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Floorball: Unfreiwillig zuschauen

Uhr | Aktualisiert 16.12.2012 20:48 Uhr

Oliver Hofmann (Nummer 3) erzielte gegen Döbeln das zwischenzeitliche 6:1 und lieferte zudem zwei Torvorlagen. (FOTO: PETER LISKER)

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Steve Richter muss beim Heimsieg des UHC Weißenfels im Achtelfinale des Deutschlandpokals gegen den UHC Döbeln mit der dritten Reihe oft aussetzen.
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Weissenfels/MZ. 

Die Gefühlswelt des Steve Richter war gespalten. Der 23-jährige Floorballer des UHC Weißenfels durfte sich am Sonnabend zusammen mit seinen Teamkollegen der ersten Mannschaft über einen letztlich ungefährdeten 10:1-Pokalerfolg (2:1/2:0/6:0) gegen den Bundesliga-Rivalen UHC Döbeln freuen. Damit zogen die Gastgeber ins Viertelfinale ein.

Richter selbst meinte: "Es hat richtig Spaß gemacht und mit meiner eigenen Leistung bin ich auch sehr zufrieden." Allerdings habe das Team die Anfangsphase etwas verschlafen. "Die ersten zehn Minuten sind noch nicht so rund gelaufen", sagte Richter. Das drückte sich prompt in einem 0:1-Rückstand (7. Minute) aus.

Was Richter aber etwas mehr wurmte, war die Tatsache, dass er ausgerechnet bei seiner gefühlten optimalen Tagesform zu oft zuschauen musste. "Ich spiele in der dritten Reihe, und die kam beim Überzahlspiel, wenn Döbeln eine Strafzeit kassierte, leider nicht zum Einsatz", ärgerte sich der angehende Versicherungs- und Finanzkaufmann, der seine Ausbildung in Zeitz absolviert.

Gerade im zweiten Drittel mussten er und seine Kollegen ungewöhnlich lange unfreiwillig pausieren. Denn zunächst musste der Döbelener Michael Schulz wegen eines unfairen Vergehens für zwei Minuten auf die Strafbank. Das nutzte Tim Böttcher nach Vorlage von Matthias Siede zum zwischenzeitlichen 4:1 (35. Minute).

Derweil stellte das Kampfgericht fest, dass Schulz gar nicht auf dem Protokoll eingetragen war. Das zog eine Disqualifikation sowie eine weitere fünfminütige Unterzahl der Gäste nach sich, bei der Richter, der mit einer Doppellizenz ausgestattet auch Mitglied der zweiten UHC-Mannschaft ist, zum Aussetzen verurteilt war.

"Es ist immer etwas schwierig, gegen vermeintliche Außenseiter im Pokal von Beginn an den Rhythmus zu finden, zumal gegen den UHC Weißenfels ja alle Teams hochmotiviert antreten und gerade in der Anfangsphase ihre Chance suchen, zu punkten", nahm Trainer Hannu Santanen indes sein Team etwas in Schutz.

Hinzu komme die vierwöchige Spielpause, die er mit sehr intensiven Training genutzt habe. Santanen: "Das ist diesbezüglich wohl die härteste Phase der Saison. Von daher mache ich meinem Team keinen Vorwurf, dass es zu Beginn nicht gleich perfekt lief."

Immerhin dauerte es keine vier Minuten, ehe Matthias Siede nach Vorlage des frisch gebackenen Weltmeisterschaftsvierten Sebastian Bernieck den Ausgleich erzielte (11.). Und Jonas Hoffmann, ebenfalls in der Vorwoche bei der WM in der Schweiz für Deutschland am Start, markierte noch vor der Pause die Führung, nachdem ihm Verteidiger Böttcher, der dritte aktuelle Männer-Nationalspieler in den Reihen des UHC, auflegte.

Im zweiten Durchgang zeigte Döbeln weiter harte Gegenwehr und hatte einige Möglichkeiten, das Ergebnis aus eigener Sicht etwas besser zu gestalten. Aber UHC-Tormann Eric Vogel oder das eigene Unvermögen standen den Gästen beim Abschluss im Weg. "Es ist etwas schade, dass wir nicht noch zwei, drei Tore mehr geschossen haben. Trotzdem sind wir mit unserer Leistung ganz zufrieden", so Döbelns Kapitän Martin Sauermann. Er sagte, dass man etwas experimentiert habe.

Auch der UHC, der im mittleren Abschnitt zweimal traf und im Schlussdurchgang mit weiteren sechs Toren enteilte, probierte die letzten drei Minuten erneut das Überzahlspiel und nahm dafür den Tormann für einen sechsten Feldspielers heraus. Sehr zum Leidwesen Richters. Am Sonntag war er mit der Reserve beim Zweitligaspitzenreiter Kaufering und musste sich nach einer 2:0-Führung (16.) am Ende mit 2:10 geschlagen geben.

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