Nachrichten aus Sachsen-Anhalt, Mitteldeutschland und der Welt
HFC Banner

Neuer Sportdirektor beim HFC: Warum der Verein die perfekte Entscheidung getroffen hat

Stefan Böger ist ab 1. Juli 2016 der neue Sportdirektor vom Halleschen FC.

Stefan Böger ist ab 1. Juli 2016 der neue Sportdirektor vom Halleschen FC.

Foto:

dpa

Halle (Saale) -

Sportlich spielt ihr Klub zwar „nur“ in der dritten Liga. Was die Verschwiegenheit angeht, bewegen sich die Bosse des Halleschen FC aber längst auf Champions-League-Niveau. Das Gedankenspiel mit Stefan Böger als neuem Sportdirektor kam vor der Pressekonferenz am Donnerstag kaum jemandem in den Sinn. Doch spätestens, als die gut gekleideten Herrschaften auf dem Podium Platz nahmen, war klar, dass hier und heute etwas Großes passieren würde. Und was am Ende verkündet wurde, war tatsächlich eine Entscheidung, die als perfekt bezeichnet werden darf.

HFC beweist Mut

Stefan Böger wird ab dem 1. Juli neuer Sportdirektor des Halleschen FC. Der 49 Jahre alte Fußballehrer hat einen Dreijahresvertrag unterschrieben. Das heißt: Böger plant langfristig mit dem HFC. Und das ist ihm hoch anzurechnen.

Der Job wird nicht einfach. Die finanziellen Mittel des Klubs sind begrenzt. Der gebürtige Erfurter hätte vor den unzähligen Herausforderungen weglaufen können. Er hätte die fehlende Professionalität bemängeln und sich einen neuen Job suchen können. Das wäre der einfache Weg gewesen. Andere Angebote gab es. Aber: Stefan Böger packt beim HFC selbst mit an. 

Und er tut das in einer Funktion, die es in der 50-jährigen Geschichte des Vereins noch nicht gab. Das bisherige Triumvirat, bestehend aus Präsident Michael Schädlich, Vizepräsident Jörg Sitte und Manager Ralph Kühne, hat einen neuen starken Mann in ihre so solidarischen Reihen gelassen – und damit Mut bewiesen. Übrigens auch finanziell, schließlich wird eine neue Stelle geschaffen.   

Böger als Sportdirektor noch wertvoller

Die Entscheidung, mit Stefan Böger als Sportdirektor und nicht als Trainer weiterzuarbeiten, bringt den Verein viel mehr voran, als es ein weiteres Fußballehrer-Engagement des 49-Jährigen getan hätte. Na klar: Böger hat das Team aus dem Tabellenkeller ins Mittelfeld geführt und stetig weiterentwickelt. Seine Qualitäten als Trainer – bereits seit 17 Jahren übt er diesen Beruf aus – sind unumstritten. Doch seine weitreichenden und jahrelang gepflegten Kontakte wären verschenkt gewesen, hätte sich seine Arbeit weiterhin auf das Trainer-Dasein beschränkt.

Ein geeigneter Trainer findet sich leichter als ein Sportdirektor mit den Qualitäten und Erfahrungen von Stefan Böger. Der Mann ist studierter Journalist, hat als Fernsehexperte gearbeitet. Künftig soll er sich auch um die Außendarstellung der Rot-Weißen kümmern. Ein weiterer Punkt: Er weiß, wie man Nachwuchsarbeit organisiert. Frag nach bei seinem früheren Arbeitgeber, dem Deutschen Fußball-Bund (DFB).

Nun sehen manche eine Schwierigkeit darin, dass Stefan Böger seine ersten Aufgaben als Sportdirektor bereits bewältigen muss, während er noch Cheftrainer ist: den neuen Kader planen zum Beispiel. Und vor allem: seinen Nachfolger finden. Doch keine Angst: Man darf optimistisch sein, dass ihm beides gelingt. (mz)



Es gibt neue Nachrichten!

Wir haben neue Artikel für Sie. Möchten Sie jetzt die aktuelle Startseite laden?