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Auslosung Champions League: Deutsche Handballteams vor schweren Aufgaben

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Füchse-Manager Bob Hanning.

(BILD: DPA)
Ein Hammerlos, eine weite Reise und zweimal als Favorit gegen slowenische Teams: Das deutsche Handball-Quartett ist mit den Losen für das Achtelfinale in der Champions League zufrieden.
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Wien/dpa

Bob Hanning war nach der Champions-League-Auslosung hin- und hergerissen. Denn einserseits hätte der kommende Achtelfinal-Gegner der Füchse Berlin nicht schwerer sein können, schließlich stand auf dem Los der Name von BM Atletico Madrid. Doch als Werber für den Handball im Allgemeinen und sein Team im Besonderen hob der Manager das Positive hervor: „Es ist ein Hammerlos, was das Weiterkommen betrifft, aber ein Traumlos für unsere Fans.“
Die Berliner Anhänger werden zum Rückspiel zwischen dem 20. und 24. März in die Max-Schmeling-Halle pilgern müssen. „Madrid war unser Wunschgegner. Wir hoffen auf eine ausverkaufte Halle, denn attraktiver geht es nicht“, sagte Füchse-Geschäftsführer Stefan Güter am Dienstag nach der Auslosung in Wien. Das Hinspiel zwischen dem 13. und 17. März findet in Madrid statt. Die genauen Spieltermine sollen bis Ende dieser Woche festgelegt werden.
Während die Füchse aus Berlin ums Weiterkommen bangen müssen, hat das Nord-Trio THW Kiel, HSV Hamburg und SG Flensburg-Handewitt herausfordernde bis lösbare Aufgaben auf dem Weg ins Viertelfinale vor sich. Titelverteidiger Kiel trifft auf den russischen Rekordmeister Medwedi Tschechow, Hamburg mit Celje Pivovarna Lasko und Flensburg-Handewitt mit Gorenje Velenje haben jeweils Kontrahenten aus Slowenien gezogen.
„Wer zum Final4-Turnier nach Köln will, muss auch Medwedi schlagen. Das ist der attraktivste, aber auch schwerste Gegner, zudem bedeutet das Reisestress“, kommentierte Kiels Geschäftsführerin Sabine Holdorf-Schust das Los. Vor drei Jahren, als der THW seinen zweiten Champions-League-Sieg feierte, hatte Tschechow - fast identisch mit der russischen Nationalmannschaft - das Halbfinale in Köln erreicht. „Die sind stark“, urteilte Geschäftsführer Klaus Elwardt kurz und bündig und merkte an: „Leider eine weite Reise. Wir müssen ein Visum beantragen.“
In der laufenden Spielzeit hatten die nahe Moskau beheimateten Russen in der Gruppenphase gegen Hamburg und Flensburg gespielt und nur einmal verloren. „Moskau war die stärkste Mannschaft, die für uns im Auslosungstopf war. Es ist gut, dass wir das Rückspiel in Kiel vor unseren eigenen Fans bestreiten können“, meinte Kiels Nationalspieler Dominik Klein.
Weitgehend zufriedene Mienen gab es in Flensburg und Hamburg. HSV-Trainer Martin Schwalb freute sich über „ein schönes Los. Celje ist ein großer Club, ein großer Name. Das Team befindet sich im Umbruch, kommt aber mit vielen jungen und hungrigen Spielern.“ Sein Präsident Matthias Rudolph warnte mit teils drastischen Worten vor der Spielstärke der Slowenen: „Die sind stark, die haben Potenzial. Die werden kratzen, beißen, spucken. Die werden uns Probleme machen. Aber es hilft nichts: Wir müssen weiterkommen. Das kriegen wir schon irgendwie hin.“
Flensburg wird Gegner Velenje „nicht auf die leichte Schulter nehmen“, wie Manager Dierk Schmäschke in Wien betonte. Dennoch ist sein Team klarer Favorit. „Im Achtelfinale gibt es keine leichten Gegner mehr gibt“, sagte Flensburgs Kapitän Tobias Karlsson. „Die Mannschaften aus Slowenien sind mittlerweile sehr stark.“

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