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Handball: Nichts für schwache Nerven

Uhr | Aktualisiert 16.12.2012 19:03 Uhr
Geschenkt haben sich die Damen nichts. Hier wird Diana Böhler (Mitte) von Paula Ehrig (li.) und Doreen König vom HBC bedrängt. (FOTO: THOMAS KLITZSCH) 
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Das Lokalderby in der Sachsen-Anhalt-Liga der Frauen entwickelte sich zum erwartet spannenden Duell zwischen Gastgeber HBC Wittenberg und der BSG Aktivist Gräfenhainichen. Die Männer von Grün-Weiß Wittenberg verließen am Wochenende das Parkett als Sieger.
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wittenberg/MZ. 

Sachsen-Anhalt-Liga Frauen

Nachdem die Erfolgsserie vor zwei Wochen beim SV Oebisfelde unterbrochen wurde, erkämpfte sich der HBC Wittenberg im Derby gegen Favorit BSG Aktivist Gräfenhainichen ein 26:26. Wenngleich dem Gastgeber am Ende auch ein wenig das Glück zur Seite stand.

Von Beginn an war zu merken, dass das Aufeinandertreffen der beiden Lokalkontrahenten eine spannende Angelegenheit wird. Die Gäste waren zwar personell geschwächt angereist, blieben aber trotzdem der erwartet schwere Gegner. Die Damen von HBC-Coach Jens Bertuleit stellten sich jedoch darauf ein. Die Abwehr überzeugte, die Trefferquote nahm deutlich zu. Vor allem die dichten Reihen hinten machten es der BSG sehr schwer, überhaupt eine Lücke zum Durchkommen zu finden.

Der HBC erarbeitete sich rasch einen Vorsprung. Die Frauen aus Gräfenhainichen ließen den Gastgeber aber nie besonders weit weg. Trotzdem gelang es Wittenberg, sich bis auf 11:6 beziehungsweise 13:7 (20. Minute) abzusetzen. In dieser Phase zeigten jedoch die BSG-Damen von Trainer Helge Rudow, warum sie zu den Besten in der Liga gehören. In den letzten Minuten des ersten Durchgangs gaben sie noch einmal ordentlich Gas und kämpften sich wieder heran. Der Vorsprung, mit dem der HBC in die Pause ging, schmolz auf nur ein Tor zusammen (15:14). Was die Gastgeberinnen offensichtlich nervös machte. Denn im zweiten Durchgang gelang es dem Bertuleit-Team nicht mehr, sich so dominierend wie in der ersten Halbzeit durchzusetzen. Es entwickelte sich eine Begegnung auf Augenhöhe. In der 52. Minute lag Gräfenhainichen das erste Mal in Führung und eröffnete damit ein regelrechtes Herzschlagfinale. In der verbleibenden Spielzeit wechselte die Führung ständig. Auch nahm die Gangart auf dem Parkett deutlich härtere Züge an. So kassierten die Gäste gleich dreimal Rot. Bei den Hausherrinnen ließen dafür die Kräfte nach. Am Ende waren es die etwas besseren Nerven, aber auch das nötige Quäntchen Glück, die Wittenberg vor einer möglichen Niederlage bewahrten. Denn in der allerletzten Minute gelang dem HBC der Ausgleich zum 26:26.

"Das war schon ein verdientes Unentschieden", schätzte Gräfenhainichens Trainer Helge Rudow anerkennend ein. HBC-Coach Jens Bertuleit machte es ganz kurz: "Es ist nur fantastisch."

HBC Wittenberg:

St. Amler, L. Knobel, J. Schilling, K. Richter (14 / 6), A. Otto (3), K. Busch, P. Ehrig (1), S. Weiß, D. Wurst, A. Seiffert (3), K. Bucher (4), D. König (1)

BSG Gräfenhainichen:

J. Richter, T. Mattscheck, St. Jahn (3), J. Eder (1), A. König (2), F. Körsten, M. Schaller (1), S. Merklein (5), C. Böhme (3), J. Fens (7), D. Böhler (2), K. Bloch, A. Börk (2)

Sachsen-Anhalt-Liga Männer

Jörg Nitsche sprudelte nach dem Abpfiff der Partie seiner grün-weißen Wittenberger gegen den HSV Haldensleben förmlich über. Mit dem 37:33-Auswärtserfolg unterstrichen die Wittenberger ihre offensichtlich ansteigende Formkurve. Der Coach war besonders davon angetan, "dass uns die unfreiwillige Pause vor einer Woche im Pokal nicht aus dem Rhythmus gebracht hat". Laut Nitsche war es eine geschlossene Mannschaftsleistung, die zum Erfolg führte. Und Wittenberg hat endlich bewiesen, dass man die gesamte Partie über Gas geben kann. Nur einmal - beim 2:2 - sei der Gastgeber auf Augenhöhe gewesen. Zur Pause lagen die Wittenberger bereits 19:15 in Front. "In der Kabine habe ich deutlich gesagt, dass wir uns den Sieg nicht mehr wegnehmen lassen dürfen", berichtete Nitsche. Was seine Jungs auch umsetzten. "Es wurden endlich einmal Nägel mit Köpfen gemacht", lobte der Trainer seine Mannschaft.

Grün-Weiß Wittenberg

:

Ch. Brandt, Ch. Panhans, E. Saak (1), L. Knape (1), M. Michna (4), R. Giese, A. Olle (7), S. Engel (13 / 4), B. Zimmermann (2), Ch. Schlüter (8), A. Schenke (1)

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