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Hallescher FC: Köhler findet Sündenbock

Dominic Rau (Mitte) fliegt vorerst aus der Startelf.

Dominic Rau (Mitte) fliegt vorerst aus der Startelf.

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Eckehard schulz

Halle (saale) -

Es wurde laut beim Halleschen FC in den Tagen nach der 0:2-Schlappe gegen Fortuna Köln. Trainer Sven Köhler ließ seine Mannschaft sowohl am Donnerstag als auch am Freitag in den Besprechungsraum traben. Dort gab es mehrstündige Analysen der Niederlage. Hin und wieder drang durch das geöffnete Fenster Köhlers Stimme in einem ernsten Ton. Mit „Standpauke“ wäre es noch schmeichelhaft umschrieben.

Naiv bei Gegentoren

„Wir hatten ja auch eine Menge aufzuarbeiten“, sagte Köhler kurz vor Abreise nach Duisburg lakonisch. Vor allem das Defensivverhalten seiner Mannschaft schmeckte dem Trainer überhaupt nicht. Vor dem zweiten Gegentor, einem blitzsauberen Konter, sei die Hintermannschaft „naiv“ gewesen, erklärte Köhler.

„Unsere zwei Manndecker stehen einem Kölner Stürmer gegenüber und lassen ihn gewähren“, sagte der Trainer genervt. Fehler, die in der dritten Liga eiskalt bestraft werden, selbst wenn der Gegner ein Aufsteiger und Außenseiter ist. Entsprechend fordert die Saison jetzt ihr erstes Opfer beim HFC. Für einen dieser Manndecker dürfte das Spiel gegen Köln vorerst das letzte gewesen sein. Dominic Rau wurde in der Halbzeitpause ausgewechselt, für ihn kam Patrick Mouaya ins Spiel. Köhler wollte sich nicht konkret dazu äußern, kündigte aber personelle Konsequenzen an. „Es wird nicht die selbe Mannschaft beginnen, wie gegen Köln“, sagte er nur.

Dass Köhler auch seinen zweiten Problemfall vom Mittwoch, Maximilian Jansen im defensiven Mittelfeld, draußen lässt, ist jedoch unwahrscheinlich. Auch Jansen erwischte einen schlechten Tag und auch der 21-Jährige wurde zur Pause erlöst. Für ihn kam Osayamen Osawe. Doch für Jansen gibt es derzeit keinen adäquaten Ersatz.

Strukturierter mit einer Spitze

Ivica Banovic macht zwar täglich Fortschritte, ein Einsatz kommt für den 33-Jährigen allerdings nicht in Frage. Bliebe die Variante, dass Köhler mit zwei Stürmern beginnt und Osawe von Beginn an neben Timo Furuholm aufstellt. „Zu diesem Thema werde ich mich nicht mehr äußern“, bügelte Köhler Fragen nach einer möglichen taktischen Umstellung auf.

Überhaupt werde das Thema viel zu hoch gehängt. „Der FC Bayern etwa ist Meister ohne einen Stürmer geworden“, erklärt der Trainer. Und auch der HFC sei nicht immer schlecht mit einer Sturmspitze gefahren. Köhler listet dann auf, dass der HFC in der Rückrunde der vergangene Saison auch mit nur einem Stürmer eine ordentliche Torquote gehabt habe. Und wenn man es mit geballter Offensivkraft versucht habe, sei das nicht immer die bessere Variante gewesen.

So auch am Mittwoch. „Wir haben in der ersten Halbzeit gegen Köln geordneter gespielt als in der zweiten“, sagt Köhler überraschend. Obwohl seine Mannschaft die Tore in Durchgang eins bekam, wäre es da noch möglich gewesen, ein Spiel im Mittelfeld zu gestalten. „Später war Tim Kruse in der Zentrale allein, und Andy Gogia wurde aus dem Spiel genommen. Mit der Doppelsechs lief es besser.“ (mz)