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1. FC Zeitz: Fehlendes Stadion gefährdet die Zukunft des Vereins

Sebastian Holz (rechts) spitzelt im Zweikampf dem Zorbauer Christopher Dillgen den Ball vom Fuß. Die Zeitzer entschieden das Burgenland-Derby am 5. Dezember 2015 mit 3:2 zu ihren Gunsten.

Sebastian Holz (rechts) spitzelt im Zweikampf dem Zorbauer Christopher Dillgen den Ball vom Fuß. Die Zeitzer entschieden das Burgenland-Derby am 5. Dezember 2015 mit 3:2 zu ihren Gunsten.

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Alexander Grimm

Zeitz -

Die Vorbereitungen des Landesligisten 1. FC Zeitz für die Rückrunde laufen seit einigen Tagen. Der beste Fußballverein aus dem ehemaligen Altkreis überwintert in der zweithöchsten Spielklasse auf dem siebten Platz. Mit Hajo Bartlau, dem ersten Vorsitzenden des Vereins, unterhielt sich die MZ über die Nahziele des Clubs in den kommenden Monaten.

Erst einmal ein Blick zurück. Können Sie mit dem Zwischenergebnis zur Winterpause leben?
Bartlau: Wenn Sie das Ergebnis der ersten Mannschaft meinen, ja. Der Blick auf das Torverhältnis tut ein bisschen weh, aber ansonsten sind die 24 Punkte erst einmal im Kasten. Ich bin auch mit allen anderen Zwischenergebnissen zufrieden. Ich freue mich über jede Mannschaft, die beim 1. FC Zeitz Fußball spielt, auch wenn sie Tabellenletzter, wie unsere D-Junioren in der Kreisoberliga, ist.

Sind Sie mit der Arbeit des neuen Trainers zufrieden. Halten Sie nach Verstärkungen Ausschau?
Bartlau: Mit Andreas Pietzonka haben wir einen Trainer gesucht und gefunden, der ohne Vorgeschichten und vorherige Verstrickungen mit anderen Personen behaftet war. Er ist ein bescheidener Typ, der keine Luftschlösser baut. Auftauchende Probleme klären wir mit ihm intern. Ansonsten wird es in dieser Woche noch ein Gespräch mit dem Trainer über die Rückrunde geben. Dominic Neudeck hat sein Versprechen gehalten und ist nun nach seiner Ausbildung zurückgekehrt. Auch sein Vater Heiko wird sich ab sofort mit einbringen und sich um das Torwarttraining kümmern.

Was erwarten Sie vom Team in der Rückrunde?
Bartlau: Ich erwarte, dass solche Enttäuschungen wie gegen Elster und Ramsin daheim nicht mehr passieren.

Welche Probleme brennen Ihnen am meisten auf den Nägeln?
Bartlau: Das derzeit größte Problem ist die Ungewissheit für die Zukunft. Es stehen im Verein so viele Fragen im Raum, die keiner beantworten kann. Grob zusammen gefasst, kann man sagen: Kein Stadion, kein Konzept. Es tut mir leid, dass ich den vielen Kinder, die im Verein Fußball spielen, keine Perspektive bieten kann. Ich würde fußballbegeisterte Kinder, Eltern und Übungsleiter mit einem schönen, neuen Stadion locken, wo sie unter besten Bedingungen trainieren und ihre Freizeit verbringen können. Ich muss sie immer wieder „auf bald“ vertrösten. Unser Verein trägt den Namen unserer Stadt und wir sind uns auch unserer gesellschaftlichen Aufgabe vor allem in präventiver Hinsicht bewusst. Um diese Aufgabe zu erfüllen, brauchen wir aber einen geeigneten Ort. Stattdessen ordnen wir die Polizeiprotokolle nach der Reihenfolge der Einbrüche im toten Stadiongelände. Wir versuchen Ordnung in das Chaos zu bringen. Dass dann kaum noch Zeit für die Umsetzung von neuen Ideen bleibt, nervt.

Wie schlägt sich dieses Chaos im Verein nieder?
Bartlau: Das Resultat ist ein rapider Schwund an Mitgliedern und damit verbunden das Fehlen von Leuten, die den Verein vielleicht ein kleines bisschen voranbringen. Als nächstes wird die Abteilung Frauenfußball abgemeldet. Im Vorstand des 1. FC Zeitz fehlt seit mehreren Monaten ein Werbe- und Pressewart. Diesen Posten habe ich jetzt auch noch übernommen. Am 18. März wird der Verein seine diesjährige Mitgliederversammlung durchführen, auf der auch ein neuer Vorstand gewählt wird. Ich rufe hiermit ganz offiziell dazu auf, sich beim 1. FC Zeitz zu engagieren und den Vorstand, gern auch als 1. Vorsitzender, zu unterstützen.

Kann die Mannschaft ihre Heimspiele in der Rückrunde im Thälmann-Stadion austragen?
Bartlau: So lange das Stadion eine Baustelle ist, heißt es dort für Zuschauer: Betreten verboten!

Zeitz hat große Traditionen im Fußball. Peilen Sie mit dem Verein in naher Zukunft den Sprung in die Verbandsliga an?
Bartlau: Ein klares Nein. Der Traditionen sind wir uns bewusst und zehren auch reichlich davon. Aber so lange die schon beschriebenen Umstände herrschen, ist der Gedanke an die Verbandsliga in naher Zukunft abwegig. Dazu müsste man die erste Mannschaft verstärken, eine eigene Spielstätte haben, den Sponsoren ein Konzept für die Zukunft vorlegen und der Unterbau im Nachwuchsbereich müsste vorhanden sein. Das alles haben wir zur Zeit nicht. Außerdem wurde vor zwei Jahren schon einmal eine Rakete in Richtung Verbandsliga gezündet, die uns aber um die Ohren geflogen ist. Damals musste man denken, der Verein spielt schon in der ersten Bundesliga. Darunter hat die Außendarstellung gelitten. Einige Leute hatten den Boden der Tatsachen verloren. Diese Leute sind zwar nicht mehr da, aber auch viele engagierte Mitglieder, die man heute gut gebrauchen könnte, haben uns den Rücken gekehrt. Es ist mir klar, dass die Fans immer sehr gern aufsteigen möchten. Aber so lange die Basis nicht stimmt, werden wir in naher Zukunft keine Aufstiegsparty haben. Als Trost verspreche ich zum diesjährigen 20. Jahrestag des Aufstiegs in die Verbandsliga eine kleine Jubiläumsfeier. (mz)


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