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Entwicklung bei RB Leipzig: Was Trainer Ralf Rangnick über seine Mannschaft denkt

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Intensive Betreuung: RB Leipzigs Trainer Ralf Rangnick mit Stürmer Yussuf Poulsen.

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imago/Picture Point

Leipzig -

Die Videositzung, die RB Leipzig nach jeder Partie abhält, fiel am Montagnachmittag kürzer aus als gewohnt. Beim 3:0 gegen Union Berlin gab es einfach zu wenige Ausschnitte, die kritikwürdig waren. „Es gab wenige Szenen, in denen wir etwas hätten besser machen können. Aber es gab sie trotzdem”, berichtet Trainer Ralf Rangnick. Doch etwa zwei Drittel des Videostudiums verwendete der Chefcoach unüblicherweise darauf, seinen Spielern noch einmal die vielen positiven Sequenzen des bislang höchsten Saisonsieges vor Augen zu führen.

Dabei werden auch die RBL-Profis noch einmal gesehen haben, dass der Erfolg gegen ersatzgeschwächte Unioner eine wirklich besondere, weil äußerst dominante und effektive Vorstellung war. Rangnick ist wichtig zu betonen, dass „das Spiel gegen Union kein Einzelfall” war. „Viele Elemente davon – wie Wucht und Synchronität – waren auch schon gegen Braunschweig zu erkennen”, sagt der Fußballlehrer. Doch auch Rangnick glaubt, dass sein Team gegen den Kiezklub aus Köpenick im Vergleich zu den vergangenen Spielen noch einmal eine Schippe drauf gelegt hat. „Wir haben den Anspruch, die Jungs immer weiter zu verbessern”, sagt Rangnick. „Da ist es nicht ausgeschlossen, dass wir uns gegenüber einem Heimspiel zwei Wochen zuvor einen Schritt weiterentwickeln. Das hat gegen Union geklappt, und das gilt es jetzt auswärts zu bestätigen.”

Es scheint ganz so, als befinde sich Rasenballsport gerade in einer Lernphase, in der Entwicklungen besonders schnell vonstatten gehen. Beobachtet man einige Spieler auf dem Rasen, entsteht der Eindruck, dass Akteure wie Dominik Kaiser oder Willi Orban derzeit besonders große Fortschritte erzielen, was das gesamte Team beflügelt und die Leistungsträger Emil Forsberg oder Marcel Sabitzer entlastet. Bereits direkt nach dem Erfolg hatte Rangnick gesagt: „Wir haben uns im Vergleich zum Saisonbeginn in vielen Bereichen entwickelt. Wenn wir uns konzentrieren und wir bei der Sache sind, fallen uns immer mehr spielerische Lösungen ein.” So beschäftigte sich das Team nach der ersten Athletik-Trainingseinheit  am Montag auch vor allem mit dem Spiel bei eigenem Ballbesitz. An diesem Dienstag folgen dann die intensivsten Einheiten dieser Woche mit Schwerpunkt im Spiel gegen den Ball, bevor die Belastung am Mittwoch und Donnerstag im Hinblick auf die Auswärtspartie beim SC Paderborn am Freitag bereits wieder etwas gedrosselt wird. An diesen beiden Tagen stehen unter anderem Standards auf dem Plan.

 Rangnicks Arbeitsschwerpunkt in seiner Doppelfunktion als Sportdirektor und Chefcoach liegt derzeit nach eigener Aussage „80 Prozent zu 20 auf der Trainerseite”. Das zeigt, wie akribisch der 57-Jährige den Fokus auf die tägliche Arbeit mit der Mannschaft legt. Die Transferplanungen sowie die Suche nach einem Trainer für die kommende Saisong eht Rangnick betont gelassen an. „Die Trainersuche ist für uns nicht annähernd so brisant und eilig, wie es teilweise in der Öffentlichkeit wirkt”, sagt der Schwabe nur. „Wir haben aktuell einen Trainer und werden zur neuen Saison auch einen haben.” (mz)