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Biathlon: Neuner freut sich auf ihr Abschiedsrennen

Uhr | Aktualisiert 28.12.2012 21:06 Uhr

Magdalena Neuner verabschiedet sich auf Schalke. (FOTO: DPA)

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Für ihr Abschiedsrennen kehrt Magdalena Neuner am Samstag noch einmal in den Zirkus zurück, den sie eigentlich schon weit hinter sich gelassen hat.
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Gelsenkirchen/mz. 

Ab und zu war die eigene Vergangenheit Magdalena Neuner in den letzten Wochen doch wieder auf den Fersen. Vor allem dann, wenn sich die blonde Oberbayerin mal wieder die Skier unter die Füße schnallte, um sich für ihr Abschiedsrennen auf Schalke zu präparieren. "Beim Langlauf dachte ich mir schon, ob ich nicht auch mal einen Sprint einlegen soll", erzählte die Doppel-Olympiasiegerin von Vancouver am Freitag. Denn auch wenn ihr die eigene Biathlon-Karriere, neun Monate nach ihrem Rücktritt, längst wie eine ferne Fata Morgana erscheint: Bei ihrem allerletzten Servus will die 25-Jährige schon eine möglichst gute Figur abgeben.

Kämpfen liegt im Blut

Bei der Skijäger-Gaudi von Gelsenkirchen haben ihr die Veranstalter dafür heute einen Sonderplatz zwischen den beiden Durchgängen des Hauptrennens freigeschaufelt. "Ich bin im Zwischenprogramm", beschreibt Neuner kokett jenen Wettkampf, der ausschließlich der Weiblichkeit vorbehalten ist. Besetzt mit Frauen aus der Biathlonzunft, mit denen sie sich in ihrer aktiven Zeit besonders gut verstanden hat - und gegen die sie nun spaßeshalber noch einmal antritt.

Neuner, von oben bis unten in Zivilkleidung erschienen, dämpft also die Erwartungen. "Bei meiner aktuellen Fitness und Treffsicherheit darf man nicht allzu viel von mir erwarten", sagt sie. Und: "Ich werde trotzdem kämpfen. Das liegt mir einfach im Blut, die Mädels sollen sich also warm anziehen."

Ein kleiner Scherz, denn in erster Linie ist die heimatverbundene Wallgauerin heilfroh, den Leistungssport-Zirkus bereits in jungen Jahren - und mit reichlich Medaillen dekoriert - hinter sich gelassen zu haben. "Wenn ich nicht so erfolgreich gewesen wäre, würde ich jetzt noch weitermachen", betonte sie am Tag vor ihrem finalen Auftritt mitten im frühlingshaften Ruhrpott und sprach von den vielen Einladungen, Auftritten und Foto-Shootings, die sie seit ihrem letzten Weltcup-Rennen im März wahrgenommen hat.

Dieses Programm unterscheidet sich zwar nicht von dem, das sie auch als berühmte Biathletin zwischen den Wintern stets absolviert hat. Aber eines ist eben doch ganz anders. "Das hat jetzt eine andere Qualität. Damals hatte ich nicht den Kopf und die Nerven dafür, jetzt dagegen habe ich allein von der Masse an Terminen mehr gemacht", sagt die zwölfmalige Weltmeisterin und schmunzelt: "Ich bin froh dass ich nicht arbeitslos bin und die Leute sich noch für mich interessieren." Und zwar vor diesem Hintergrund: "Ich bin jetzt nicht mehr das Sportlergesicht."

Totale Distanz zum Sport

Sondern die Privatperson Magdalena Neuner, die ihr früheres Leben mit großer Begeisterung in die Rumpelkammer befördert hat. Nach ihrem letzten Weltcup-Auftritt im sibirischen Khanty-Mansiysk nahm sie ihr Gewehr nicht einmal mehr in die Hand, schaute kein einziges Mal bei ihrer alten Trainingsgruppe in Kaltenbrunn vorbei. "Ich kenne dort jeden Grashalm, jeden Stein. Aber ich hatte einfach nicht das Bedürfnis, dort hinzufahren. Ganz im Gegenteil: Ich habe immer einen Grund gesucht, nicht hinzugehen."

Nichts mehr planen zu müssen, alles auf sich zukommen lassen zu können - diesen Lebensluxus genießt Neuner, die einen Rücktritt vom Rücktritt am Freitag nochmals ausschloss. "Als Sportler weiß man immer ganz genau, was man in den nächsten Wochen und Monaten macht. Jetzt ist jeder Tag anders - und das ist total schön", sagt sie.

Biathlon, Skispingen und Langlauf läuft am Samstag live im ZDF.

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