Nachrichten aus Sachsen-Anhalt, Mitteldeutschland und der Welt
HFC Banner

Spielererkrankungen beim Halleschen FC: HFC-Angriff steht auf wackligen Beinen

Osayamen Osawe

Osayamen Osawe, der hier den Cottbuser Manuel Zeitz überspringt, ist im Trainingslager dabei.

Foto:

Schulz

Halle (Saale) -

Trainer Stefan Böger verlangt seinen Kickern zurzeit einiges ab. Auch ein fast zehn Zentimeter hoher Schneebelag auf dem Neustädter Kunstrasenplatz hielt ihn am Dienstag nicht davon ab, auf dem unbeliebten und zudem echt rutschigen Untergrund trainieren zu lassen. Und nachdem bei diversen Spielformen genug gerutscht worden war, gab es noch 20 Steigerungsläufe. Zuerst zehn von der Mittellinie bis zum Strafraum, dann noch einmal so viele von Strafraum zu Strafraum.

Kuriose OP bei Furuholm

Zwei zentrale Spieler des Halleschen FC fehlten dabei allerdings: neben dem langzeitverletzten Timo Furuholm auch Stürmerkollege Osayamen Osawe. Auch der Brite ist angeschlagen. „Er hatte über Beschwerden in der Hüftbeuge geklagt“, berichtete Teamarzt Thomas Bartels. „Da haben wir ihn zwei Tage auf das Fahrrad gesetzt.“ Allerdings war im Fall des Briten, immerhin bester Torschütze des Teams in der dritten Liga, bis Dienstag nicht einmal klar, ob er rechtzeitig fit würde, um am Sonntag mit in das einwöchige Trainingslager in die Türkei zu fliegen. Und ein Ausfall für das Camp wäre wohl auch fast gleichbedeutend mit dem Aus zum Start der Frühjahrsrunde im Derby am 24. Januar gegen den 1. FC Magdeburg.

Der Stürmer selbst gab am Dienstagnachmittag dann aber Entwarnung. „Ich habe Probleme mit der Hüfte und sollte zwei Tage aussetzen. Am Mittwoch möchte ich wieder in das Training einsteigen und dann natürlich auch mit in die Türkei fliegen“, sagte Osawe der MZ. Und auch Bartels bestätigte: „Seine Teilnahme am Camp ist Stand heute nicht in Gefahr.“

Dennoch zeigt die Personalie, wie wacklig das Konstrukt im Angriff des HFC zurzeit ist. Denn im Fall von Timo Furuholm sieht die Sache völlig anders aus. Während seine Teamkollegen in Belek bei 18 Grad und Sonnenschein optimale Trainingsbedingungen vorfinden werden, bleibt der Finne in Deutschland und muss unters Messer. „Wir werden ihm ein neues Gebiss verpassen“, erklärt Teamarzt Bartels. Das klingt reichlich kurios, doch Spezialisten haben als Ursache für die Schambein-Beschwerden einen sogenannten Kreuzbiss ausgemacht. „Bei Timo krachen die oberen Scheidezähne auf die unteren und gehen nicht darüber, wie das normal wäre. Das verursacht Schmerzen und die streuen dann über diverse Kreuzverbindungen innerhalb des Körpers bis zum Schambein aus“, erklärt Bartels. Deshalb die OP. „Wir hoffen, dass uns Timo Mitte Februar wieder zur Verfügung steht“, sagt der Doc.

Chance für Müller?

Des einen Leid könnte aber auch des anderen Freud werden. Im konkreten Fall von Tobias Müller. Der bietet sich dieser Tage im Training auffällig an. Und entsprechend optimistisch zeigt er sich. „Ich fühle mich topfit“, sagt Müller. „Meine Sprunggelenkverletzung ist auskuriert, und ich konnte in der Feiertagspause auch richtig gut arbeiten, egal ob beim Laufen oder auch im Fitness-Studio.“

Auch ein längerer Aufenthalt mit seiner Freundin bei den Eltern in der Nähe von Görlitz hat dem Angreifer neue Kraft gegeben. „Die haben sich alle mächtig gefreut, dass wir sie besucht haben. Bei Spaziergängen und Gesellschaftsspielen wurde einmal nicht über Fußball geredet, ich konnte richtig gut abschalten.“

Müller war einer der Pechvögel der Hinrunde beim HFC. In acht kurzen Einsätzen brachte er es auf gerade einmal 104 Spielminuten. Immer wieder warfen ihn kleinere Verletzungen zurück. Immer wieder musste er sich danach hinten anstellen. Alles abgehakt. In der Vorbereitung geht es von vorne los. „Vielleicht haben mich die ganzen Probleme zu Beginn meiner noch jungen Karriere getroffen und ich habe ab jetzt Ruhe“, sagt Müller.

Trotz seiner wenigen Einsätze steuerte er immerhin drei wichtige Punkte bei. Denn mit seinem Treffer sorgte er in letzter Minute für den 1:0-Auswärtssieg des HFC bei den Würzburger Kickers. (mz)