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Boxen: Abraham verteidigt Weltmeistertitel

Uhr | Aktualisiert 16.12.2012 22:04 Uhr
Der alte und neue Weltmeister Arthur Abraham (links) deckt den Franzosen Mehdi Bouadla mit einem Schlaghagel ein. (FOTO: DAPD) 
Der Deutsch-Armenier verteidigt seinen Weltmeister-Titel und wird allseits mit Lob überschüttet. Im Frühjahr ist ein Rückkampf gegen Stieglitz geplant.
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Nürnberg/sid/dpa

Arthur Abraham musste sich vorgekommen sein wie im falschen Film. „Du kriegst zu Weihnachten ein Geschenk von meiner Frau“, sagte Trainer Ulli Wegner zu seinem Schützling, nachdem dieser am Sonnabend in Nürnberg seinen Weltmeistertitel des Box-Weltverbandes WBO gegen den Franzosen Mehdi Bouadla verteidigt hatte.

Eigentlich ist der Deutsch-Armenier von Wegner zumeist Tadel gewöhnt. Doch in diesen Tagen wird „König Arthur“ regelrecht mit Lob überhäuft, zumindest wenn man Wegners Maßstab anlegt. Der strenge Coach, der immer wieder an Abrahams Einstellung appelliert hatte, verteilt plötzlich Streicheleinheiten mit dem Füllhorn.

Weil Abraham, der als leicht verführbar, als undiszipliniert galt und dessen Karriere vor diesem Jahr fast vorbei war, begriffen habe. Weil Abraham auch diesmal im Kampf umgesetzt habe, was man sich vorgenommen hatte. „Was soll ich denn schreien, wenn Arthur alles richtig macht? Was soll ich denn tadeln?“, fragte Wegner.

Mehdi Bouadla war vor 7 000 Zuschauern ein braver Gegner. Keine echte Gefahr für Abraham, aber auch kein Angsthase. Der 30-Jährige mühte sich redlich, suchte seine Chance, doch Aussicht auf den Sieg hatte er nie. „König Arthur“ durfte mit harten Schlägen glänzen, beendete den Kampf dann auch vorzeitig in der achten Runde.

Triumph durch technischen K.o. nach einer Serie von wirkungsvollen Treffern, zudem hatte Bouadla einen klaffenden Cut am rechten Auge. „Arthur hat geboxt wie ein Champion“, sagte Bouadla anerkennend. Mit dem 36. Sieg im 39. Profikampf beendete Abraham sein Comeback-Jahr 2012. Vier Mal kämpfte er 2012, vier Mal gewann er und wurde wieder Weltmeister.

„Ich kann mir vom Nikolaus nur wünschen, dass nächstes Jahr das Gleiche passiert“, sagte Abraham, der im Supermittelgewicht nun wieder ein Thema für die ganz große Bühne ist. „Viel Arbeit, viel Blut, viel Schweiß“ habe es ihn gekostet, nach zwei Jahren voller Tiefschläge die Wende zu schaffen.

Im März oder April 2013 wird Abraham noch einmal gegen den Magdeburger Robert Stieglitz in den Ring steigen. Dem hatte er im August den WBO-Titel abgenommen. Die Revanche war Bestandteil des Kampfvertrages. „Stieglitz wurde im September an der Schlaghand operiert. Die Hand hält, so dass ein Termin im Frühjahr realistisch ist“, sagte Ulf Steinforth, der Promoter von Stieglitz im SES-Boxstall, am Sonntag der MZ.

Bis dahin könnten sich auch die Wogen um die tätlichen Auseinandersetzungen zwischen Stieglitz und seinem Schwiegervater geglättet haben. Nach einer Eskalation der Gewalt musste der Schwiegervater Anfang Oktober mit einem Schädelbasisbruch in ein Magdeburger Krankenhaus eingeliefert werden. „Es wird dazu sicherlich noch eine Gerichtsverhandlung geben. Wir gehen aber davon aus, dass Robert damals in Notwehr gehandelt hatte“, sagt Steinforth.

Eine Verurteilung könnte den Kampf gegen Abraham womöglich noch platzen lassen. Doch das Umfeld der Weltmeisters denkt ohnehin über den Rückkampf gegen Stieglitz hinaus. Unter anderem an Felix Sturm. Aber: „Sturm muss erst seinen Weg zurückfinden und seine Probleme lösen“, sagte Abraham-Manager Kalle Sauerland über den Ex-Champion, dessen Einstand als Promoter kürzlich missglückte.

Abrahams weiterer Karriereweg ist aber nicht von Sturm abhängig, auch Gegner wie der Brite Carl Froch würden für großes Interesse sorgen.

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