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Mitteldeutscher BC: Wolf Louis Darby im Babyglück

Hat sich gut im beschaulichen Weißenfels eingelebt: MBC-Flügelspieler Louis Darby. Der Forward stieß erst vor wenigen Wochen zum Team.

Hat sich gut im beschaulichen Weißenfels eingelebt: MBC-Flügelspieler Louis Darby. Der Forward stieß erst vor wenigen Wochen zum Team.

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Peter Lisker

Weißenfels -

„Das ist gerade eine neue Situation für mich“, sagt Louis Darby. Damit meint der Basketball-Profi vom MBC aber nicht die sportliche Situation seines neuen Vereins, das fremde Land oder die Sprache. Nein, vor sechs Tagen ist der 32-Jährige zum zweiten Mal Vater geworden. In den USA brachte seine Frau am Sonnabend einen kleinen Jungen zur Welt. Stolz erzählt der frischgebackene Vater eines Sohnes von seiner kleinen Familie, zu der auch seine siebenjährige Tochter und seine sechsjährige Stieftochter gehören. Seine Familie war auch ein Grund dafür, dass Louis Darby im vergangenen Sommer eine Auszeit vom Profi-Basketball nahm. „Ich wollte mehr Zeit mit meiner Familie verbringen und meine Karriere eigentlich ganz beenden“, erzählt der US-Amerikaner.

Doch schnell wurde ihm klar, wie sehr er den Basketballsport vermisst. „In meiner Laufbahn bin ich viel rumgekommen, habe in einigen Teams gespielt und Erfahrungen gesammelt. Dabei habe ich mich gut gefühlt“, sagt Louis Darby, der in seiner Karriere in Syrien, Zypern und sieben Jahre in Rumänien gespielt hat. „In Rumänien hat Basketball am Anfang keine große Rolle gespielt. Wie in ganz Europa hat sich viel um Fußball gedreht. Das hat sich aber geändert. Der Basketballsport ist gewachsen dort und es wird viel mehr darüber geredet“, spricht Darby über seine Zeit in Osteuropa.

Basketball mit Fünf

Basketball, so sagt er, bedeutet ihm viel. Mit fünf Jahren hat er angefangen zu spielen. Obwohl er in seiner Jugend auch andere Sportarten ausprobiert hat, Basketball blieb immer die Nummer eins. „Dieser Sport hat mich an viele tolle Orte gebracht. Und es macht mir immer noch eine Menge Spaß, auch wenn der Sport mit viel harter Arbeit verbunden ist“, meint der Flügelspieler.

Und so entschied er sich zur Rückkehr aufs Parkett, auch wenn es ihm sehr schwerfiel, seine schwangere Ehefrau kurz vor der Geburt zu verlassen. „Aber ich musste gehen und wollte meine Karriere ordentlich zu Ende bringen. Ich weiß, dass ich noch ein paar Jahre gut spielen kann“, ist Louis Darby überzeugt. Mit seiner Familie steht der US-Amerikaner jeden Tag über soziale Netzwerke wie Skype und Facetime in Kontakt. „So weiß ich, dass zu Hause alles in Ordnung ist“, sagt Darby, der als letzter MBC-Neuzugang Mitte Januar unter Vertrag genommen wurde. Bei den Wölfen soll er mit seiner Erfahrung helfen, den Klassenerhalt doch noch zu schaffen.

Ruder herumreißen

Darby ist überzeugt, dass er mit dem stark abstiegsgefährdeten Club das Ruder herumreißen kann. „Es herrscht eine tolle Atmosphäre im Team, alle arbeiten hart und gehen respektvoll und professionell miteinander um. Nun arbeiten wir daran, dass die Ergebnisse so schnell wie möglich besser werden“, erklärt Louis Darby, der sich auch in seiner neuen Heimat gut eingelebt hat. Es ist das erste Mal, dass er für einen längeren Zeitraum in Deutschland lebt. Auch mit der Kleinstadt Weißenfels hat er kein Problem: „Ich bin generell nicht der Typ, der gerne in Großstädten lebt“, so Darby. Nur eines macht ihm noch etwas zu schaffen, die Sprache: „Die deutsche Sprache ist die schwierigste, die ich je gehört habe“, sagt der US-Boy mit einem breiten Grinsen.

Für ihn steht an diesem Freitag das erste Heimspiel in der Stadthalle Weißenfels gegen die Gießen 46ers an (20 Uhr). Von der Stimmung in der Halle hat er noch nicht viel gehört, doch er hat sich ein paar Fotos angeschaut. „In der Stadthalle scheint eine gute Stimmung zu herrschen. Ich hoffe, dass wir auch gewinnen können“, meint Louis Darby. (mz)