Vorlesen

Basketball: Menz wird neuer Bundestrainer

Uhr | Aktualisiert 06.12.2012 22:06 Uhr

Frank Menz trainiert jetzt die deutschen Basketballer. (FOTO: DPA)

Von
Frank Menz ist vom Deutschen Basketball Bund (DBB) zum Bundestrainer befördert worden und soll die Nationalmannschaft bei der EM 2013 in Slowenien zum Erfolg führen.
Drucken per Mail
Frankfurt/Main/mz. 

Die Basketball-Fans rund um Weißenfels bekommen heute noch leuchtende Augen, wenn sie den Namen Frank Menz hören. Mit dem gebürtigen Berliner begann vor 16 Jahren der Höhenflug des SSV Einheit und heutigen Mitteldeutschen BC. Menz führte die Wölfe 1999 als erstes ostdeutsches Team in die Basketball-Bundesliga und bot den etablierten Klubs der Szene auf Anhieb die Stirn.

Die Profis der Skyliners Frankfurt, der Telekom Baskets Bonn oder selbst die Albatrosse aus Berlin erinnern sich heute noch mit Grauen an den gerade einmal 1 000 Zuschauer fassenden Hexenkessel Weißenfels-West oder die mit mehr als 2 000 Fans oft ausverkaufte Spergauer Jahrhunderthalle. Menz machte seine Wölfe zu einem der gefürchtetsten Aufsteiger in der BBL-Historie und wurde im Jahr 2000 auf Anhieb als Trainer des Jahres geehrt.

Alles Geschichte. Selbst die heutige MBC-Spielstätte, die Stadthalle Weißenfels, wird für den mittlerweile 48-jährigen Menz zu einer kleinen Arena angesichts jener Hallen, in die er künftig die deutsche Nationalmannschaft führen wird. Am Donnerstag beförderte der Deutsche Basketball-Bund (DBB) den bisherigen Coach der A-2- und U-20-Nationalmannschaft zum Bundestrainer.

Menz tritt damit die Nachfolge von Svetislav Pesic an, der die Auswahl nach erfolgreicher EM-Qualifikation aufgegeben und vor kurzem beim Bundesligisten Bayern München unterschrieben hat.

Martin Geissler, der Geschäftsführer des MBC, konnte den neuen Bundestrainer vorige Saison einige Male zu Zweitligaspielen in Weißenfels begrüßen. Dort machte sich Menz ein Bild von seinem U-20-Spieler Philipp Heyden. "Ich denke, seitdem Frank Menz vor sechs Jahren beim DBB begonnen hat, arbeitete er genau auf dieses Ziel hin", so Geissler. "Das ist eine große Veränderung von Pesic zu Menz."

Zu seiner Vorstellung als neuer Bundestrainer hatte sich Frank Menz in Schale geworfen. Erstmals seit seiner Hochzeit vor sieben Jahren war er wieder in einen Anzug geschlüpft. Eigentlich untypisch für ihn, der im Gegensatz zu vielen Kollegen seiner Branche viel lieber in T-Shirt oder Hemd an der Seitenlinie steht.

Seine neue Aufgabe, die er als große Herausforderung ansieht, geht er deshalb auch wieder hemdsärmelig an. "Mein Ziel ist es, die Mannschaft an ihre Grenzen zu führen. Wir werden intensiv spielen, mit Lust und Laune", versprach Menz und kündigte an: "Wir wollen defensiv eines der besten Teams in Europa sein."

Menz, der noch immer in Jena wohnt, wo 2006 seine Zeit als Vereinstrainer endete, erhält einen unbefristeten Vertrag beim DBB, für den er im vergangenen Jahr mit dem U-20-Team bei der EM in Spanien einen hervorragenden fünften Platz erreichte.

Menz fängt auch nicht bei Null an, denn zuletzt fungierte er bereits als Assistent unter Pesic. "Er hat im Verband exzellente Aufbauarbeit geleistet. Unsere Vorstellungen liegen auf einer Wellenlänge. Frank ist etwas strenger als Pesic und fachlich sehr gut aufgestellt", beschrieb DBB-Präsident Ingo Weiss den neuen Chefcoach. "Wir haben schon vor fünf Jahren gesagt, wir wollen einen Trainer für uns aufbauen. Frank hat damals gesagt: Ich will das auch. Deshalb habe ich mit keinem anderen Kandidaten gesprochen."

Die EM vom 4. bis 22. September 2013 wird für Menz das erste große Turnier. Bis dahin bleibt noch viel Zeit, aber er will schnell in die Planungen einsteigen. In Slowenien soll der Bundestrainer dafür sorgen, dass die DBB-Auswahl die Qualifikation für die WM 2014 in Spanien schafft.

Mit dem zurzeit verletzten Superstar Dirk Nowitzki will Menz das Gespräch suchen, sich aber auf die Spieler konzentrieren, die länger zur Verfügung stehen. "Wir sind in einem Umbruch und werden auch so planen", so Menz. Schließlich gebe es einen "guten Nachwuchs in allen Bereichen. Diese Situation hatten wir in den letzten Jahren nicht."

Auch interessant