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Mitteldeutsche Zeitung | Mitteldeutscher BC: Robert Zinn: „Niemand will absteigen“
29. January 2016
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Mitteldeutscher BC: Robert Zinn: „Niemand will absteigen“

Robert Zinn hat sich in seinem zweiten Jahr beim MBC im Team etabliert.

Robert Zinn hat sich in seinem zweiten Jahr beim MBC im Team etabliert.

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Peter Lisker

Weissenfels -

Dass Robert Zinn einmal Basketballprofi werden würde, war fast zu erwarten. „Das wurde mir sicher in die Wiege gelegt“, meint der Aufbauspieler des Mitteldeutschen Basketball Clubs. Denn sowohl sein Vater als auch seine Mutter und seine beiden Brüder sind dieser Sportart nachgegangen, seine Mutter schaffte sogar den Sprung in die erste Damen-Basketballbundesliga. Angefangen hat Robert Zinn mit sechs Jahren, als ihn einer seiner Brüder zum Training mitnahm. Nebenbei spielte der heute 20-Jährige noch Tennis und Fußball, bis er mit 14 entschied, sich nur noch auf Basketball zu konzentrieren.

„Ich bin dann nach Ludwigsburg aufs Internat gegangen. Dort habe ich dann auch mein Abi gemacht“, plaudert Robert Zinn. Es folgte der Wechsel zu den großen Brose Baskets Bamberg. Doch dort wurde der Point Guard nicht glücklich, denn die Konkurrenz an jungen deutschen Talenten war groß. „Es hat nicht so funktioniert wie ich mir das vorgestellt hatte und habe dann meinen Vertrag dort aufgelöst“, so Zinn.

Gutes Verhältnis zu Silvano Poropat

Gut, dass er während seiner Zeit in Ludwigsburg jemanden kennenlernte, der dafür bekannt ist, jungen Nachwuchstalenten eine Chance zu geben: Silvano Poropat. „Ich habe mit seinem Sohn zusammengespielt. Wir hatten damals ein gutes Verhältnis und er hat mir vertraut“, begründet Zinn seinen Wechsel nach Weißenfels im Jahr 2014. Nach einem Jahr als Nachwuchsspieler ist er nun ein fester Bestandteil der MBC-Mannschaft.

„Ich denke schon, dass ich einen Schritt nach vorne gemacht habe. Das tägliche Training mit Frantz Massenat und Marcus Hatten bringt mich voran, denn es herrscht dort eine hohe Intensität und das macht es für mich einfacher, im Spiel mit meinem Gegner mitzuhalten“, erklärt der Aufbauspieler, der bis jetzt in 17 von 18 Saisonspielen durchschnittlich elf Minuten auf dem Parkett stand. Zum Vergleich: Die gesamte letzte Saison kam er nur ganze elfmal zum Einsatz, im Schnitt knapp sechs Minuten. „Letztes Jahr lag meine Priorität bei den Sixers in Sandersdorf“, meint Zinn.

Für den Kooperationspartner aus Sandersdorf läuft Robert Zinn zwar immer noch regelmäßig auf, jedoch trainiert er nur selten mit dem Regionalligateam. „Ich versuche dort zu helfen, die Spiele zu gewinnen und mir persönlich bringt es die Möglichkeit, Selbstvertrauen zu holen und Verantwortung zu übernehmen“, sagt Robert Zinn. Angst, dass er nach dem Trainerwechsel beim MBC weniger Einsatzzeiten bekommen könnte, hat er nicht: „Es ist möglich, dass ich unter Predrag Krunic eine neue Rolle bekomme und ich mich mehr auf die Verteidigung spezialisieren werde. Ich schaue, wie es sich entwickelt und versuche, durch gutes Training und gute Leistungen im Spiel mir Einsatzzeiten zu erarbeiten.“

Von Neuzugängen überzeugt

Freilich sei die momentane Gesamtsituation bei den Wölfen angesichts der Tabellensituation nicht einfach, doch das Thema Abstieg spielt in den Köpfen der Profis noch keine große Rolle: „Man wird natürlich darauf angesprochen, doch wir werden mit allen Mitteln versuchen, den Abstieg zu vermeiden. Denn niemand will absteigen“, sagt Robert Zinn. Die beiden Neuzugänge James Southerland und Louis Darby hätten sich gut in die Mannschaft integriert und Zinn ist überzeugt, dass die beiden dem MBC weiterhelfen können.

Vielleicht schon in der Partie gegen Alba Berlin, die am Sonntag um 17 Uhr in der Arena Leipzig steigt. „Wenn wir über 40 Minuten gut verteidigen, haben wir eine Chance“, meint Robert Zinn. Wie man die favorisierten Hauptstädter über die Verteidigung schlagen kann, haben die Löwen aus Braunschweig vor zwei Wochen bewiesen, als sie Alba in einem denkwürdigen Spiel 46:43 bezwangen. (mz)