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RB Leipzig-Star in der Formkrise: Das fordert Trainer Rangnick von Davie Selke

Derzeit nur im Training erfolgreich: Davie Selke

Derzeit nur im Training erfolgreich: Davie Selke

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Gepa-Pictures/Roger Petzsche

Leipzig -

Während ihre Kollegen bei RB Leipzigs 2:0-Erfolg gegen Eintracht Braunschweig auf dem Rasen begeisterten, saßen Davie Selke und Atinc Nukan über 90 Minuten hinweg mit langen Gesichtern auf der Bank. „Long-Face-Day” nannte Trainer Ralf Rangnick den Nachmittag für die enttäuschten Reservisten. Dabei hatten sich beide – zusammen 13 Millionen Euro teuer – durchaus Hoffnungen auf Einsätze machen dürfen. Nukan hatte das interne Duell um den Stammplatz auf der linken Innenverteidigerposition nur denkbar knapp gegen Marvin Compper verloren. Selke hatte nach seinen zwei Treffern im Test gegen FK Teplice zumindest mit einer Einwechslung rechnen dürfen.

Engagiert im Training

Doch Rangnick entschied sich stattdessen für den gleichaltrigen Nils Quaschner. „In der Phase zehn Minuten vor Schluss wollte ich den Stürmer bringen, der seine Stärken im Spiel gegen den Ball und trotzdem Speed für den Konterball hat”, hatte Rangnick nach dem Spiel erklärt. Eine deutliche Ansage. Selke kann diese Eigenschaften momentan offenbar nicht auf den Platz bringen. Zuletzt war bei den Testspielen zu sehen gewesen, dass es dem langen Angreifer derzeit an Spritzigkeit und Tempo im Spiel gegen den Ball sowie Fortune und Selbstvertrauen bei der Ballan- und -mitnahme sowie vor dem Tor fehlt.

Erklären mag sich der gebürtige Schwabe dieser Tage nicht. An diesem Montag lehnte er eine Gesprächsanfrage ebenso ab wie zum Ende des Trainingslagers in Belek. Dafür spricht Rangnick für seinen formschwachen Schützling. „Er hat aktuell eine Phase, in der es für ihn nicht ganz so rund läuft. Davie muss sich seine Topform erst wieder erarbeiten”, sagte Rangnick am Montag. „Die Einstellung dazu bringt er mit. Im Training heute war er richtig engagiert, hatte auch Erfolgserlebnisse.” 

Rangnick will Selke wieder auf Vordermann bringen

Wo genau die Ursachen für Selkes Tief liegen, konnte oder mochte Rangnick nicht näher beantworten. Mangelndes Engagement im Training sei laut Rangnick jedenfalls kein Grund. „Vorwerfen muss sich keiner etwas. Das würde ja bedeuten, dass er sich nicht richtig angestrengt hätte. Das habe ich im gesamten Saisonverlauf noch bei keinem unserer Spieler gesehen”, sagte Rangnick. Laut dem RBL-Chefcoach dürfe sich Selke seinen Kumpel und Konkurrenten Yussuf Poulsen gern zum Vorbild nehmen. „Yussuf ist ein gutes Beispiel”, sagte Rangnick. „Er hatte drei, vier Monate lang eine schwierige Phase, hat sich dann vor Weihnachten wieder in die richtige Form gebracht und hat gegen Braunschweig gezeigt, wie schwer er zu verteidigen ist.

Nun gilt es, auch Selke in Videositzungen und Einzelgesprächen wieder auf Vordermann zu bringen. Rangnick ist bekannt dafür, wie intensiv und individuell er seine Spieler gerade in schwierigen Phasen betreut. Als Selke zu Saisonstart schon einmal einen Durchhänger hatte, arbeitete Rangnick detailliert am Stellungsspiel des Talents. Doch seit dem guten Saisonbeginn mit sechs Treffern in den ersten zehn Ligaspielen läuft der Ex-Bremer seinen Ansprüchen hinterher. Seit seinem Doppelpack gegen den 1. FC Nürnberg am 4. Oktober 2015 hat Selke nur ein einziges Ligator geschossen, den Siegtreffer bei Arminia Bielefeld. „Wir werden ihm jetzt jede Unterstützung geben”, sagte Rangnick. „Ich bin sicher, dass wir auch Davie in der Rückrunde noch sehr oft in der Startformation sehen werden.” (mz)

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