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Bob: Arndt gewinnt sein erstes WM-Gold

Uhr | Aktualisiert 03.02.2013 21:05 Uhr
Nach Platz vier und zwei gewann Arndt erstmals WM-Gold in der Königsklasse. (FOTO: DPA) 
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Bei der WM der Viererbobs in St. Moritz raste der Anschieber des Mitteldeutschen SC aus Magdeburg, Marko Hübenbecker, mit seinem Piloten Maximilian Arndt sowie Alexander Rödiger und Martin Putze aufs oberste Siegertreppchen.
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St. Moritz/Halle (Saale)/mz.

Er war ja eigentlich schon Weltmeister. Aber der Wert des Titels im Handy-Weitwurf? Naja. Man darf also voraussetzen, dass Marko Hübenbecker der Triumph am Sonntag ein bisschen mehr gegeben hat, auch wenn er sich dieses WM-Gold gleich mit drei Teamkollegen teilen musste: Bei der WM der Viererbobs in St. Moritz raste der Anschieber des Mitteldeutschen SC aus Magdeburg mit seinem Piloten Maximilian Arndt sowie Alexander Rödiger und Martin Putze aufs oberste Siegertreppchen. „Unglaublich“, jubelte der 26-Jährige im Ziel, „das ist das mit Abstand Größte, was wir bisher erreicht haben.“

Nach einem schnellen ersten Lauf hatte das deutsche Quartett im zweiten Durchgang am Sonnabend die Führung an die Russen um Alexander Subkow abtreten müssen. Doch beim Rennen Nummer drei am Sonntag stellte der Bob Deutschland I die Hackordnung wieder her: Schon bei ihrem Blitzstart nahmen sie Subkow fünf Hundertstel ab und stellten so die Weichen für einen Bahnrekord. „Da habe ich gespürt, dass das ein ganz schnelles Rennen wird“, erklärt Hübenbecker. Die heftige Bandenberührung in einer der Kurven habe er zwar gemerkt, an seinem Bauchgefühl änderte das aber nichts.

Russen gratulieren schon vor Finale

Die Konkurrenz sah schon da ihre Felle davonschwimmen. Hübenbecker: „Vor dem vierten Lauf haben uns die Russen auf die Schulter geklopft.“ Nach dem Final-Durchgang hatten die Deutschen sagenhafte 0,47 Sekunden Vorsprung auf die Verfolger - im Bobsport sind das Welten.

Dabei war der Saisonstart, so berichtet Hübenbecker, doch ziemlich holprig verlaufen. Erst nach und nach sei das Quartett in Fahrt gekommen. Einer der Gründe, warum es aufwärts ging: „Wir verstehen uns blind, ich kenne die Jungs ja schon aus meiner Zeit als Leichtathlet“, erklärte der 110 Kilogramm schwere Hüne.

Geblieben aus dieser Zeit ist übrigens auch seine Meinung, dass „Wegwerfen Spaß macht“. Bei der WM 2005 in Bautzen schleuderte der ehemalige Diskuswerfer sein Telefon durch die Gegend. 83,32 Meter - diese Bestmarke steht noch heute.

Zum Feiern blieb dem Champion am Sonntag aber keine Zeit. „Den Schlitten einpacken, nach München düsen und dann gleich weiter nach Sotschi“, erklärte Hübenbecker.

Trainingslager in Sotschi

Zwei Wochen lang wird er mit seinen Teamkollegen den neuen Eiskanal testen, in dem im nächsten Winter um Olympiamedaillen gefahren wird. Nach anderthalb Wochen Trainingslager steigt dort das Weltcupfinale.

Mit dabei in Sotschi sind die auch anderen deutschen WM-Schlitten: also auch Zweier-Bronzemedaillengewinner Andreas Bredau aus Halle, der bei der Vierer-WM mit Ronny Listner vom Mitteldeutschen SC und dem Leipziger Thomas Blaschek den Schlitten von Thomas Florschütz auf Platz sieben geschoben hat. Und Thorsten Margis aus Halle, der mit Zweierchampion Francesco Friedrich im Vierer auf Rang 13 fuhr.

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