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Danny Albrecht bei den Saale Bulls: Die große 68 bleibt in Halle

Danny Albrecht

Danny Albrecht (r.) ist zurzeit der erfolgreichste Stürmer der Bulls.

Foto:

Schulz

Halle (Saale) -

Die beiden Pullover waren das perfekte Geschenk. „Big #68“ und „Little #68“ steht auf den Rücken. Und seitdem Danny Albrecht am 17. Januar zu seinem 31. Geburtstag die beiden Kleidungsstücke für sich und seinen Sohn Milo bekommen hat, ziert das Foto der kleinen auf den Schultern der großen 68 auch das Facebook-Profil des Stürmers.

Man muss wissen: Auf den Tag genau einen Monat vor dem Geburtstag hatte der Eishockey-Stürmer mit der Rückennummer 68 bei den Saale Bulls angeheuert. Seine Familie, der zweijährige Sohn und seine Frau Nadine, blieb erst einmal in der Heimat in Mülheim an der Ruhr.

Man konnte die Pullover also so interpretieren, dass die Trennung von Vater und Sohn nur eine räumliche ist. Doch selbst das wird sich im Sommer ändern. Anfang der Woche hat der Stürmer seinen Vertrag bei den Saale Bulls um ein Jahr verlängert. „Und in der kommenden Saison werden meine Frau und mein Sohn dann mit nach Halle kommen“, erzählt er.

Danny Albrecht und die Saale Bulls sind nach gut zwei Monaten zu einer perfekten Beziehung zusammengewachsen. „Wir mussten wirklich nicht lange überlegen, mit ihm zu verlängern“, sagt Vereinspräsident Daniel Mischner. „Über seinen sportlichen Stellenwert müssen wir nicht reden. Und menschlich passt das super. Danny ist ein wirklich umgänglicher und pflegeleichter Mensch.“

Ausbildung mit Note 1,0

Und ein kommunikativer dazu. Wer sich länger mit Danny Albrecht unterhält, lernt einen bemerkenswert aufgeräumten Menschen kennen, der weit mehr im Kopf hat als nur Sport. Der seine Ausbildung zum Einzelhandelskaufmann neben der Karriere mit Note 1,0 abgeschlossen hat. Aber auch einen Menschen, für den es ein überstrahlendes Thema in seinen Erzählungen gibt: seinen Sohn und seine Frau. Das mit der Trennung, gibt er zu, sei gerade „nicht so ganz einfach“ für die Familie.

Albrecht

Dieses Foto von Danny Albrecht mit seinem Sohn Milo ziert auch das Facebook-Profil des Stürmers. Die kleine und die große Nummer 68 - das nimmt Bezug auf die Rückennummer, mit der Albrecht seit Jahren spielt.

Foto:

Privat

Man muss wissen: Danny Albrecht war in den letzten Jahren ein echter Wandervogel in Sachen Eishockey. Weißwasser, Haßfurt, Schweinfurt, Grefrath, Bremerhaven, Regensburg, Essen, Schwenningen, Frankfurt, Kassel und Duisburg stehen als Stationen in seinem Lebenslauf. Und mit Augenzwinkern erzählt er: „Immer, wenn ich mich irgendwo richtig wohlgefühlt habe, ist der Verein in die Insolvenz gegangen - in Essen und in Kassel zum Beispiel.“ Insgesamt hat er sogar vier Pleiten seiner Arbeitgeber miterlebt.

Zentrale Figur bei den Bullen

Insofern ist es etwas Bemerkenswertes, dass Danny Albrecht seine Zeit in Halle künftig mit der Familie an der Seite plant. Zu seinen ersten zwei Monaten an der Saale sagt er: „Meine Erwartungen hier wurden weit übertroffen.“ Das betrifft das Leben in Halle. Das betrifft aber vor allem das Sportliche, seine Rolle in der Mannschaft. Dass er eine zentrale Figur im Angriff der Bullen werden solle, hatte ihm der damalige Trainer Ken Latta zugesagt. Und so kam es auch. Anders als zuvor in Duisburg steht Albrecht auch in Über- und Unterzahlsituationen auf dem Eis. Vor allem aber: Er erhält im Spiel viel mehr Freiräume. „In Duisburg gab es ein sehr starres System, da blieb nicht so viel Platz für individuelle Kreativität“, erzählt Albrecht.

An diesen Freiräumen hat sich auch durch den Trainerwechsel zu Georgi Kimstatsch nichts verändert. Und der hallesche Oberligist fährt gut damit. In 17 Spielen hat Danny Albrecht 18 Tore geschossen und 19 weitere aufgelegt. Eine Bilanz, an die in diesem Zeitraum kein anderer Spieler herankommt. Wobei er selbst jedes Lob gleich an die Kollegen abgibt: „Die Wahrheit ist, dass ich von meinen Mitspielern wahnsinnig profitiere.“ Von Jakub Langhammer, der ihm als defensiv orientierter Stürmer den Rücken freihalte. Und von Marco Habermann, der als physischer Spieler Räume für ihn schaffe.

Für viele Beobachter bilden die drei die stärkste zweite Reihe, die der Verein jemals hatte. Genau auf diese Tiefe im Kader kommt es an, wenn es um den Aufstieg geht. Wie nah die Saale Bulls dran sind, wird sich im Heimspiel am Sonntag zeigen. Dann kommt Tabellenführer Füchse Duisburg - jener Verein, bei dem Danny Albrecht im Dezember mit fadenscheiniger Begründung vor die Tür gesetzt wurde.

Darüber reden will er nicht. Eines aber gibt er zu: „Natürlich ist das ein Spiel mit besonderen Emotionen für mich.“

Am Freitag spielen die Bulls in Timmendorfer Strand, das Heimspiel gegen Duisburg beginnt am Sonntag um 18 Uhr. (mz)


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