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Karnevalswagen in Braunschweig: "Bullenschweine"-Rufe: Fanprotest gegen RB Leipzig von Polizei gestoppt

Nur wenige Fans begleiteten die Eintracht am Sonntag nach Leipzig - ein Großteil protestierte daheim.

Nur wenige Fans begleiteten die Eintracht am Sonntag nach Leipzig - ein Großteil protestierte daheim.

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imago/Hübner

Braunschweig -

Es sollte der bislang wohl kreativste Protest gegen RB Leipzig werden: Fans von Eintracht Braunschweig hatten für den traditionellen Karnevalsumzug "Schoduvel" einen eigenen Mottowagen angemeldet. Dieser sollte die - in den Augen der Braunschweiger Fans - verachtenswerten Verflechtungen des Getränkeherstellers Red Bull mit dem Leipziger Profiverein aufs Korn nehmen. Das gleichzeitig ausgetragene Fußballspiel beider Mannschaften in der Leipziger Arena boykottierten, wie schon in der Vorsaison, mehrere Hundert Eintracht-Anhänger.

35 Fans im Polizeikessel

Und so war am Karnevalssonntag alles für einen bunten und eben auch RB-kritischen Umzug vorbereitet: den Mottowagen zierten neben den blau-gelben Farben von Eintracht Braunschweig zahlreiche Plakte mit Sprüchen wie: "Red Bull zerstört den Fußball!". Doch anders als geplant, erreichte der Fanwagen nicht das Ziel des Umzugs. Auf Höhe der Braunschweiger Stadthalle stoppten Einsatzkräfte der Polizei den Aufzug und kesselten nach Darstellung des Braunschweiger Fanrats die etwa 35 Mitfahrer des Anti-RB-Wagens ein.

Zuvor seien aus den Reihen der Teilnehmer lautstark Beleidigungen skandiert worden: "Bullenschweine, Bullenschweine"- oder auch "Alle Bullen sind Schweine"-Rufe nahm die Polizei zum Anlass, den Wagen aus dem Verkehr zu ziehen und die Personalien der Teilnehmer aufzunehmen.

In einem offenen Brief schildern die Eintracht-Fans die Situation so: "Es ist nicht auszuschließen, dass es einen „Bullenschweine“-Ruf oder Gesang auch von unserem Wagen gegeben hat. Aber Obacht: Wir sind ein Wagen gegen das Geschäftsgebaren von Red Bull gewesen! Das wurde anhand der Optik des Wagens überdeutlich, war jedem Besucher bekannt und zeitweise wurde das Spiel aus Leipzig sogar mittels Radio über die Wagen-Lautsprecher übertragen. Natürlich wird in diesem Zusammenhang auch mal gegen die roten „Bullen“ aus Leipzig gesungen, aber niemand – und wirklich niemand – hat in dem Moment an die Polizei gedacht. Dass daraus jetzt Anzeigen gegen alle Teilnehmer konstruiert werden, ist eine Farce!"

Fans fordern Entschuldigung

Dem Schreiben zufolge, seien auf dem Wagen Fans im Alter zwischen 15 und 66 Jahren mitgefahren, " bis dato unbescholtene Bürger " die sich in dieser Situation "wie Verbrecher fühlen mussten", so die Kritik der RB-Kritiker am Vorgehen der Polizei weiter. Sie fordern nun, dass die geschriebenen Anzeigen wegen Beleidigung fallen gelassen werden und mehr noch: "Wir als FanRat Braunschweig erwarten eine öffentliche Entschuldigung der Polizei."

Gerade die Fanszene von Eintracht Braunschweig fiel in der Vergangenheit immer wieder durch großangelegte Protestaktionen gegen das Salzburger Getränkeunternehmen und die dazugehörigen "Roten Bullen" auf. Beim letzten RB-Gastspiel in Braunschweig, prangt vor der Eintracht-Fankurve ein riesiges Banner mit der Aufschrift: "In Braunschweig weiß ein jedes Kind, dass alle Bullen scheiße sind!" (cbo/mz)



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