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Mitteldeutscher BC: Drei Spieler verlassen die "Wölfe"

Spieler

TaShawn Thomas (r.) war bester MBC-Werfer gegen Würzburg. Lance Jeter (links im Hintergrund) bestritt seine letzte Partie für den Verein.

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Lisker

Weißenfels -

Der Mitteldeutsche Basketball Club (MBC) ist mit seinem aktuellen Personal in der Bundesliga allenfalls phasenweise konkurrenzfähig. Wenn es noch eines Beweises dafür bedurft hatte, dann bot das letzte Heimspiel der Hinrunde am Sonnabend besten Anschauungsunterricht. Der MBC verlor gegen den starken Aufsteiger Würzburg mit 76:87. Die Mannschaft steht damit zur Halbzeit der Saison mit nur zwei Siegen aus 17 Spielen am Tabellenende.

Dabei waren es gleich mehrere Personalien, die zur Geschichte dieses Spiels gehörten. Denn mit Nikola Dragovic, Lance Jeter und Sören Fritze, der beim MBC allerdings ohne Einsatz blieb, haben drei Spieler die Mannschaft verlassen.

Dragovic zieht Klausel

Besonders der Fall des Serben Dragovic zeigt, dass der Klub in dieser Saison wenig Glück mit seinen Spielerverpflichtungen hat. Noch im November hatte Dragovic als neuer Hoffnungsträger in seinem ersten Spiel für den MBC mit 19 Punkten ein Traumdebüt hingelegt und maßgeblichen Anteil am bisher einzigen Heimsieg des Teams. Wenngleich er in den folgenden sieben Einsätzen nicht mehr an diese Leistung anknüpfen konnte, so erzielte er immerhin im Durchschnitt zwölf Punkte. Nun zog Dragovic jedoch eine Klausel im Vertrag und kaufte sich heraus. Künftig wird er in Italien spielen.

Während Dragovic am Sonnabend schon nicht mehr auf der Bank saß, spielte der Amerikaner Lance Jeter noch einmal knapp 15 Minuten. Die offizielle Mitteilung, dass auch er geht, kam erst einen Tag später. Jeter verlasse den Verein auf seinen eigenen Wunsch, um seiner schwangeren Ehefrau in seiner Heimat beizustehen, hieß es. „Der neue Trainer hat uns neue Energie gegeben“, meinte Jeter noch unmittelbar nach der Niederlage gegen Würzburg. Und er verbreitete Optimismus: Die Chance auf den Klassenerhalt sei nach wie vor da.

Das Geschehen zuvor bot allerdings nur bedingt Anlass zu solcher Zuversicht. Denn viele der 2 600 Zuschauer in der Stadthalle wähnten sich in einem Spiel, dessen Geschichte sie so oder ähnlich schon mehrfach in dieser Saison erleben mussten. Einmal mehr zeigte sich der MBC als Mannschaft der zwei Gesichter. Diesmal war es das dritte Viertel, in dem das Team eine richtig starke Leistung zeigte. Angeführt von TaShawn Thomas und Marcus Hatten, mit je 22 Punkten beste Werfer der Weißenfelser, drehte das Team den 31:39-Rückstand zur Pause in eine 59:56-Führung zum Ende des dritten Viertels.

Doch in den letzten zehn Minuten offenbarten sich erneut die Schwächen der ersten Hälfte. Die Würzburger waren gedanklich schneller, aggressiver, körperlich präsenter unter den Körben. Erneut leistete sich der MBC zahlreiche Abspielfehler und Ballverluste.

Und noch eines war nicht zu übersehen: Hinter den ersten Fünf des MBC kommt zu wenig spielerische Substanz von der Bank. Spieler wie Filip Bundovic und Jonathan Maier waren in ihren kurzen Einsätzen nicht in der Lage, die Top-Leute zu entlasten.

Zumindest kämpferisch gut

So endete das Spiel wie fast alle in dieser einigermaßen verkorksten Hinrunde: Der MBC hatte keine Mittel mehr, um dem Gegner wirksam etwas entgegenzusetzen. Immerhin bescheinigte Trainer Predrag Krunic dem Team im zweiten Spiel unter seiner Leitung eine gute kämpferische Leistung und eben ein starkes drittes Viertel. Im Vergleich zum Heimspiel drei Tage zuvor gegen Frankfurt sei die Leistung „ein kleiner Schritt nach vorn“ gewesen. Und Krunic machte sich und der Mannschaft Mut: „Wir kämpfen weiter.“

Allerdings weiß auch der neue Trainer, dass Kampf allein für den Klassenerhalt nicht reichen wird. Der Spielplan will es, dass der MBC zu Beginn der Rückrunde am 15. Januar im Auswärtsspiel erneut gegen Würzburg ran muss. Bis dahin will sich der Verein nach Verstärkung umsehen - nach Personal, das die Mannschaft für den zweiten Teil der Saison konkurrenzfähiger macht. (mz)