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Biathlon: Gössner mit sechs Fehlschüssen - Auch Männer laufen am Podest vorbei

Uhr | Aktualisiert 13.01.2013 17:07 Uhr
Auch eine starke Laufleistung verhalf Miriam Gössner nicht zu einem Podestplatz. (FOTO: DPA) 
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Miriam Gössner ärgerte sich über ihr erneutes Fehler-Festival, die Männer freuten sich auch ohne Podestplatzierungen über ein gutes Ergebnis: Die deutschen Biathleten erlebten beim Weltcup-Heimspiel in Ruhpolding ein durchwachsenes Wochenende und haben vier Wochen vor den Weltmeisterschaften in Nove Mesto noch viel Steigerungspotenzial.
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RUHPOLDING/SID. 

Der Höhepunkt in den Chiemgauer Alpen war Gössners Sprintsieg am Freitag. Auf den WM-Strecken des Vorjahres blieb es für die DSV-Skijäger der einzige Sprung aufs Treppchen.

Simon Schempp erreichte mit Rang fünf vor 20.000 begeisterten Fans die beste Platzierung im Massenstart. „Klar, ich ärgere mich. Aber wir sind keine Maschinen, wir machen alle Fehler - heute habe ich sechs davon gemacht. Ich hake das jetzt einfach ab“, sagte Gössner, die im Massenstart am Sonntag nach sechs Schießfehlern nur Achte geworden war. Nachdem sie vor einer Woche in Oberhof in der Verfolgung zehnmal am Ziel vorbeigeschossen hatte, zeigte die 22-Jährige aus Garmisch erneut Schwächen mit der Waffe: „Ich dachte nach dem Anschießen, dass alles passt. Das war aber nicht so, ich habe nicht richtig reagiert. Das war mein Fehler.“

In der Loipe zeigte die Staffel-Weltmeisterin vor den Augen von Edelfan Magdalena Neuner, die erneut als Zuschauerin vor Ort war, wieder eine starke Leistung. Doch beim Triumph der überragenden Norwegerin Tora Berger hatte die Bayerin keine Chance auf ihren vierten Einzelsieg. Auch im Gesamtweltcup verlor die Zweitplatzierte an Boden. Genau wie Andrea Henkel, die nach drei Schießfehlern auf Rang 13 landete und sich neben Gössner als einzige Deutsche für das Rennen der Weltcup-Besten qualifiziert hatte.

„Wir hatten uns mehr vorgenomen, die Ziele sind andere. Wir sollten uns nicht zurücklehen und mit solchen Platzierungen zufrieden sein“, sagte der enttäuschte Frauen-Bundestrainer Gerald Hönig: „Wir werden nach Lösungen suchen.“ Gerade mit Blick auf die Weltmeisterschaften in Nove Mesto in Tschechien (7. bis 17. Februar) sei eine Steigerung notwendig. Keine Rolle mehr für die WM spielt dabei die zweimalige Staffel-Weltmeisterin Tina Bachmann (Schmiedeberg). Die 26-Jährige wurde am Samstag mit einer ungewohnt harten Maßnahme nach Hause geschickt, nachdem sie zuvor in elf Saisonrennen die Norm verpasst hatte.

„Ihr gesamter Zustand, physisch und psychisch, lässt es nicht zu, dass sie weiter im Weltcup läuft“, sagte Chef-Bundestrainer Uwe Müssiggang. Bis auf Weiteres soll sie am Stützpunkt in Altenberg trainieren. Die WM-Norm erfüllt haben neben Gössner und Henkel nur noch Nadine Horchler und Franziska Hildebrand. Deswegen dürfen sich trotz fehlender Norm Umsteigerin Evi Sachenbacher-Stehle und Rückkehrerin Kathrin Lang, geborene Hitzer, nach ihrer Babypause leise Hoffnungen auf einen Start in Tschechien machen. Die zweimalige Langlauf-Olympiasiegerin Sachenbacher-Stehle kehrt ab Donnerstag in Antholz/Italien bereits in den Weltcup zurück.

Bei den Männern sorgte Simon Schempp (Uhingen) mit seiner besten Saisonleistung auf Rang fünf für einen Lichtblick. Der 24-Jährige landete im Massenstart über 15 km mit elf Sekunden Rückstand auf den französischen Gesamtweltcup-Führenden Martin Fourcade auf Rang fünf. Andreas Birbacher (Schleching), der sich wie Schempp einen Fehler leistete, schaffte es nach überstandener Grippe-Erkrankung auf Rang sieben.

Am Samstag hatte Arnd Peiffer als bester Deutscher im Sprint Rang 15 belegt, auch den Massenstart beendete der Ex-Weltmeister auf Rang 15. „Das war ein riesiges Rennen. Man hat gesehen, dass sie nah dran sind“, sagte Müssiggang: „Die Baustelle bei den Männern ist nicht so groß wie bei den Frauen.“ Bei der WM-Generalprobe in Antholz sollen sich die Skijäger ab Donnerstag noch einmal Selbstvertrauen holen. „Es wäre für den Kopf viel Wert, wenn wir mit guten Ergebnissen zur WM fahren. Ich bin sicher, dass wir das leisten können“, betonte Müssiggang.

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