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Basketball: Wölfe müssen sich in Bremerhaven beweisen

Uhr | Aktualisiert 29.11.2012 20:38 Uhr
Der Mitteldeutsche BC spielt am Wochenende gegen Bremerhaven. (ARCHIVFOTO: IRIS RICHTER) 
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Wer richtig gut spielt, bekommt einen Tag zusätzlich trainingsfrei. Die wohl fast in allen Mannschaftssportarten praktizierte Verfahrensweise fand in dieser Woche auch beim Mitteldeutschen Basketball Club Anwendung.
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Weißenfels/MZ. 

Nach dem ohnehin trainingsfreien Sonntag hatten die Timberlake, Schwarz, Heyden und Co. auch am Montag frei. Grund eins: das tolle Spiel gegen Ludwigsburg (96:76). Grund zwei: Die Mannschaft hat einen Tag länger Zeit für die Vorbereitung auf das nächste Spiel, das am Sonntag um 18 Uhr in Bremerhaven stattfindet.

Noch Tage nach dem Sieg mit 20 Punkten Vorsprung ist Trainer Silvano Poropat rundum zufrieden mit dem, was seine Jungs da am letzten Sonnabend abgeliefert haben. Allen voran Chad Timberlake mit seinen 19 Punkten, sechs Rebounds und nicht zuletzt zehn Vorlagen. Die Mannschaft sei aber insgesamt mit der Körpersprache ins Spiel gegangen, die er von ihr erwarte, und sie habe zudem auch dann durchgehalten, als es in einige Phasen des Spiels nicht so gut lief und Ludwigsburg wieder bis auf wenige Punkte herankam. Das war zum Beispiel die Reaktion im ersten Viertel, als beim Stand von 9:9 der MBC zwölf Punkte in Folge machte; oder im zweiten Viertel, als Ludwigsburg auf sechs Punkte heran war (34:28) und der MBC wieder auf 42:28 davon eilte.

Ein kleiner psychologischer Kniff kam hinzu. Erstmals in dieser Saison spielte der MBC in der ersten Halbzeit auf den Block der Fanclubs zu. "Wir wollten damit gleich von Anfang an den Fans unser Gesicht zeigen", sagt Teammanager Martin Geissler. Bislang hatten die Wölfe in allen Heimspielen dieser Saison zuerst in die andere Richtung gespielt. Solche Wechsel waren in der zweiten Liga nicht unüblich. Aber erst seit kurzem sei klar, dass man das auch in der ersten Liga mache dürfe. "Also haben wir es probiert", meint Poropat und lacht verschmitzt. Wissend, dass man nicht sagen kann, ob das wirklich ein Mittel ist. Eher schon die Tatsache, dass sich die Mannschaft am Freitag vor dem Spiel ohne den Trainer zusammengesetzt, Bisheriges ausgewertet und sich für den Vergleich mit Ludwigsburg eingeschworen hat. "So etwas ist ein gutes Zeichen", stellt Poropat fest.

"Und ich glaube, dass den Spielern auch das Zusammentreffen mit den Sponsoren beim Thanks-Giving-Dinner gut getan hat", ergänzt Geissler. Das habe ihnen in der vorigen Woche gezeigt, dass die Geldgeber zu ihnen stehen, auch wenn bis zu dem Zeitpunkt lediglich zwei Siege zu Buche standen. Vielleicht ist all das zusammen mit dem Richtungswechsel in der Stadthalle auch eine Initialzündung für den weiteren Saisonverlauf gewesen.

Nun hat Poropat die Aufgabe, die Form vom Sonnabend für die nächste Partie zu konservieren. Nach alter Trainerweisheit aus allen Sportarten ist der nächste Kampf sowieso immer der schwerste. Aber beim Gegner Bremerhaven kommt hinzu, dass der MBC bislang alle vier Partien gegen die Nordlichter verloren hat. In der Saison 2009 / 2010 gab es auswärts ein 59:75, zu Hause ein 69:82, ein Jahr später hieß es im Heimspiel 78:86 und in Bremerhaven 71:92.

Einer von Poropats Leitsprüchen heißt, die anderen Mannschaften in der Bundesliga müsse man nicht als Bedrohung verstehen, sondern als Herausforderung ansehen. Angesichts der Bilanz ist Bremerhaven eine Herausforderung schlechthin.

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