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Basketball: Weißenfelser Wölfe gewinnen fünftes Heimspiel in Folge

Uhr | Aktualisiert 13.01.2013 22:38 Uhr
Jubel nach dem fünften Heimsieg in Folge (FOTO: ANDREAS BEZ) 
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Wiederholt hat Muli Katzurin den Satz nicht. Doch MBC-Trainer Silvano Poropat hatte nicht vergessen, was sein Frankfurter Kollege in der Pressekonferenz nach dem Hinspiel gesagt hatte: Zwei Mannschaften auf dem Niveau der zweiten Liga Pro A habe er gesehen, sagte Katzurin nach dem Auswärtssieg des MBC am 10. Oktober bei den Fraport Skyliners.
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Weißenfels/MZ. 

Und dieser Stachel saß auch am Sonnabend beim zweiten Duell beider Teams noch tief.

"Katzurin hat uns als Pro-A-Mannschaft eingestuft. Das hat uns gewurmt. Wir haben heute bewiesen, dass wir ein Team der ersten Liga sind", sagte Poropat also, nachdem seine Mannschaft den Frankfurtern beim 73:65-Sieg am Sonnabend kaum eine Chance gelassen hatte. Es war der fünfte Heimsieg in Folge, ein Vereinsrekord für den MBC. Das gab es in der ersten Liga noch nie.

Katzurin war tief frustriert nach der neuerlichen Niederlage seiner Skyliners, anerkannte aber, dass der MBC-Sieg verdient gewesen sei. "Den Unterschied gemacht hat die Quote bei den Drei-Punkte-Würfen." In Zahlen las sich das so: Elfmal bei 23 Versuchen trafen die Weißenfelser aus der Distanz in den Korb: 37,9 Prozent. Gleich vier Dreier brachten Hördur Vilhjalmsson und Neuzugang Osvaldo Jeanty unter, dreimal aus der Ferne traf Devin Uskoski. Frankfurt konnte nur zwei Dreier-Würfe im Korb versenken - bei 13 Versuchen: 15,4 Prozent.

Auch wenn im Getriebe der Weißenfelser ein paar Mal Sand war, es gab gleich mehrere bemerkenswerte Szenen im Spiel der Wölfe. Vom Trainer vor Beginn der Partie noch einmal an die Pro-A-Einstufung erinnert, kamen die Gastgeber schnell in Fahrt. Vilhjalmsson und Djordje Pantelic sorgten für ein 5:0. Damit unterschied sich die Partie vor 2 450 Zuschauern von Anfang an von den letzten Heimspielen, in denen der MBC oft einem Rückstand hinterherlief. Diesmal wurden die Frankfurter trotz eines starken Zachery Peacock (19 Punkte) den Rucksack nie wieder los.

Bemerkenswert war zudem der Einstand von Osvaldo Jeanty. Der agierte auf der Spielmacher-Position, als ob er schon immer zum MBC gehört hätte. Seinen spektakulärsten Wurf landete er mit der Schlusssirene des dritten Viertels, als er sogar noch mehrere Meter vor der Drei-Punkte-Linie entfernt stand.

Und bemerkenswert zum dritten: Immer dann, wenn der Motor des MBC stotterte, die Frankfurter aufholten, wechselte Trainer Poropat Devin Uskoski ein, der sich prompt mit Treffern bedankte und so den Knoten im Spiel der Gastgeber löste. Noch einer sorgte in entscheidenden Momenten mit Nervenstärke für Bemerkenswertes: Djordje Pantelic. Nicht eben als treffsicherster Freiwurfschütze bekannt, legte er 42 Sekunden vor Schluss der Partie beim Stand von 68:62 zwei Freiwürfe mit absoluter Präzision in den Korb. Danach konnte der MBC sogar ein wenig zaubern, als bei einem Konter - Fast Break genannt - Chad Timberlake blind auf Kelly Beidler ablegte, der sich den Ball im Flug schnappte und ihn in den Korb stopfte.

Davor hatten die Wölfe im letzten Viertel allerdings ihre schlechteste Zeit zu überstehen. Mit neun Punkten in Folge waren die Frankfurter bis auf fünf Zähler heran gekommen. Sechseinhalb Minuten lang gelang den Gastgebern kein Korb aus dem Spiel heraus, lediglich zwei magere Freiwurf-Pünktchen.

"Alles eine Kopfsache", sagte Poropat später. Nach dem 61:46 zu Beginn des Schlussdurchgangs fühlten sich die Wölfe offenbar zu sicher, die Konzentration ließ kurzzeitig nach. Eine Pro-A-Mannschaft wäre an der Stelle wohl eingebrochen.

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