Nachrichten aus Sachsen-Anhalt, Mitteldeutschland und der Welt
HFC Banner

HFC-Gegnerporträt: Götze und Hummels passen zu Unterhaching

Mario Erb und Stefan Haas

Mario Erb und Stefan Haas (r.) verteidigten im Hinspiel gegen Timo Furuholm.

Foto:

Hebestreit

Halle (Saale)/MZ -

Die Spielvereinigung Unterhaching wird im deutschen Profifußball immer ein bisschen belächelt. Selbst in der 3. Liga ist der Ort bei München noch einer der kleinsten und der Zuschauerschnitt ist mit 2.000 Besuchern pro Spiel recht gering. Dennoch blickt der Verein auf eine lange Profitradition zurück. Seit den 80er Jahren hat er ununterbrochen mindestens in der dritthöchsten Spielklasse Deutschlands gespielt. Ende der 90er waren sogar zwei Jahre in der Bundesliga dabei.

Unterschätzt werden die Randmünchner regelmäßig vor allem zum Beginn einer Saison. Das ist aber sogar ein Vorteil findet Haching-Fan Stefan Seitz. „So gelingt es uns immer wieder die großen Namen der Liga zu überraschen und erst einmal Punkte zu sammeln. Irgendwann stellen sich die Gegner auf uns ein und dann spielen wir meistens gegen den Abstieg.“

Diesmal haben die Hachinger nach Auffassung von Seitz sogar eine „Riesenhinrunde“ gespielt. Zuletzt setzte es aber etliche Niederlagen und die Mannschaft ist mittlerweile auf Rang 14 abgerutscht. Stefan Seitz gibt sich aber mit wenig zufrieden. „Wenn wir drin bleiben war es eine gute Saison.“

Kleinheider rettet Punkt

Im Hinspiel wurde der Hallesche FC, wie viele andere Teams, beinah überrascht. Selbst in der besten Form, die die Mannschaft von Sven Köhler in dieser Saison hatte, gelang gegen Unterhaching fast nichts. Das Spiel endete 0:0 - vor allem weil HFC-Keeper Kleinheider einen Elfmeter hielt. Der damalige Haching-Trainer und jetzige Sportdirektor Claus Schromm bescheinigte seiner jungen Mannschaft nach dem Spiel „eine sehr erwachsene Leistung, die leider nicht mit einem Sieg belohnt wurde“.

Die junge Mannschaft ist auch das Markenzeichen der Spielvereinigung. Die Startelf ist im Schnitt gerade mal 22 Jahre alt. Unterhaching ist einer der wenigen Vereine in der 3. Liga, die ein eigenes Nachwuchsleistungszentrum unterhalten. 26 Nachwuchsmannschaften trainieren rund um den Sportpark. Neben der Profiausbildung wird auch der Breitensport gefördert.

Die Bayern haben vor einigen Jahren sogar ein Vereinskonzept entwickelt, wie Stefan Seitz erklärt. „Nachdem unser großer Hauptsponsor Generali abgesprungen ist, standen wir fast vor dem Aus. Also haben wir aus der Not eine Tugend gemacht und auf junge Spieler aus der Region gesetzt. Nun wollen wir möglichst viele gute Fußballer ausbilden. Die Jungs können die Junioren-Bundesliga, aber vor allem die 3.Liga als Bühne nutzen und sich für höhere Aufgaben empfehlen. Dafür bekommen wir hin und wieder eine schöne Ablösesumme.“ Das Konzept gibt es seit 4-5 Jahren und mittlerweile wird es auch konsequent umgesetzt.

Enger Bezug zur Nationalmannschaft

Das zweite Markenzeichen von Unterhaching ist ein enger Bezug zur Nationalmannschaft. Klaus Augenthaler, Weltmeister 1990, sitzt regelmäßig auf der Tribüne. Tobias Schweinsteiger, der Bruder von Bastian kickte vor einigen Jahren im Sportpark. Aktuell stehen Fabian Götze und Jonas Hummels, die Brüder von Mario Götze und Mats Hummels, sowie Pascal Köpke, der Sohn vom Bundestorwarttrainer Andreas Köpke im Kader. „Dadurch sind wir natürlich Gesprächsthema“ sagt Seitz, „aber auch diese Jungs passen ins Konzept. Das sind alles junge Spieler, die ihre Wurzeln hier in der Gegend haben.“

An Halle hat Fußballfan Seitz gute Erinnerungen. „Das Stadion ist wirklich sehr schön. Unser Sportpark ist ja ziemlich zusammengewürfelt, aber dort hat man das neue Stadion in das alte integriert und das gefällt mir wirklich gut.“ Zudem war Unterhaching die erste Mannschaft nach dem Stadionneubau, die ein Pflichtspiel gegen den HFC in Halle gewinnen konnte.

An eine Wiederholung glaubt Seitz aber nicht. „So wie wir momentan drauf sind, gewinnt Halle 2:0.“ In Acht nehmen sollte sich der HFC trotzdem, vor allem vor der Offensive der Hachinger. „Janik Haberer wechselt im Sommer in die Bundesliga. Florian Heller ist im Winter gekommen und wird mit jedem Spiel besser. Und Andreas Vogelsammer ist der Thomas Müller der 3. Liga. Der hat einen merkwürdigen Spielstil, aber oft genug kommt dabei was Gutes raus.“

Nach der Klatsche in Osnabrück und nach den Erfahrungen im Hinspiel dürfte aber zumindest die Gefahr ziemlich gering sein, dass Unterhaching diesmal unterschätzt wird.



Es gibt neue Nachrichten!

Wir haben neue Artikel für Sie. Möchten Sie jetzt die aktuelle Startseite laden?