Nachrichten aus Sachsen-Anhalt, Mitteldeutschland und der Welt
HFC Banner

1:0 bei Preußen Münster: Tobias Müller schießt HFC zum Auswärtssieg

Torschütze Tobias Müllerjubelt nach seinem Tor zum 0:1.

Torschütze Tobias Müllerjubelt nach seinem Tor zum 0:1.

Foto:

imago/osnapix

Münster -

Nachdem die Hausherren versucht hatten, den HFC früh unter Druck zu setzen, kämpften sich die Rot-Weißen ins Spiel und gingen kurz vor der Pause durch Tobias Müller mit 1:0 in Führung. Dank einer starken Defensivarbeit und plötzlich erschreckend harmlosen Gastgebern brachte der HFC die knappe Führung im zweiten Durchgang problemlos über die Zeit.

Ausgangslage:

Der Achtzehnte gegen den Zehnten lautete die Hinspielbegegnung im August vergangenen Jahres zwischen dem HFC und Preußen Münster. Beide Teams waren für ihre Verhältnisse schlecht in die Saison gestartet, beide Trainer standen kurz vor der Entlassung. Ralf Loose und die Preußen gewannen nach 0:1-Rückstand noch mit 3:1, Sven Köhler musste gehen, Loose blieb - zumindest noch für einige Wochen. Seitdem hatte sich viel getan. Münster hatte sich unter Trainer Horst Steffen stabilisiert und war auf Platz sechs nach wie vor in Sichtweite zu den Aufstiegsrängen. Zuletzt erkämpften sich die Preußen ein 3:2 in Mainz. Der HFC startete nach der Winterpause mit einem Punkt aus drei Spielen schwach, konnte aber beim 0:0 gegen Spitzenreiter Dresden eine deutliche Leistungssteigerung verzeichnen.

Daten und Fakten:

An Anton Fink (96 Tore) würden sie wohl in dieser Saison nicht mehr vorbeikommen, aber auf Platz zwei und drei der ewigen Torjägertabelle der dritten Liga lieferten sich Rostocks Marcel Ziemer (64) und Münsters Marcel Reichwein (59) ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen. Reichwein war auch für den 3:1-Sieg im Hinspiel der entscheidende Mann, als er als Joker mit zwei Treffern den Sieg der Preußen sicherte.

Personalien:

Beim HFC kam zu den Langzeitverletzten Brügmann (Kreuzbandanriss), Mouaya (Reha) und Furuholm (Schambeinentzündung) in dieser Woche auch Ivica Banovic (Bänderdehnung) hinzu. Das Lazarett bei den Preußen lichtete sich so langsam. Heitmeier, Scherder und Weißenfels waren allesamt im Aufbautraining aber noch keine Option für Samstag. Auch Chris Philipps konnte unter der Woche nicht voll trainieren, stand aber zur Verfügung.

Spielverlauf und Analyse:

Die Hausherren starteten sichtlich aggressiver in die Partie, während sich der Hallesche FC zunächst auf eine konzentrierte Defensive konzentrierte. Das gelang auch ganz gut, vor individuellen Fehlern war die Blockdefensive dennoch nicht gefeit.

Bereits in der zweiten Minute rollte der Ball nach einem herben Missverständnis zwischen Kruse und Osawe schließlich zu Hoffmann, allerdings blieb Engelhardt aufmerksam und spitzelte dem Münsteraner die Kugel in letzter Sekunde vom Fuß.

Auch danach blieb Münster gefährlich. In der vierten Minute setzte sich der motivierte Hoffmann sehenswert gegen Barnofsky durch, sein Schuss war jedoch kein Problem für Fabian Bredlow. Auch mit Standards waren die Preußen gefährlich. Marcel Reichwein köpfte eine Ecke knapp über das Tor (15.)

Es dauerte bis zur 19. Minute, ehe der HFC erstmals gefährlich vor das Heimtor kam. Toni Lindenhahn fasste sich ein Herz und zog einfach mal ab, traf jedoch nur einen Münsteraner Abwehrspieler. Auch Max Jansen versuchte sich an einem Fernschuss, doch die Kugel flog vorbei (26.).

Die Gastgeber nahmen sich nun etwas zurück, blieben aber gefährlich. Rogier Krohne ließ Max Barnofsky mit einem Übersteiger ins Leere laufen, nahm jedoch zu viel Schwung auf und drosch den Ball über das Tor (34.)

Kurz vor dem Pausenpfiff klingelte es dann – im Kasten der Hausherren! Eher verzweifelt drehte Osayamen Osawe eine Flanke in Richtung Tor. Tobias Müller verlängerte und der Ball senkte sich hinter Ex-HFC-Keeper Niklas Lomb zur 1:0-Führung ins Tor.

Der zweite Durchgang begann nach einem ersten Abtasten mit einem Paukenschlag. Nachdem Osawe von Pischorn umgestuppst wurde, zog Schiedsrichter Kempkes Gelb und schenkte dem HFC Freistoß in Tornähe. Sören Bertram zirkelte den Ball jedoch um Millimeter am Tor vorbei (53.).

Aber: Der HFC war nun, aufgeputscht von der ersten Führung im Jahr 2016, klar spielbestimmend. Das gefiel den Hausherren gar nicht und Trainer Horst Steffen brachte mit Amachaibou und Grimaldi zwei neue Stürmer. Auch Stefan Böger reagierte und gab seinem Torschützen Müller eine Verschnaufpause. Für ihn kam Bähre.

Klare Chancen blieben jedoch im zweiten Durchgang Mangelware. Osayamen Osawe kam zweimal durch einen Konter in eine gute Position, verpasste aber sowohl in der 60., als auch in der 65. Minute den Pass zum besser postierten Mitspieler und verzog beide Male deutlich.

Den Gastgebern ging dabei jedoch jede Torgefährlichkeit verloren. So endete eine eher ereignisarme zweite Hälfte und somit auch das Spiel mit 1:0 für den Halleschen FC. (mz)

Ausblick:

Beim Halleschen FC gastiert am kommenden Samstag die SG Sonnenhof Großaspach.

SC Preußen Münster – Hallescher FC 0:1 (0:1)

Preußen Münster: Lomb – Kopplin, Schweers, Pischorn, Fe. Müller – Philipps – Kara, Bischoff (78. Özkara) – Hoffmann, Reichwein (62. Grimaldi), Krohne (64. Amachaibou)

Hallescher FC: Bredlow – Acquistapace, Kleineheismann, Engelhardt, Barnofsky – Jansen, Kruse – Bertram, Lindenhahn (46. Pfeffer) – Tob. Müller (69. Bähre) – Osawe (90. Rau).
Tore: 1:0 Tobias Müller (40., Osawe)
Chancen: 3:6 (3:3). Ecken: 1:4 (0:2).
Schiedsrichter: Benedikt Kempkes (Thür). Gelbe Karten: Pischorn (53.), Hoffmann (64.), Amachaibou (90.) – Kruse (50.), Osawe (90.).
Zuschauer: 6.781 im Preußenstadion.