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Alina Hartmann von SV Halle Lions : Mit Hochgefühl zur Nationalmannschaft

Alina Hartmann (l.) glänzte gegen Rotenburg mit vielen erstklassigen Würfen und Aktionen.

Alina Hartmann (l.) glänzte gegen Rotenburg mit vielen erstklassigen Würfen und Aktionen.

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E. Schulz

Halle (Saale) -

Am Montagvormittag sitzt Alina Hartmann im Zug. Aussteigen wird die Basketballerin der SV Halle Lions in Heidelberg. Dort trifft sich die Nationalmannschaft zu einem Vorbereitungslehrgang auf die anstehenden EM-Qualifikationsspiele gegen Luxemburg am Samstag (in Nördlingen) und vier Tage später gegen Europameister Serbien in Wasserburg. Eigentlich hatten sich auch die Hallenser um die Austragung eines dieser Spiele beworben, aber der Verband gab dem Süden den Zuschlag.

Beste Akteurin des Spiels

Alina Hartmann hätte sicherlich liebend gern in ihrer sportlichen Heimat debütiert, in der Erdgas Sportarena. Dort, wo sie am Samstag beim Bundesliga-Duell der Lions gegen die Avides Hurricanes aus Rotenburg mit einem furiosen Auftritt ihre Auswahlreife nachdrücklich demonstriert hatte. „Natürlich ist es toll, mit so einem prima Gefühl zur Nationalmannschaft reisen zu können“, sagte die 20-Jährige nach dem 83:78-Erfolg, zu dem sie 19 Punkte und 14 Rebounds (Balleroberungen) beigesteuert hatte. Sie stellte dabei auch die Nationalspielerinnen des Gegners, Pia Mankertz und Margret Skuballa, in den Schatten. Völlig zurecht wurde sie zur besten Akteurin des Spiels gewählt, mit dem die Lions den sechsten Platz der Liga nun fix haben dürften. In den Playoffs ginge es - Stand jetzt - gegen Keltern.

Lob für seinen Publikumsliebling hatte dann auch Trainer René Spandauw parat. „Sie war großartig und hat gezeigt, dass sie in die Nationalmannschaft gehört. Dabei ist sie noch längst nicht am Limit“, sagte der Coach. „Großartig“ fand er diesmal auch den Auftritt von Lauren Engeln. Die Amerikanerin, die sonst immer ein wenig außerhalb des Fokus spielt, dominierte zusammen mit Hartmann bereits das erste Viertel. In diesen zehn Minuten warf Engeln gleich elf Punkte, spannte sich als unermüdliche Antreiberin vor die Mannschaft. „Jetzt hat sie ihre Rolle gefunden. Jeder konnte sehen, wie wichtig sie ist“, sagte Spandauw. Und für Hartmann war dies ein Zeichen: „Jetzt weiß jeder, dass unser Spiel nicht nur an Sasha Tarasava und Kristen McCarthy hängt.“

Tarasava und McCathy drehen das Spiel

Was wohl die wichtigste Erkenntnis des dramatischen Spiels gegen Rotenburg war. Die beiden Stars kamen diesmal nämlich nur schwer in die Gänge - neun Zähler hatte Tarasava zur Halbzeit (43:33) verbucht, McCarthy sechs. Aber als dann das Duell vor 683 Zuschauern im letzten Abschnitt zu kippen drohte (56:58/31.), explodierte das Duo förmlich. Innerhalb von vier Minuten drehten sie mit 15 Punkten die Partie (71:65). Dann legte Hartmann noch einen Dreier nach. Und als Engeln zwei Minuten vor dem Ende zum 81:70 traf, war das so spannende wie dramatische Spiel entschieden.

Alina Hartmann muss sich nun erneut durchsetzen. Aus dem 14er-Kader der Nationalmannschaft werden bis Donnerstag noch zwei Spielerinnen gestrichen. „Ich bin die Jüngste, kenne niemanden und muss erst einmal reinschnuppern“, sagt die Jung-Löwin bescheiden. „Aber natürlich möchte ich auch spielen.“ Für Coach Spandauw steht fest: „Sie hat sich ihre Chance verdient.“ (mz)



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