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Auszeichnung: Harting und Neuner sind Sportler des Jahres

Uhr | Aktualisiert 16.12.2012 22:39 Uhr
Diskuswerfer Robert Harting hält im Kurhaus von Baden-Baden seine Trophäe zum «Sportler des Jahres» hoch. (FOTO: DPA) 
Achter, Neuner, Harting: Zwei Olympiasieger von London und die zurückgetretene Biathlon-Queen Magdalena Neuner sind Deutschlands Sportler des Jahres 2012.
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Baden-baden/sid. 

Robert Harting wurde am Sonntag in Baden-Baden als erster Diskuswerfer in der 66-jährigen Geschichte der Sportlerwahl als Sieger gefeiert. Magdalena Neuner dominierte nach zwei WM-Titeln und dem Gesamtweltcup-Gewinn wie schon 2007 und 2011. Und zum sechsten Mal seit 1959 ging bei den Mannschaften wie bei Olympia in London der Deutschland-Achter als Erster durchs Ziel.

Rund 1500 Sportjournalisten wählten dieses Trio bei der 66. Abstimmung der Internationalen Sport-Korrespondenz (ISK) mit großem Abstand auf Platz eins. Während Magdalena Neuner (25) trotz des Karriereendes im März ihre eigene Nachfolgerin wurde, trat Harting in die großen Fußstapfen von Basketball-Star Dirk Nowitzki, der nicht in die Top Ten kam.

Der Achter folgte Fußballmeister Borussia Dortmund, diesmal nur Vierter und trotz des Bundesliga-Spiels Stunden zuvor im nahen Hoffenheim (3:1) nicht präsent. Ähnlich fehlten die Handballer des THW Kiel nach ihrem Spiel am frühen Abend bei der HSG Wetzlar (27:26). Sie wurden trotz sensationeller Bundesliga-Saison ohne Punktverlust und des Champions-League-Triumphes nur Fünfte.

Robert Harting ist der 22. männliche Leichtathlet, der seit der ersten Wahl 1947 (inklusive DDR 1953 bis 1989) bei der Sportlerwahl triumphierte. Der Mann, der sich nach dem Olympia-Gold in London wie schon bei den WM-Titeln 2009 und 2011 im Siegestaumel das Trikot vom Leib gefetzt hatte, verwies mit 3049 Punkten Formel-1-Star Vettel (2578) auf Platz zwei. Der Heppenheimer, im Jahr zuvor nur von Nowitzki übertroffen, konnte sich keinen Boxen-Stopp in Baden-Baden leisten, er grüßte via ZDF vom „Race of Champions“ aus Bangkok.

Doppel-Olympiasieger Michael Jung (Horb/946) landete nach Doppel-Gold in der Vielseitigkeit als Vierter hinter dem Turn-Olympiazweiten Marcel Nguyen (Unterhaching/1587). Magdalena Neuner schlug als Erste seit Alpin-Star Katja Seizinger 1996 in einem Jahr ohne Winterspiele die Stars des Sommers. Dies war bei Sommer- und Winterspielen im gleichen Jahr nur Eiskunstläuferin Ria Falk-Baran 1952 und Ski-Ikone Rosi Mittermaier 1976 gelungen.

Neuner setzte mit ihrem dritten Triumph in Baden-Baden den Siegeszug ihrer Sportart fort. Biathletinnen lagen nach ihrem ersten Wahlsieg 2005 bereits zum fünften Mal vorn. Öfter als Neuner siegten in den Wahl-Annalen nur vier Deutsche: Fünfmal Tennis-Queen Steffi Graf (1986-99), 400-m-Weltrekordlerin Marita Koch (1978-82) und Kunstspringerin Ingrid Krämer (1960 in Ost und West), viermal in Serie Hochsprung-Ikone Ulrike Meyfarth (1981-84) und der frühere Schwimm-Star Kornelia Ender (1973-76).

Nicht nur gegen die hoch überlegene Neuner (3368) hatten die deutschen Olympiastars keine Chance, weil ihnen am Ende das Gold fehlte: Auch die Tennis-Weltranglistenfünfte Angelique Kerber (1545) lag noch vor Leichtathletin Lilli Schwarzkopf (1487), in London Zweite im Siebenkampf. Dahinter schob sich als Vierte Ausnahme-Rodlerin Tatjana Hüfner (955) noch vor Silber-Fechterin Britta Heidemann (945).

In der Teamwertung wog Olympia-Gold schwerer als Titel im Hand- und Fußball: Der Deutschland-Achter von Ralf Holtmeyer feierte für die Sportart Rudern nach 19 Jahren Pause den ersten und insgesamt neunten Wahl-Sieg bei den Männern. Mit 3003 Punkten wurden die Beachvolleyballer Brink/Reckermann abgeschmettert (2603), Dritte wurden die Hockey-Männer (2071), deren Rekord-Nationalspieler Matthias Witthaus angesichts des 500.000-Euro-Schadens bei der Londoner Siegesfeier auf der MS Deutschland den Baden-Badener Veranstaltern Sorgen nahm: „Wir werden diesmal besonders aufpassen.“

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