Nachrichten aus Sachsen-Anhalt, Mitteldeutschland und der Welt

Mitteldeutscher BC aus Weißenfels: Seit Jahren Bundesligist

Baskteballer des MBC

Jubel nach einer gewonnenen Partie in der Saison 2014/15, die mit Platz zwölf endete. Damals gehörten unter anderem zum Team: Djordje Pantelic (l.), Hördur Vilhjalmsson (3. v. l.), Malte Schwarz (6. v. l.), Frantz Massenat und Patrick Richard (4. u. 3. v. r.) sowie Christian Standhardinger (2. v. r.) und Marc Liyanage (r.).

Foto:

Peter Lisker

Weissenfels -

„Der Mitteldeutsche Basketball Club ist ein Aushängeschild für den Sport in Weißenfels und im Burgenlandkreis.“ Das ist eine Kernaussage des früheren Geschäftsführers und jetzigen Sprechers des Beirates des MBC, Jörg Hexel. Auch wenn manche Kritiker sagen: In der Bundesligamannschaft spielt ja niemand, der seine Wurzeln in Weißenfels oder in der unmittelbaren Region hat. Dennoch kommen zu dem Heimspielen in guten Zeiten 3000 Zuschauer, in schlechten um die 2500. Mehr hat niemand im Burgenlandkreis aufzuweisen. Und nur wenige Mannschaften toppen das in Sachsen-Anhalt.

Bundesligareife Mannschaften - schon gar nicht in einer der Topsportarten des Landes - stellt heute keiner mehr aus der Region auf die Beine. Das nationale und internationale Zusammenspiel ließ den MBC im Jahr 2015 - und um das geht es in der aktuellen Sportlerumfrage - die Saison auf Platz zwölf beenden. Und das in einer der vier Top-Ligen Deutschlands nach Fußball, Handball und Eishockey. Und das in einer der besten Basketballligen in Europa. Und das mit einem Jahresetat, der zu den kleinsten in der Bundesliga gehört.

Für die Basketballer aus Weißenfels ist das ein Riesenerfolg. Ein Jahr zuvor schrammte das Team mit Platz neun nur knapp am Viertelfinale der Meisterschaft, der ersten Play-off-Runde also, vorbei. Aktuell kämpft die Mannschaft gegen den Abstieg.

Auswirkung auf den Sport in der Region

Auch wenn die Spieler der Mannschaft vornehmlich aus ganz Deutschland und den USA, zeitweise auch aus Serbien oder Island und anderen Ländern kommen, die Teilnahme am Bundesliga-Spielbetrieb sorgt für Aufsehen, wird national wahrgenommen, der MBC taucht in internationalen Basketball-Portalen auf. Das hat konkrete Auswirkung auf den Sport in der Region.

Nicht nur, dass der MBC neben dem Profiteam Mannschaften in der Nachwuchs-Bundesliga und in der Jugend-Bundesliga an den Start bringt, im Landesspielbetrieb stehen auch Mannschaften der unter 14- und der unter Zwölfjährigen. Schulprojekte, Schnuppertrainings und das Engagement im bundesweiten Nachwuchsprojekt „Kinder plus Sport Basketball-Academy“ gehören ebenfalls zum Nachwuchskonzept des Bundesligaclubs.

Zurück zum Profisport. Die Mannschaft, die in der Saison 2014/2015 unter dem Cheftrainer Silvano Poropat so erfolgreich agiert hat, besteht zwar nicht mehr, aber der Erfolg bleibt. Spieler wie Malte Schwarz, Patrick Richard oder Christian Standhardinger und Djordje Pantelic haben das Spiel des Teams bestimmt. Sie haben vor allem im ersten Viertel der Saison mit dafür gesorgt, dass die Fans des MBC schon von Höhenflügen wie der Pokalqualifikation oder Play-off-Teilnahme träumten. Etwas später kam man wieder auf dem Boden der Tatsachen an, aber mit Platz zwölf auf einem mehr als respektablen Rang.

Die Spieler sind mittlerweile zu anderen Vereinen gewechselt. Finanzielle Gründe spielen dabei oft einen Rolle. Aber der MBC hat ihnen geholfen, an ihrer Karriere zu basteln, sich weiterzuentwickeln. Mittlerweile spielt der MBC seine elfte Saison in der Basketball-Bundesliga, im Moment die vierte Saison hintereinander.

Die aktuelle Mannschaft entstand mit Saisonbeginn nahezu völlig neu. Nur zwei Spieler - Frantz Massenat und Robert Zinn - blieben dabei; und Trainer Poropat, der inzwischen zurückgetreten ist und von Predrag Krunic abgelöst wurde. (mz)