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RB Leipzig verliert auf St. Pauli: 0:1 Niederlage am Millerntor

Einziger Torschütze des Tages: St. Paulis Marc Rzatkowski (Mitte) gegen die RB-Stürmer Marcel Sabitzer (links) und Yussuf Poulsen.

Einziger Torschütze des Tages: St. Paulis Marc Rzatkowski (Mitte) gegen die RB-Stürmer Marcel Sabitzer (links) und Yussuf Poulsen.

Foto:

Gepa-Pictures/Roger Petzsche

Hamburg/Leipzig -

Die Auswärts- und Siegesserie von RB Leipzig ist gerissen. Beim 0:1 (0:1) beim Ligavierten FC St. Pauli musste sich der Spitzenreiter der 2. Liga erstmals in dieser Saison geschlagen geben. Der Abstand des Ligaprimus’ zum vierten Tabellenplatz schmolz auf noch immer komfortable acht Zähler.

Ausgangslage

Ungeachtet der Tatsache, dass RB Leipzig und der FC St. Pauli ein sehr vernünftiges Verhältnis pflegen, hatte es vor der Partie allerlei mediales Getöse gegeben. Sogar zum „Giftgipfel” war das Spiel aufgebauscht worden. Der sportliche Wert der Begegnung von Spitzenreiter gegen den Tabellenvierten war da beinahe in den Hintergrund getreten. RB-Sechser Stefan Ilsanker hatte vor der Partie gesagt: „Wir könnten uns weiter von Platz vier absetzen, könnten einen großen Schritt gehen.” RBL-Coach Ralf Rangnick hatte gefordert: „Wir wollen alles ausblenden, was sich nicht auf den 100 x 60 Metern auf dem Platz zwischen An- und Abpfiff abspielt.”

Personalien

Rangnick vertraute am Millerntor genau jener Elf, die am vergangenen Sonntag Eintracht Braunschweig mit 2:0 dominiert hatte. Mit Ausnahme des verletzten Torhüters Fabio Coltorti natürlich, für den der Ungar Peter Gulacsi sein erstes Zweitligaspiel von Beginn an bestritt. Heißt auch: Sturmstar Davie Selke musste genau wie Atinc Nukan erneut auf der Bank Platz nehmen. St.-Pauli-Trainer Ewald Lienen („RB Leipzig ist das Maß aller Dinge”) vertraute ebenfalls der gleichen Startformation wie zuletzt beim 2:0-Erfolg gegen Greuther Fürth. Beide Teams begannen im 4-2-3-1-System. 

Fans

Das Millerntor-Stadion war an diesem Freitagabend zum achten Mal in dieser Saison ausverkauft – Zuschauerrekord in der 2. Liga. RB wurde von knapp 2500 Fans ans Millerntor begleitet – eine stolze Anhängerschaft für ein Freitagabendspiel, die sogar eine rot-weiße Auswärtschoreografie an den Start brachte.

Spielverlauf und Analyse

Beide Teams begannen engagiert, machten von Beginn an klar, mit welcher Taktik sie dieses Spiel zu bestreiten gedenken. Während RB mit viel Ballbesitz und Wucht begann, suchte St. Pauli den Erfolg von Beginn an im schnellen Gegenstoß. Gleich in der Anfangsphase erwischten die Hausherren einen perfekten Konter. Nach Balleroberung am eigenen Sechzehn-Meterraum schaltete die Lienen-Elf blitzschnell um. Über Thy, Rzatkowski, Buchtmann und Buballa gelangte der Ball zurück zu Marc Rzatkowski. Der kleine Techniker legt sich die Kugel auf den linken Fuß und zog durch die Beine von Kapitän Dominik Kaiser ins lange Eck zum Führungstreffer ab (8.). Gulacsi war nicht rechtzeitig am Boden, um den Ball zu parieren. 

Pauli zog sich nun weit zurück und verteidigte geschickt gegen die Gäste aus Sachsen. Rasenballsport kam dennoch zu zahlreichen Chancen, hätte in der ersten Hälfte ausgleichen müssen. Stefan Ilsanker (19.) und Willi Orban (20.) hatten nach Ecken Gelegenheiten; in der 22. Minute hatten Kaiser sowie Forsberg nach einer Sabitzer-Hereingabe gleich zwei Chancen. Auch in der 38. Minute scheiterte RB gleich zweimal: Poulsen vergab aus der Drehung, und St. Paulis Keeper Himmelmann entschärfte einen Kopfball von Sabitzer mit einer Glanzparade. Pauli hatte zwar nach dem Treffer noch zwei, drei Konterversuche, brachte jedoch in den ersten 45 Minuten keine gefährliche Aktion mehr zustande.

Die knapp 2500 Leipziger Anhänger unter den knapp 30.000 Fans sahen in der zweiten Hälfte zunächst zwei große Gelegenheiten für St. Pauli durch Thy (46.) und Nehrig (60.). Nach einer Stunde wechselte Rangnick doppelt, brachte Massimo Bruno und Davie Selke für Diego Demme und Kaiser und stellte auf eine offensivere 4-1-3-2-Grundordnung um.

Doch der Doppelwechsel zeigte wenig Erfolg. RB vergab weiter aussichtsreiche Situationen und beste Gelegenheiten, etwa durch Forsberg (63.). und Bruno (78.), während die Gastgeber wieder für etwas mehr Entlastung sorgen konnten. Nach etwa 70 Minuten wurden die Leipziger Schussversuche immer verzweifelter, zunehmend haderte der Meisterschaftsfavorit mit den schlecht ausgespielten Situationen. Für St. Pauli hätten Nehrig mit seinem Hammer ans Lattenkreuz (77.) und Picault noch die Vorentscheidung herbeiführen können. Doch auch so brachte der Kiezklub den Sieg mit einer starken kämpferischen Leistung ins Ziel.

Ausblick

RB Leipzig bestreitet am kommenden Freitag gegen Union Berlin das zweite von drei Freitagabendspielen in Serie (18.30 Uhr). St. Pauli darf erneut daheim ran, ebenfalls am Freitagabend gegen den FSV Frankfurt (18.30 Uhr).

(mz)