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Handball: Gute Laune als Talisman

Uhr | Aktualisiert 30.12.2012 18:45 Uhr
Die männliche D-Jugend des SV Grün-Weiß Wittenberg, hier Dennis Pranger (r.) im Match gegen die TSG Calbe am Ball, sicherte sich beim traditionellen Weihnachtsturnier den ersten Platz. (FOTO: THOMAS KLITZSCH) 
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Die E-Jugend des SV Grün-Weiß geht das Weihnachtsturnier locker an. Ann-Kathrin Pannicke, Trainerin der E-Jugend-Mädchen des SV, will ihre Schützlinge auf keinen Fall unter Druck setzen. Der Spaß steht im Vordergrund, Niederlagen werden im Schnelldurchgang analysiert.
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Wittenberg/MZ. 

"Meine Mädchen sollen doch nicht weinen", sagt Ann-Kathrin Pannicke, die ihre Schützlinge auf keinen Fall unter Druck setzen will. Die Trainerin der E-Jugend-Mädchen des SV Grün-Weiß Wittenberg weiß genau, wie weit sie an der Schraube drehen kann. Der Spaß steht im Vordergrund, Niederlagen werden im Schnelldurchgang analysiert. "Die Platzierung ist nicht so wichtig", meint Ann-Kathrin Pannicke, die vor dem Start in das diesjährige Weihnachtsturnier den Braten längst gerochen hat.

Nach der 0:21-Auftaktklatsche am Sonntag gegen den späteren Gewinner Jugendspielgemeinschaft Halle / Magdeburg / Barleben kommen die Grün-Weißen nie so richtig in die Spur und landen am Ende auf dem fünften Platz. Defizite besitzen die Mädchen aus der Lutherstadt vor allem im schnellen Pass- und Konterspiel sowie bei der Ballannahme.

Personaldecke wird dicker

Für die junge Trainerin, die das Team zusammen mit Siegfried Bischoff (früher TSG) betreut, ist dieser Ist-Zustand kein Beinbruch. "Zu Beginn der Anhaltliga-Saison stand ich vor einem Scherbenhaufen", blickt sie zurück und ist heute froh, dass sich der Kader inzwischen von sechs auf zwölf Spielerinnen vergrößert hat. "Heute standen erstmals drei Sportlerinnen aus der Reinsdorfer Schul-AG mit auf dem Parkett", erzählt sie weiter. Daher sei es nicht verwunderlich, dass dem Team die Praxis fehlt.

In der Rückrunde wollen die Grün-Weißen angreifen und sich vom derzeit sechsten auf den vierten Platz verbessern. "Das Potenzial dafür ist vorhanden", meint Pannicke, die sich im Weihnachtsturnier selbst schon Lorbeeren als Spielerin verdient hat. "Es macht jedes Jahr Spaß", lautet ihr Fazit. Die "lockere Trainingseinheit zum Jahresabschluss" kommt bei ihren Schützlingen sichtlich gut an. Nach einer Niederlage toben die kleinen E-Jugend-Mädchen durch die Wittenberger Stadthalle oder schicken ihren Eltern schnell eine Nachricht per Funktelefon.

Glückliche Cheforganisatorin

Cheforganisatorin Julia Hedenus, die seit 2011 das Zepter schwingt, will sich auch nach der 43. Auflage wieder vor den Karren spannen lassen. "Ich mache das in Eigenregie " erklärt die 20-Jährige, die sich derzeit in Dessau zur Verwaltungsfachangestellten ausbilden lässt. In die Rolle der "Chefin" ist Julia Hedenus eher durch Zufall geschlüpft. In einer internen Beratung im Frühjahr 2011 hat der Vorstand des ausrichtenden SV Grün-Weiß die Frauen-Mannschaft des Vereins aufgefordert, im Verein mehr Verantwortung zu übernehmen. Die 20-Jährige bekam den Staffelstab von Dieter Olle und Hans-Joachim Pötzsch überreicht und hat bewiesen, dass neue Besen gut kehren können. "Ich habe die Veranstaltung von vier auf drei Tage gestrafft", erzählt sie und betont, dass selbst ein abgespecktes Programm viel Arbeit bedeutet. "Einen Monat vor dem Start beginnt die ganz heiße Phase", so Hedenus, die kurz vor Turnierbeginn immer noch mit Detailänderungen beschäftigt war. Mit ihrer Arbeit in diesem Jahr ist die künftige Verwaltungsfachangestellte zufrieden. "Bis auf ein paar Zeitverschiebungen lief alles reibungslos ab. Aus diesen Pannen gilt es zu lernen."

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