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Auto mit Hakenkreuz beschmiert: Rassistische Beleidigung gegen HFC-Stürmer Osawe

Hakenkreuz auf der Front des Wagens

Unbekannte haben das Auto des HFC-Stürmers Osayamen Osawe mit einem Hakenkreuz beschmiert.

Foto:

Enrico Werner

Halle (Saale) -

Den Spaß ließ sich Osayamen Osawe am Dienstag beim Vormittagstraining nicht nehmen. Es stand ein Kurzpass-Spielchen auf dem Programm, bei dem ein Spieler in der Mitte versuchen muss, an den Ball zu kommen. Mit dem bekannten Spielchen „Schere, Stein, Papier“ wollte sich der Stürmer des Fußball-Drittligisten Hallescher FC augenzwinkernd der undankbaren Aufgabe entziehen.

Vergessen schien in diesem Moment der Vorfall der Nacht, dabei war der mehr als betrüblich. Der Stürmer der Rot-Weißen war am Montag nach dem Testspiel gegen Union Berlin Opfer einer rassistischen Beleidigung geworden. Unbekannte hatten den BMW des Engländers vor seiner Haustür mit einem Hakenkreuz beschmiert. Das Nazi-Symbol wurde von der Formel „88“ umrahmt, die für „Heil Hitler“ steht.

Osawe hatte sich bereits schlafen gelegt, wurde dann aber von einem Bekannten gegen 23 Uhr auf den Vorfall hingewiesen. Noch am gleichen Abend postete er ein Bild auf der Social-Media-Plattform Instagram. Er ist entsetzt. „Ich habe noch nie solche Erfahrungen gemacht und habe nichts getan, was so etwas rechtfertigt. Das ist kindisch und dumm.“

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Ein von Twitter: @yamenosawe (@yamen035) gepostetes Foto am

Der dunkelhäutige Spieler glaubt nicht an Zufall. „Die wussten, dass das mein Auto ist. Ich weiß nicht, woher. Die haben das ganze Nummernschild geklaut.“ Tatsächlich wurde das Kennzeichen vorne in aller Ruhe abmontiert. Daher meldete er den Vorfall auch der Polizei.

Einknicken will Osawe vor den Schmutzfinken aber nicht. Sich ein neues Auto zuzulegen, kommt nicht infrage. Und für die Verursacher hat er eine klare Botschaft. „Wenn diese Leute ein Problem mit mir haben, müssen sie mir das ins Gesicht sagen.“

Auch HFC-Präsident Michael Schädlich ist fassungslos über die Aktion: „Das ist eine unerträgliche und verabscheuungswürdige Tat. Osawe wurde zielgerichtet herausgesucht. Wir sind ein toleranter und weltoffener Verein und werden das aufarbeiten.“ Schädlich stellte zudem klar: „Das sind keine Fans des HFC.“

Weil vor wenigen Tagen auch das Auto eines anderen HFC-Spielers, der namentlich nicht genannt werden möchte, zerkratzt wurde, bleibt die Frage: Steckt hinter dem Vandalismus System? „Ich weiß nicht, ob das eine Gruppe ist, die unsere Autos zerstören will“, mutmaßte Tim Kruse. Fest stand für den Kapitän jedenfalls: „Egal, wer es war - das ist einfach nur krank. Wer so etwas macht, gehört eingesperrt.“ (mz)


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