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Floorball: Feintuning vor der WM in der Schweiz

Uhr | Aktualisiert 25.11.2012 22:17 Uhr
Tim Böttcher (2. von links) und Sebastian Bernieck sind zwei von drei Spielern des UHC Weißenfels, die zum deutschen WM-Aufgebot gehören. Dazu zählt auch Jonas Hoffmann (nicht im Bild). (FOTO: PETER LISKER) 
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Die deutsche Floorball-Nationalmannschaft bereitet sich in Hohenmölsen und Weißenfels auf Weltmeisterschaft vor. Mit im Aufgebot sind drei Akteure vom UHC.
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Weissenfels/Hohenmölsen/MZ. 

Noch zehn Sekunden auf der Uhr und Deutschland soll das entscheidende Tor schießen. Ob zum Sieg oder zum Ausgleich, das ist offen. Die Spielsituation in der menschenleeren Stadthalle Weißenfels ist eine Simulation. Floorball-Bundestrainer Philippe Soutter gibt die Schlusssirene und lässt das ganze mehrfach wiederholen. In drei Reihen hat er die deutschen Nationalspieler dafür aufgeteilt, die im Wechsel Angriff und Abwehr übernehmen sollen. Das geforderte Tor fällt nach mehreren Versuchen allerdings nur zweimal. Einmal trifft Tim Böttcher, das andere Mal ist Sebastian Bernieck erfolgreich.

Die zwei 21-jährigen Bundesliga-Akteure vom mehrfachen und amtierenden deutschen Meister UHC Sparkasse Weißenfels gehören ebenso zum Aufgebot wie Nachwuchstalent Jonas Hoffmann (17). Gemeinsam bereiten sie sich bei diesem letzten Trainingslager auf die Weltmeisterschaften vor, die ab dem kommenden Sonntag in der Schweiz stattfindet.

Deutschland, dass die vergangenen Jahre mehrfach in der mittlerweile aufgelösten B-Division den Aufstieg zu den besten acht Nationen verfehlte, hatte sich im vergangenen Februar erfolgreich qualifiziert. Jetzt wartet im Auftaktmatch der WM in der Vorrunden-Gruppe D kein geringerer als Titelverteidiger Finnland auf die Deutschen.

Dafür legte sich das Team bei der abschließenden Vorbereitung voll ins Zeug. "Feintuning", fasste Soutter das Ganze zusammen. "Der Teamgeist stimmt, die Männer sind hochmotiviert", lobte der 50 Jahre alte schweizer Chef-Coach. Sieben Stunden habe man allein am Samstag auf dem Feld in der Hohenmölsener Glück-Auf-Halle verbracht. Dazwischen eingestreut Teambesprechungen und Videoanalysen. Ebenso wie schon da, gab es auch am Sonntagvormittag in der Stadthalle immer wieder eine kleine kulinarische Aufmunterung. In den kurzen Pausen forderte Soutter auf: "Trinken, naschen und absitzen." Letzteres ist Schweizer-Deutsch und heißt soviel wie: "auf der Bank platznehmen." Zum Naschen gab es neben Apfel- und Bananenstücken sowie Traubenzucker natürlich auch Schweizer Schokolade. Am Mittag beendete Soutter das intensive Training.

Was er von der WM erwarte? "Gegen Finnland möglichst gut bestehen. Wenn wir dann gegen Kanada und Russland alles geben und uns auf unsere Stärken konzentrieren, sind Platz zwei und das Viertelfinale drin." Allerdings seien beide Rivalen nicht zu unterschätzen, auch wenn aus Russland etwa kuriose Meldung zur Vorbereitung kommen. Flügelspieler Pavel Semenov erklärte im Interview mit dem Floorball-Magazin: "Es gab im Vorfeld überhaupt keine Trainingslager. Das Team wird sich am Flughafen das erste Mal treffen."

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