frieder Schrof: „Der Jahrgang 1998 ist der erste, den wir so richtig nach unserer Philosophie entwickeln konnten und von dem wir uns viel versprechen. Durch die Vielzahl der hochveranlagten Talente ist es nur eine Frage der Zeit, bis Spieler aus unserem Nachwuchs bei den Profis ankommen.” Mit „Idi” Touré hat es nun der erste geschafft. (mz)