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RB Leipzig: Marvin Compper: „Jeder einzelne will in die Bundesliga”

„Die anderen werden uns jagen”: Marvin Compper erwartet bei RB Leipzig eine bissige Rückrunde.

„Die anderen werden uns jagen”: Marvin Compper erwartet bei RB Leipzig eine bissige Rückrunde.

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Leipzig -

Marvin Compper ist bereit für den Trainingsstart bei Zweitliga-Favorit RB Leipzig. Der 30 Jahre alte Routinier von RB Leipzig schiebt bereits seit Montag Einzelschichten im RBL-Trainingszentrum am Cottaweg, um für Leistungstests und Trainingsstart am Donnerstag und Freitag gewappnet zu sein.

Marvin, wie sind Sie ins neue Jahr reingerutscht? Einen Verlobungsantrag in New York wie Ihr Kollege Georg Teigl mussten Sie als glücklicher Ehemann ja nicht mehr machen.
Marvin Compper: (lacht) Nein, wir haben den Silvester ganz relaxed mit der Familie verbracht, im Ausland Urlaub gemacht. Seit Sonntag sind wir wieder in Leipzig.

Was erwartet Sie und RB Leipzig im Jahr 2016?
Uns erwartet große Gegenwehr, wir werden von den Mannschaften gejagt, die hinter uns stehen. Es ist immer leichter, eine Tabellenposition zu erreichen, als sich dort zu halten. Von daher wird die Aufgabe für uns nach der Winterpause eher noch einen Tick schwerer als in der Hinrunde.

Obwohl der Abstand auf die Nicht-Aufstiegsränge bereits sehr komfortabel ist?
Einen Schritt nach dem anderen. Fakt ist: Wir haben es selbst in der Hand aufzusteigen, müssen nicht auf andere schauen. Drei Punkte vor dem Zweiten, acht Punkte vor dem Dritten sehen erst einmal aus wie ein schönes Polster. Aber wenn man schlecht in die Rückrunde startet, die ersten vier, fünf Spiele verschläft, ist das auch wieder aufgebraucht. Wir müssen also schnellstmöglich viele Punkte sammeln, sodass wir noch mehr Ruhe vor den Verfolgern haben.

Gibt es ganz konkrete Vorsätze, die Sie sich im neuen Jahr gesteckt haben?
Das größte Ziel muss sein, dass wir die Leistung der vergangenen zehn Spiele mit ins neue Jahr nehmen. Genau da wollen wir nach der Winterpause ansetzen und kein Prozent weniger geben, sondern eher noch etwas drauflegen. Wir müssen uns im Trainingslager vor allen in den Details, im Feintuning, verbessern. Darauf kommt es jetzt an.

Sie standen 2008/09 mit der TSG Hoffenheim nach der ersten Halbserie in der Bundesliga auf Rang eins, konnten das Niveau dann in der Rückrunde nicht halten. Wie schaffen Sie es in diesem Jahr mit RB Leipzig, die starke Form zu konservieren?
Es ist entscheidend, dass jeder weiter an sich arbeitet. Keiner darf denken: Jetzt läuft es von allein. Dann gibt man unterbewusst ein paar Prozent weniger. Es geht darum, sich nicht etwa auf dem Erreichtem auszuruhen, sondern noch mehr zu wollen. Aber ich bin da optimistisch. Die Mischung bei uns im Team passt. Wir haben viele junge, hungrige Spieler; die Erfahrenen wie Fabio Coltorti, ich oder „Domme” Kaiser achten schon darauf, dass wir auf Kurs bleiben, müssen vorangehen und auch mal die Richtung vorgeben.

Inzwischen hat das Team die von Ihnen im Oktober geforderte Siegermentalität entwickelt.
Stimmt, dieser Siegeswille ist nach und nach gekommen. Jeder einzelne – auch die Älteren wie „Domme” oder ich – will in die Bundesliga. Wir möchten uns mit den Besten messen. Wir haben Spieler dabei, die irgendwann mal in der Champions League auflaufen wollen. Dafür musst du über einen langen Zeitraum hart arbeiten. Da genügt es nicht, zweieinhalb Monate auf einem hohen Niveau zu spielen, da gilt es Konstanz aufzubauen.

Auf der nächsten Seite: Marvin Compper über seine Fitness, das Duell mit Atinc Nukan und die Zweitliga-Meisterschaft.

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