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1:2-Auswärtspleite: RB Leipzig verliert Schneeduell in Freiburg

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Nach der Niederlage in Freiburg: RB-Spieler im Schneetreiben

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dpa

Freiburg/Halle -

Der starke SC Freiburg und ein plötzlicher Wintereinbruch im Breisgau haben das Rennen im Kampf um den Aufstieg in der 2. Liga spannend gehalten. Im Spitzenspiel am Montagabend bezwang der gastgebende Tabellenzweite den Tabellenführer aus Leipzig mit 2:1 (1:0). Das Team von Trainer Christian Streich verkürzte damit den Abstand zum Red-Bull-Klub auf drei Zähler.

Ausgangslage

Etwa eine Stunde vor Anpfiff hatte es in Freiburg begonnen, heftig zu schneien. So mussten beide Teams bei der Topbegegnung zwischen dem Zweiten aus Freiburg und dem Spitzenreiter aus Leipzig nicht nur gegeneinander antreten, sondern auch gegen die widrigen Bedingungen im dichten Schneetreiben. RBL-Trainer Ralf Rangnick hatte die Spitzenpartie zuvor als „Schlüsselspiel” bezeichnet – allerdings nur für den Fall, dass sein Team gewinnt. „Wir brauchen in allen Bereichen eine Leistung am Limit, um hier den vollen Ertrag einstreichen zu können”, sagte Rangnick vor Anpfiff. Freiburgs Trainer Christian Streich hatte die Favoritenrolle vor der Partie mit seiner Leipzig-Lobhudelei den Gästen zugeschoben.

Personalien

Rangnick wechselte im Vergleich zum vergangenen Spiel auf zwei Positionen wieder zurück. So musste Stefan Ilsanker nach seiner schwachen Partie gegen Heidenheim wieder Rani Khedira Platz machen. Auf der linken Abwehrposition rückte Marcel Halstenberg für Anthony Jung zurück in die Startformation. „Beide sind ausgeruht, aufgrund der Eindrücke des letzten Spiels und der Trainingseinheiten habe ich mich so entschieden”, sagte Rangnick vor der Partie. Davie Selke musste ebenso wie Freiburgs Top-Torjäger Nils Petersen erneut auf der Bank Platz nehmen. „Es ist mir schwergefallen, aber er ist ein Teamplayer und ist voll für die Mannschaft da. Das wird man auch sehen, wenn er eingewechselt wird”, erklärte Christian Streich. Der SCF-Trainer änderte sein Team nur auf der rechten Innenverteidiger-Position, wo Immanuel Höhn für den verletzten Marc Torrejon von Beginn an auflief.

Fans

Zum Spitzenspiel war das beschauliche Freiburger Schwarzwald-Stadion natürlich mit 24.000 Zuschauern ausverkauft. Etwa 400 Fans der Leipziger waren am Montagabend in Freiburg dabei.

Spielverlauf und Analyse

Den etwas besseren Start erwischten zunächst die Leipziger, die in den ersten Minuten dominanter auftraten. Doch nach kurzer Anlaufphase erspielten sich die Gastgeber die gefährlicheren Konter. Zunächst wurde Karim Guedé von Willi Orban noch unsanft gestoppt, was aber ohne Bestrafung blieb (8.). Kurz darauf ließ Marvin Compper dann seinen Gegenspieler Florian Niederlechner gewähren, als der RBL-Routinier einen weiten Abschlag von SCF-Keeper Alexander Schwolow nicht kontrollieren konnte. Niederlechner und Mike Frantz passten den Ball auf die linke Angriffsseite, wo Vincenzo Grifo perfekt im Strafraum bedient wurde und das orangefarbene Spielgerät cool zum 1:0 einschob (10.).

Danach konnte man Klassenprimus RB dabei zuschauen, wie sich die Rangnick-Elf um mehr Kontrolle bemühte. Echte Torchancen sprangen dabei jedoch nicht heraus. Zu umständlich und zu wenig zielstrebig agierten Kapitän Dominik Kaiser & Co. auf dem rutschigen Untergrund. Nach 32 Minuten erhielten beide Trainer die Möglichkeit, ihre Teams in einer zusätzlichen Auszeit erneut einzustellen. Schiedsrichter Manuel Gräfe hatte die Partie unterbrochen, um zumindest die Linien vom Schnee freischaufeln zu lassen. Auch danach hatte RB zwar mehr Spielanteile – gegen die spielstarken Freiburger keine Selbstverständlichkeit – brachte aber wenig Effizientes zustande. Ein Schuss von Marcel Sabitzer aus halblinker Position war noch die gefährlichste Möglichkeit (43.). „Wir haben die Bedingungen super angenommen, versuchen den Ball schnell aus der Gefahrenzone wegzubekommen, und vorn machen es unsere Schwergewichte gut”, lobte Freiburgs verletzter Kapitän Julian Schuster in der Halbzeitpause. Als ob RBL-Chefcoach Rangnick Schuster zugehört hätte, brachte er für die zweiten 45 Minuten den wuchtigen Stürmer Nils Quaschner für „Sechser” Rani Khedira.

Nachdem RB die Freiburger Drangphase nach Wiederanpfiff überstanden hatte, agierte Rasenballsport nach zehn Minuten endlich selbst gefährlich. Zunächst prüfte Kaiser Torhüter Schwolow mit einem Distanzschuss (55.). Kurz darauf machte es Kaiser besser, als er seinen Schuss nach schöner Vorarbeit von Yussuf Poulsen aus 16 Metern besser im rechten Torwarteck platzierte und zum 1:1 traf (56.). Gerade, als das Spiel zu kippen drohte, düpierte der SCF die RBL-Abwehr wieder nach ähnlichem Schema wie beim 1:0. Willi Orban köpfte einen langen Ball vor die Füße des eingewechselten Torjägers Nils Petersen, der zu Niederlechner durchsteckte – die erneute Freiburger Führung (68.). Da die Streich-Elf danach noch zwei, drei weitere gefährliche Möglichkeiten hatte und mehr Druck entfaltete, während RB mit Poulsen (74.) und Sabitzer (90.+2) noch zweimal gefährlich wurde (74.), ging das Ergebnis beim „Schnee-Ball” in Ordnung.

Ausblick

Rasenballsport will nun am Sonntag den nächsten Schritt in Richtung Bundesliga machen, Gegner ist der wiedererstarkte TSV 1860 München (13.30 Uhr). Freiburg setzt die Aufstiegsmission zeitgleich beim FSV Frankfurt fort. (mz)

SC Freiburg – RB Leipzig 2:1 (1:0)

SC Freiburg: Schwolow – Stenzel, Höhn, Kempf, Günter – Abrashi, Höfler (C) – Frantz (67. Petersen), Grifo – Niederlechner (86. Falahen), Guédé (46. Philipp)
RB Leipzig: Gulácsi – Klostermann, Orban, Compper, Halstenberg – Khedira (46. Quaschner), Demme (83. Ilsanker) – Kaiser (C), Forsberg (73. Selke) – Sabitzer, Poulsen
Tore: 1:0 Grifo (10., Frantz), 1:1 Kaiser (56. Poulsen), 2:1 Niederlechner (68. Petersen); Ecken: 2:5, Torchancen: 6:4
Schiedsrichter: Manuel Gräfe (Berlin), Gelbe Karte: – | Poulsen (5), Halstenberg (3), Orban (7)
Zuschauer: 24.000 im Schwarzwald-Stadion Freiburg