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Boxen: Witali Klitschko kündigt baldiges Karriereende an

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Witali Klitschko

Witali Klitschko will Abschied aus dem Box-Sport nehmen. (FOTO: DPA)

"Dr. Eisenfaust" Witali Klitschko will nicht mehr zuschlagen. Der Schwergewichts-Weltmeister hat seinen baldigen Abschied aus dem Boxring angekündigt.
Köln/Kiew/SID. 

"Ich beende jetzt meine Karriere. Ich werde noch einen Kampf machen, maximal werden es vielleicht zwei", sagte der mittlerweile 40 Jahre alte WBC-Champion im Interview mit einem TV-Sender in seiner ukrainischen Heimat.

Der K.o.-König hatte zuletzt im September seinen Titel mit einem Erfolg gegen den völlig überforderten Polen Tomasz Adamek erfolgreich verteidigt. Es war Klitschkos 43. Sieg im 45. Profikampf bei 40 Knockouts. Danach hatte er sich eigentlich ein Duell mit dem Briten David Haye gewünscht, den sein Bruder Wladimir im Juli in Hamburg klar nach Punkten bezwungen hatte. "Ich will ihn K.o. schlagen!", hatte Klitschko angekündigt. Doch Haye hatte vor wenigen Wochen seine Karriere beendet - und Witali Klitschko wieder einen Gegner weniger.

Klitschko will den überschaubaren Rest der Schwergewichts-Boxwelt nun seinem jüngeren Bruder Wladimir überlassen. "Wladimir ist fünf Jahre jünger und wird euch noch lange mit seinen Kämpfen erfreuen", sagte Witali Klitschko. Seine vier WM-Titel wird Wladimir am 10. Dezember in Düsseldorf gegen den Franzosen Jean-Marc Mormeck verteidigen. In seinem 60. Profikampf peilt er dabei seinen 50. K.o.-Sieg an.

Witali Klitschko könnte sich nach seinem Karriereende auf die Parlamentswahlen in seiner Heimat im kommenden Jahr konzentrieren. Dort will er mit der von ihm mitgegründeten Partei UDAR als Zugpferd antreten. Klitschkos Trainer Fritz Sdunek hatte die politischen Pläne seines Schützlings zuletzt gelassen gesehen. Er sei ziemlich sicher, dass dessen sportliches Karrierenende noch nicht unmittelbar bevorstehe. "Ein Jahrhundertmensch wie Witali kann doch jetzt noch nicht aufhören", hatte Sdunek nach dem Sieg gegen Adamek noch erklärt.

Laut Vertrag mit dem TV-Sender RTL sind noch vier weitere Klitschko-Fights geplant. Allerdings sollen die Boxer eine Rücktrittsoption im Vertrag besitzen, die ihnen die Möglichkeit des sofortigen Ausstiegs zusichert. Zudem sollen die vertraglich festgehaltenen Kämpfe nicht personengebunden sein. Wladimir Klitschko könnte also theoretisch alleine den Kontrakt erfüllen.

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